Lerntagebuch: Mit Struktur zum Erfolg?

Schluss mit Ausreden! Mit einem Lerntagebuch bist und bleibst du voll am Ball. Wieso diese Methode so effektiv ist, erfährst du im Artikel.

Wer mehrere Prüfungen schreibt, Vorträge hält und Seminararbeiten abgeben muss, verliert schnell mal den Überblick. Dabei stellen sich Studierende häufig folgende Frage:

Fight or flight?
Man kann sich diesem Problem direkt stellen, oder es, wie das viele Studierende (mich eingeschlossen) sicher gut können, verdrängen. Spätestens in den nächtlichen Lernexzessen kurz vor den Prüfungen wird man diese Entscheidung wohl bereuen und sich zum x-ten Mal vornehmen, nächstes Semester von Anfang an dabei zu sein. Falls dir diese Situation bekannt vorkommt und du dir vorgenommen hast, dich von Anfang an dem Kampf zu stellen, habe ich ein Tool für dich: das Lerntagebuch.

Gerade in der Einfachheit des Lerntagebuches liegt seine Stärke. Notiere dir einfach, wann du wie lange für was gelernt hast. Fertig. So weisst du jederzeit, wie gut (oder schlecht) du auf deine bevorstehenden Prüfungen vorbereitet bist. Das beliebte Verdrängen wird so zunehmends schwieriger, denn beim Blick ins leere Lerntagebuch macht sich schlechtes Gewissen breit.

Aber auch zur Bekämpfung der Mid-Semester-Crisis hat sich das Lerntagebuch bewährt. Knapp die Hälfte des Semesters ist um, aber du hast noch in keinem Fach einen wirklichen Durchblick. Langsam macht sich Panik breit. Hier hilft ein Blick ins Lerntagebuch als Reality Check. Ist die Panik gerechtfertigt? Oder habe ich genügend Zeit investiert, doch die Materie ist schwieriger als gedacht?

Zu guter Letzt hilft dir das Lerntagebuch auch, deine Zeit optimal einzuteilen. Regelmässige Kontrollen stellen sicher, dass du keine Fächer vernachlässigst. Dafür ist es nützlich, neben der Zeit auch festzuhalten, was du gemacht hast: Vorlesung, Lesen, Lernen oder Zusammenfassung schreiben?

Toggl, Excel oder lieber auf Papier?
Wie gesagt ist ein Vorteil des Lerntagebuches seine Einfachheit. Und natürlich kann man seine Lernzeiten tatsächlich in einem Buch festhalten. Die digitalen Pendants bieten aber einige Vorteile. Denn bei dieser Methode fällt einiges an Daten an. Und diese kann man nutzen, um den Lernprozess besser auf sich abzustimmen und dadurch effizienter zu machen.

Ich habe das Zeiterfassungstool toggl genutzt, Excel eignet sich aber genauso gut. Toggl hat dabei ein Dashboard, welches dir anzeigt, wie viel du wann für welches Fach gelernt hast. Ähnliches kann man in Excel einfach nachbauen.

Wenn die Prüfungsphase vorbei ist kannst du schauen, ob du Muster in den Daten findest. Warst du in den Fächern, in denen du Zusammenfassungen geschrieben hast, besonders gut? Hängt die Lernzeit mit den Noten zusammen (kontrolliere dabei für die Anzahl ECTS pro Veranstaltung)? Die gewonnenen Erkenntnisse kannst du dann in den kommenden Lernphasen nutzen. Es ist auch spanend zu sehen, wie sich die Lernzeit im Verlaufe des Semesters entwickelt hat.

Gemessen am geringen Aufwand bietet ein Lerntagebuch also viele Vorteile und somit spricht nichts dagegen, diese Methode zumindest mal auszuprobieren.

Dominik Meier

Dominik Meier studiert Psychologie und Wirtschaft und das Hauptproblem im Studium prägt auch seine Freizeit: zu viele Interessen, zu wenig Zeit. «Optimieren!», schreit dabei der Ökonom in ihm, worauf der Psychologe entgegnet: «Zielkonflikte lassen sich nun einmal nicht vermeiden.» So gleicht sein Leben manchmal eher einem Jonglierakt als einem rational gelösten Optimierungsproblem. Nicht immer optimal, aber garantiert nie langweilig!

2 Kommentare

  1. Manuela Schwendener
    Di, 27. März 2018 / 10:42 Uhr

    Vielleicht hilfreich in dem Zusammenhang: Lernberatung für Studierende der Uni Basel https://bit.ly/2DYFXd8

  2. Laura
    Sa, 7. April 2018 / 05:14 Uhr

    Super Artikel! Ich finde, dass man durch zusätzliches Tracking von Prokrastinationsaktivitäten evt. auch nochmal was dazulernen kann bezüglich wann man sich wie ablenkt und ob sich da auch gewisse Muster ergeben.
    Zusatz-Input: http://dariusforoux.com

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