Zwei angehende Journalistinnen plaudern aus dem Nähkästchen

Bilder: zVg

Die Medienbranche gleicht von aussen betrachtet einem Zirkus. Jeder einzelne Journalist ist dabei ein Artist und führt sein Kunststück vor. Wir Aussenstehenden haben meist wenig Chancen, wirklich Einblick hinter die Kulissen zu bekommen. Ich habe mit Viktoria Stauffenegger und Dania Capra gesprochen. Sie arbeiten beim Jugendmagazin Mash von Telebasel. Die beiden Studentinnen versuchen, den Spagat zwischen der Uni und dem Medienzirkus zu meistern.

Wie bist du zur Stelle gekommen?
Viktoria erzählt: «Ich habe schon immer gewusst, dass ich etwas mit Journalismus machen will. Vor etwa drei Jahren, nachdem ich meine Matur gemacht hatte, habe ich einem guten Freund erzählt, dass ich etwas mit Medien machen will. Dieser hatte früher beim Jugendmagazin Mash von Telebasel gearbeitet. Er meinte, ich soll mich dort bewerben und hat mir gleich die Mail-Adresse der Produzentin gegeben.»

Dania hat sich hingegen für die mutige Variante entschieden und den Geschäftsleiter nach offenen Stellen gefragt. «Das ist eine lustige Geschichte. Zu jenem Zeitpunkt war ich Studentin im ersten Semester und hatte einen Nebenjob im Detailhandel, ich war also gar nicht auf der Suche nach einem Job. Trotzdem habe ich auf LinkedIn immer wieder die Stellenanzeigen durchgeschaut, die zu meinem Studium (Medienwissenschaft und Spanisch) passen könnten. Eines Tages bin ich zufälligerweise auf LinkedIn auf einen der Geschäftsleiter von Telebasel gestossen und habe mir gedacht, ich frage mal nach, ob momentan eine Stelle offen ist. Daraufhin hat er mir die Mail-Adresse der damaligen Produzentin des Jugendmagazins Mash geschickt und mir gesagt, ich solle mich bei ihr melden», was Dania daraufhin auch gemacht hat.

Was fasziniert dich am Beruf?
Dania ist Reporterin und Moderatorin und steht somit oft vor der Kamera. «Vor einer Kamera zu stehen oder auf fremde Personen zuzugehen und sie zu interviewen hat mir am Anfang ein wenig Mühe bereitet,» gibt sie zu, «doch genau das ist es, was mich am Job so fasziniert. Auf diese Weise lernt man schnell mit neuen Situationen umzugehen. Andererseits lernt man als Journalistin viele interessante Personen kennen und recherchiert über die verschiedensten Themen. So kann es nie langweilig werden.»

Auch Viktoria liebt die Abwechslung und die Vielseitigkeit, die man in der Medienbranche antrifft. «Auf diese Weise gewinnt man viele neue Eindrücke und lernt bei jedem Beitrag dazu. Man lernt keinesfalls nur journalistisch dazu, sondern auch bei der Thematik des Beitrags, weil man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt. Wenn man zum Beispiel ein Interview mit einem Star-DJ macht, lernt man etwas über die dazugehörige Musikszene, beim nächsten Beitrag vielleicht etwas über Kunst,» erklärt Viktoria.

Dania mit Conradin Cramer | Bild: TeleBasel

Welche Schwierigkeiten hast du, wenn du nebenberuflich Journalistin bist?
Dania weiss, wie schwer es sein kann, zwei Jobs und das Studium unter einen Hut zu bringen. Der Spagat zwischen der Uni und dem Journalismus lässt sich nicht immer vereinbaren: «Als Reporterin werde ich öfters gefragt, einen Beitrag über einen Anlass zu machen oder einen Interviewtermin mit einer bekannten Person wahrzunehmen. Da ich jedoch noch Uni habe, kann ich öfters nicht an diese Termine oder Events gehen. Man muss dabei auch beachten, dass ein qualitativ guter Beitrag sehr zeitaufwändig ist. Ich denke oft, ich hätte nicht das Beste herausholen können, weil ich einfach nicht genug Zeit hatte, mich richtig vorzubereiten.»

Viktoria geniesst zwar die Abwechslung zum Studium, die ein Nebenjob mit sich bringt, auf der anderen Seite fehlt bei einer Teilzeitstelle aber die Routine, wie sie mir erklärt: «Wenn man studiert und nebenbei Teilzeit arbeitet, braucht man länger, um bei bestimmten Lernprozessen voranzukommen. Wenn man beispielsweise dreimal am Tag einen Online-Artikel verfasst, dann weiss man, wie es geht. Wenn man aber nur einen Online-Artikel in der Woche schreibt, hat man viel länger für jeden Schritt.»

Viktoria mit Alle Farben | Bild: TeleBasel

Zum Schluss erzählen mir Viktoria und Dania noch von ihren ganz persönlichen Highlights als Journalistinnen. Viktoria beginnt: «Mein persönliches Highlight war definitiv das Interview mit «Alle Farben». Er ist ein bekannter DJ und spielte bereits auf vielen Festivals. Er hat mit vielen bekannten Künstlern, darunter beispielsweise Ilaria oder James Blunt, zusammengearbeitet. Mir hat sehr an ihm gefallen, dass er so bodenständig war, obwohl er so berühmt ist. Er hat sich extra für uns Zeit genommen und jede Frage gern beantwortet. Mit so einer berühmten Persönlichkeit, die dazu noch so freundlich ist, ein Interview zu führen, war ganz klar mein bisheriges Highlight,» erzählt mir Viktoria strahlend.

Dania erklärt: «Zu meinen Highlights zähle ich Interviews mit bekannten Persönlichkeiten wie zum Beispiel Regierungsrat Conradin Cramer oder mit der Band Culcha Candela.» Bei Conradin Cramer hat Dania sich ein kreatives Interview ausgedacht: «Als Regierungsrat von Basel-Stadt gehört es zu Conradin Cramers Alltag sachliche Gespräche zu führen. Genau aus diesem Grund wollte ich mit ihm ein etwas anderes Interview machen. Meine Idee war dann, dass ich das Interview mit frechen Fragen auf einer Bahn der Herbstmesse machen könnte, dazu habe ich mich für die Skilift-Bahn am Barfi entschieden. Dieses Interview hat letztes Jahr um diese Zeit für ziemlich viel Aufmerksamkeit gesorgt. Man würde schliesslich nicht erwarten, dass ein seriöser Politiker wie Conradin Cramer locker und spontan bei einem so abenteuerlichen Interview einwilligt.»

Romina Gilgen

Den Kleiderschrank voller Polaroids, weil Momente festgehalten werden wollen und weisse Schränke sowieso zu langweilig sind. Romina sieht das Leben als wunderschönes Chaos, mit all seinen Höhen und Tiefen und doch in seiner Gesamtheit wunderschön. Um ihre Neugierde zu stillen, bereist sie die ganze Welt, sofern es ihr Budget erlaubt. Ihre unerschöpfliche Inspirationsquelle ist die Erde, mit all ihren interessanten Menschen und den Wundern der Natur.

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