5 nachhaltige Neujahrsvorsätze

Zu Beginn des neuen Jahres verschreibt man sich nicht nur ständig im Datum, man nimmt sich gewöhnlich auch Dinge vor, die man im nächsten Jahr besser machen will. Meist bleiben es leere Versprechen, die man bereits mit der Rückkehr der Zugvögel wieder vergessen hat. Ich stelle euch hier fünf nachhaltige Neujahrsvorsätze vor, an die es sich 2020 zu erinnern lohnt.

1. Food Waste reduzieren
Food Waste ist ein virulentes Problem, auch hierzulande. Rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel landen jährlich im Abfall, das entspricht 330 kg pro Person und schweizweit beinahe 3’000’000 kg pro Jahr. Diese Zahlen schiebt man gerne von sich und appelliert an mehr Ressourcenbewusstsein in Supermärkten und Restaurants. 28 % des Food Wastes wird jedoch von privaten Haushalten verursacht. Das liesse sich vermeiden. Hier findest du fünf Tipps zur Reduktion von Food Waste im eigenen Haushalt. Falls du dazu noch einen Beitrag zur Vermeidung von Food Waste in der Gastronomie und im Detailhandel leisten willst, kannst du dich bei Foodsharing engagieren, einer Internetplattform die sich dem Verteilen und Geniessen von überschüssigen Lebensmitteln verschrieben hat.

2. Bio, regional, saisonal und plastikfrei einkaufen
Das klingt erst einmal wie eine Herkulesaufgabe, muss es aber nicht sein. Auf dem Markt lassen sich problemlos plastikfrei Gemüse und Früchte einkaufen, die meist auch saisonal und in der Region gewachsen sind. Dass der Gang zum Wochenmarkt nicht so teuer ist, wie es sich in unsern Köpfen festgefahren hat, das zeigt mein Preisvergleich von vergangenem Oktober. Zudem gibt es in Basel bereits ein grosses Angebot an Unverpackt-Läden, in denen man auch Nüsse, Gewürze, Hülsenfrüchte und Co. ohne Verpackung einkaufen kann, zum Beispiel in der Abfüllerei im Gundeli, im Basel unverpackt in Kleinbasel oder im Foodyblutt im St. Johann.

3. To-Go Müll vermeiden
Das Studierendenleben geht selten mit geplanten Mahlzeiten in den eigenen vier Wänden einher. Das soll jedoch keine Ausrede sein, nicht auch unterwegs Verpackungen möglichst zu meiden. In vielen Unverpackt-Läden findet man hübsche Trinkflaschen, Kaffeebecher, Bienenwachstücher und Lunchboxen. Hier verhält es sich jedoch gleich wie bei den mittlerweile omnipräsenten Baumwolltaschen: das Ding ist erst dann nachhaltig, wenn man es häufig nutzt. Ein Mehrwegbecher hat zum Beispiel erst dann einen positiven Effekt auf die Umwelt, wenn man ihn mindesten 25 Mal benutzt, wie eine Ökobilanzstudie zum Gebrauch von Ein- und Mehrwegbechern gezeigt hat. Wer keine Lust auf hippe Mehrwegbehälter hat, der kann im Notfall auch immer zum Einmachglas greifen, denn darin lassen sich sowohl Essen wie auch Kaffee einwandfrei transportieren.

4. Papier reduzieren – Bäume retten
Spätestens seit unsere Schriftträger nicht mehr aus Tierhaut oder alten Lappen hergestellt werden, haben sie deutlich an Preziosität verloren. Rund 40 % des weltweit geschlagenen Holzes wird zu Papier verarbeitet. Zudem versteckt sich in unserem Papier nicht selten Tropenholz, wie eine Untersuchung vom WWF ergeben hat. Papierkonsum lässt sich einfach vermindern, zum Beispiel in dem man doppelseitig druckt, Haushaltspapier durch Baumwolltücher ersetzt, auf das gute alte Stofftaschentuch umsattelt (das schürft einem auch die Nase nicht auf) oder einen dicken «Keine Werbung»-Sticker am Briefkasten anbringt.

5. Bewusst konsumieren, auch Kleider
Der Vokuhila hat 2019 sein Revival erlebt, seitdem bin ich mir sicher, dass es 2020 keine Fashion-No-Gos mehr geben wird. Da die aktuellen Trends gerne zurück in die Modegeschichte zu schauen scheinen, bietet sich der Gang zur Brockenstube auch im kommenden Jahr an. Buffalo Sneakers? Fischerhut? Miss Sixty-Jeans? Geht jetzt alles, nur bitte nichts neu kaufen! Zu meinem Streifzug zu Basels besten Secondhand-Shops geht’s hier. Happy thrifting!

Lisa Gianotti

Beim Betrachten einer zerbrechlich verkrampften Hand von Egon Schiele hat sich Lisa Gianotti dazu entschieden, Kunstgeschichte zu studieren. Von der schwerwiegenden Nebeldecke über dem Aargau ist sie der Sonne nach Basel gefolgt. In Museen findet sie die Ruhe, die in ihrem Kopf nicht immer herrscht. Wenn sich keine Leinwand vor ihren Augen befindet, dann tönen Klänge im Ohr. Sie würde gerne seltener Seminararbeiten und öfter Gedichte schreiben und ist in allem, was sie tut, nur halb so schnell wie ihre Mitmenschen.

2 Kommentare

  1. Basil
    Fr, 10. Januar 2020 / 13:27 Uhr

    Voll gute Vorsätze! Punkt 2-5 haben eine direkten Impact auf „6. Recycling“. Wenn Abfall, dann korrekt entsorgen! Hinweis: Joghurtdeckeli oder andere Alu-Abdeckungen z.B. vom Streichkäse sowie die Alu-Tuben (Senf, Mayo, etc.) gehören in die Metall-Sammelstellen! (https://www.bs.ch/publikationen/aue/Entsorgen-von-A-Z.html)

  2. Mario Zulauf
    Sa, 18. Januar 2020 / 08:01 Uhr

    Das sind gute Vorsätze, erinnern mich aber an dieses Interview der Online-Zeitschrit Republik mit Christoph Meili des WWF:

    https://www.republik.ch/2020/01/14/wir-fokussieren-beim-klimaschutz-oft-zu-sehr-auf-details

    Mit 64-jährig kann ich mich auf das Wesentliche konzentrieren: Nicht fliegen, weg von der Ölheizung, nicht mehr Benzin-Auto fahren, statt allein mit der Partnerin zusammen wohnen, mein Haus isolieren lassen und als Stimmbürger und Wähler gescheit wählen.
    Weniger Rindfleisch und Essen, was die Grossverteiler in 2 Stunden wegwerfen b.z.w. „zu Biogas veredeln“ (Originalton) werden, das macht bei mir nicht mehr viel aus.

    Meine Kinder (15 – 21) wohnen bei der Mutter und haben weniger Möglichkeiten: Weniger fliegen, ab 18 abstimmen & wählen und laut an den Klima – Protesten mitmachen. Das ist wohl wesentlich und alles andere ist vor allem gut gemeint, wenn auch absolut richtig.

    Mario.Zulauf@unibas.ch oder 076 516 0000.

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