Zwischen «Nichts-Denken» und Unistress: das Body&Mind-Angebot des Unisports

Vier Frauen machen auf dem Rasen Yoga, vor ihnen ein Stuhl mit einem Laptop.
Gastautorin Saskia Durisch (rechts) hat sich durch das Unisport-Angebot für Body&Mind durchprobiert (Bild: zvg).

Fühlt ihr euch oft gestresst und rennt allem hinterher? Oder seid ihr mit eurer inneren Ruhe zufrieden? Spielt eigentlich keine Rolle: Ein Unisport-Kurs zum Thema Body&Mind lohnt sich so oder so. Unsere Gastautorin Saskia hat es ausprobiert. Und ist begeistert.

«Tief einatmen, lange ausatmen. Stell dir vor, du bist auf einer einsamen Insel und schaust auf das weite Meer. Du hörst es rauschen und plötzlich liegt auch dieser typische Geruch des Meeres in deiner Nase.» So wurde ich letzten Montag in eine Trance versetzt.

Das autogene Training ist ein Angebot des Unisports im Bereich Body&Mind, zusammen mit vielen weiteren Kursen. Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Prüfungsphase habe ich mich gefragt, welche Angebote es für die mentale Gesundheit gibt. Ich habe mit Marlene Hunziker, Organisatorin der Unisport-Kurse im Bereich Body&Mind, gesprochen, um mehr über sie und ihre Arbeit zu erfahren. Und Merita Borner-Farac hat mir noch mehr über das autogene Training erzählt.

Persönliche Erfahrungen im Body&Mind-Bereich

Lange hatte ich nicht das Gefühl, dass ich Entspannungstechniken brauchen würde. Das Leben auf Hochtouren mit Uni, Studiumskolleg*innen und Mitbewohner*innen gefiel mir und ich dachte es geht mir ja psychisch gut. Doch als ich vor einem halben Jahr mit BodyART begann, wurde mir schnell klar, dass es Zeiten braucht, in denen ich alleine meinen Geist und seinen Körper spüre. Jeden Montagmittag nahm ich mir dafür eine Stunde Zeit.

Zugegeben: Ich war am Anfang des autogenen Trainings sehr skeptisch. Werde ich in eine Trance verfallen? Kann ich meinen Stress wirklich einfach für eine gewisse Zeit loswerden? Nach drei Lektionen muss ich fasziniert zugeben, dass es bei mir persönlich wirklich funktioniert: Bereits in der ersten Stunde hatte ich das Gefühl einer tiefen Entspannung, das sich mit jeder Sitzung noch etwas intensivierte. Manchmal befand ich mich in Gedanken in einem Lavendelfeld und manchmal zogen die Gedanken wie Wolken an mir vorbei. Immer jedoch erwachte ich nach dem Training entspannt und gelockert.

Die Angebote

Der Unisport bietet nicht nur Yoga und Pilates für Studierende an, was womöglich die bekanntesten Sportarten im Body&Mind-Bereich sind. Die Studierenden können auch TaiChi-Kurse, Rückentrainings oder Meditationen besuchen. Auch gibt es ein wechselndes Angebot an Kursen, die manchmal von Studierenden selbst vorgeschlagen werden. Zurzeit gibt es beispielsweise Aerial-Yoga oder eine Mischung aus Pilates und TRX.

Im Frühjahrsemester gibt es auch ein Yoga-Retreat in idyllischer Umgebung im Naturpark Thal an. «Das Ziel ist, dass die Studierenden ihre Gedanken bei Body&Mind-Kursen ruhen lassen können», sagt Borner-Farac. «Es soll ein optimaler Ausgleich zum eher kopflastigen Studium sein.»

