Lokal, bio, preiswert – Wo man am besten Gemüse einkauft

Spätestens seit vergangenem Sonntag, als uns die nationalen Wahlergebnisse erreichten, ist faktisch festzumachen, was wir seit einigen Jahren in Strassen, Gesprächen und den Medien spüren: eine grüne Welle schwappt durchs Land. Da Essgewohnheiten unseren ökologischen CO2-Abdruck beeinflussen, bin ich der Frage nachgegangen, wo man in der Region Basel preiswert lokales Bio-Gemüse einkaufen kann.

Die oben erwähnte grüne Welle ist nicht nur an Wahlplakaten und Protestmärschen deutlich sichtbar, sondern auch in den Regalen der Supermärkte. Unsere Essgewohnheiten beeinflussen schliesslich nicht nur unsere eigene Gesundheit, sondern genauso die Umwelt.

Ernährung wiegt schwer
In der Schweiz hat die Ernährung gemäss des Umweltberichts Schweiz 2018 mit einem Anteil von 28% die bedeutendste Auswirkung auf die Umwelt, dicht gefolgt von Wohnen (24%) und Mobilität (12%). Die gängige Ausrede, eine Einzelperson könne kaum etwas gegen den Klimawandel unternehmen, scheint angesichts dieser Zahlen kaum noch haltbar, wobei der Umweltbericht betont, dass Veränderungspotenziale «sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite» liegen.

Konkrete Tipps zur Umsetzung einer nachhaltigeren Ernährung bietet ein von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung herausgegebener Leitfaden FOODprints® (ebenfalls hübsch aufbereitet ist auf der Website der sge die Ökobilanz unterschiedlicher Lebensmittel). Darin wird unter anderem empfohlen, überwiegend pflanzliche Nahrungsmittel zu konsumieren und auf die Herkunft und Produktionsbedingungen der Lebensmittel zu achten. Alles Dinge demnach, die den meisten bekannt sein dürften.

Verwirrung
Doch in einer konsumfreudigen Gesellschaft wie der unsrigen kann man schnell einmal den Überblick darüber verlieren, wo man was genau zu welchem Preis einkaufen kann und unter welchen Bedingungen die Lebensmittel ihren Weg in den Supermarkt gefunden haben. Soll ich lieber Bio-Lauch einkaufen, der in Plastik eingepackt ist oder besser den konventionellen ohne Plastiktüte? Sind Bio-Auberginen aus Spanien nachhaltiger als die konventionellen aus der Region? Und wie war das nochmals mit der Bio-Knospe?

Da es sich hier um hochkomplexe Fragen handelt, für die es keine eindeutigen Antworten gibt, habe ich für diesen Beitrag einen ganz pragmatischen Ansatz gewählt und mich auf die Frage beschränkt, wo man in Basel und Umgebung lokales saisonales Biogemüse einkaufen kann, ohne dabei zu tief ins Portemonnaie greifen zu müssen. In drei Supermärkten (Migros, Coop und Alnatura) sowie auf dem Marktplatz bei Bioland habe ich die hiesigen Einkaufmöglichkeiten einem Preisvergleich unterzogen. Mit überraschenden Ergebnissen:

Entgegen der gängigen Vorstellung hat sich gezeigt, dass Bio-Gemüse auf dem Markt kaum teurer als im Supermarkt ist. Zudem kann man beim Einkaufen auf dem Markt viel einfacher als im Supermarkt Plastikmüll umgehen. Ebenfalls plastikfrei lässt sich bei Alnatura in Weil am Rhein einkaufen, da dort das Bio Gemüse offen verkauft und demnach in mitgebrachte Tüten verpackt werden kann. Das ist bei Migros und Coop leider kaum möglich, da dort das Bio-Gemüse zur Abgrenzung vom konventionellen stets in Plastik verpackt ist.

Fazit
Wer in der Schweiz lokales Bio-Gemüse einkaufen will, sollte dies am besten plastikfrei auf dem Markt tun. Wer die Auswahl des Gemüses komplett der Saison und dem Produzenten überlassen will und demnach auch problemlos einen Winter lang Kohl zu sich nehmen kann, bestellt sich ein Bio-Gemüseabo, zum Beispiel beim Birsmattehof oder bei der Gärtnerei Hoch-Reinhard. Wenn das Budget einmal besonders knapp ausfallen sollte, lohnt sich der Gang nach Weil am Rhein, wo deutlich günstigere Preise für Bio-Gemüse bezahlt werden.

Lisa Gianotti

Beim Betrachten einer zerbrechlich verkrampften Hand von Egon Schiele hat sich Lisa Gianotti dazu entschieden, Kunstgeschichte zu studieren. Von der schwerwiegenden Nebeldecke über dem Aargau ist sie der Sonne nach Basel gefolgt. In Museen findet sie die Ruhe, die in ihrem Kopf nicht immer herrscht. Wenn sich keine Leinwand vor ihren Augen befindet, dann tönen Klänge im Ohr. Sie würde gerne seltener Seminararbeiten und öfter Gedichte schreiben und ist in allem, was sie tut, nur halb so schnell wie ihre Mitmenschen.

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