Die Planung eines Unisport-Semesters

«Wir beginnen bereits im April mit der Planung für das kommende Herbstsemester», erklärt Hunziker im Innenhof des Kollegienhauses. Sie plant die Kurse im Bereich Body&Mind – zusammen mit vielen anderen Unisport-Mitarbeitenden. Vom IT-Experten, der sich mit dem Computersystem auskennt, bis zu den Kursleiter*innen, die mit Freude Sportbegeisterte unterrichten. «Die Kursteilnehmer*innen sehen vielleicht nicht immer sofort, was alles hinter einem Kurs steckt: Von der ersten Planung, über die Reservierung der Hallen, bis hin zum Evaluationsbogen nach einer Veranstaltung. Alle diese Schritte braucht es, um ein reibungsfreies Programm anbieten zu können», sagt Hunziker.

Hunziker hat selbst regelmässig Kurse vom Unisport besucht: «Einerseits schauen wir als eine Art Qualitätssicherung darauf, dass die angebotenen Kurse auch nach unserer Vorstellung ablaufen, andererseits wollen wir aber auch den Puls der Teilnehmer*innen spüren.»

Nach einem gestressten Unialltag einfach in die Entspannung abzutauchen, ist gerade im Body&Mind-Bereich gut möglich. Hunziker hat selbst früher das BodyART-Training geleitet und macht heute deepWORK als Kursleiterin.

Seinem Körper etwas Gutes tun

Im BodyART liegt der Fokus nicht auf der Meditation, sondern viel mehr auf dem Verbessern des Körpergefühls. Es besteht aus Kraft-, Stabilitäts- und Flexibilitätsübungen und ist unter anderem stärkend für den Rücken. Besonders angetan hat mich die Kombination von fordernden Kraftübungen mit dem Eigengewicht und die fliessenden, ruhigen Bewegungen.

Wer jedoch nicht gerne auf der Yogamatte arbeitet, ist in diesem Kurs womöglich falsch. Für denjenigen wäre womöglich das Barré-Training etwas. In diesem Kurs werden zwar auch Übungen auf der Matte durchgeführt, aber eben auch an der Ballettstange oder mit Hanteln im Raum. Letzte Woche besuchte ich auch noch eine Stunde Pilates, die mir sehr gefiel. Wieder waren es die fliessenden Bewegungen und das Training für Bauch und Rücken, die es mir besonders antaten.

Autogenes Training

«Gut für die Entspannung ist beispielsweise das autogene Training. Es ist einfach, schnell und effektiv», meint Borner-Farac. Sie kam vor gut 10 Jahren über Hunziker zum Unisport und leitet seither das autogene Training. Auch mentale Prüfungsvorbereitung bietet sie an. «Mir selbst hat das autogene Training geholfen, ins Gleichgewicht zu kommen und schwierige Situationen zu meistern. Es stabilisiert unser vegetatives Nervensystem und beruhigt uns.»

Besonders die Arbeit mit Student*innen gefällt Borner-Farac. Sie findet den Tatendrang und die neuen Ideen, die Junge haben, sehr motivierend. «Wer bei mir im autogenen Training ist, bekommt nicht nur direkte Anleitungen vor Ort, sondern wir sprechen auch über das Thema Stress und Entspannung. Ich bringe den Kursteilnehmenden auch gerne meine Unterlagen und so mein Wissen darüber mit.»

Schlussfazit

Meiner Meinung nach bietet die Universität Basel einige sehr gute Angebote für die Entspannung und das Wohlbefinden von Geist und Seele an. Der Body&Mind-Bereich umfasst 10 übergeordnete Sportarten, die wiederum in Teilgebiete aufgeteilt sein können. Zusätzlich gibt es auch verschiedene Schwierigkeitsgruppen.

Falls du trotzdem kein passendes Angebot findest, kannst du natürlich auch proaktiv den Unisport auf eine tolle Sportart aufmerksam machen und womöglich in einem folgenden Semester daran teilnehmen.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Herzlichen Dank für deinen Kommentar. Bevor dieser veröffentlicht wird, wirft noch jemand aus der Redaktion einen Blick darauf. Das kann ein bis zwei Arbeitstage dauern.
Ups. Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es noch einmal.