Wie kann ich die Welt ein klein wenig verändern?

Dies ist eine Geschichte, die Hoffnung spenden soll, Freude und einen Funken Verrücktheit. Dir vielleicht den fehlenden Schubs verleiht, über deinen eigenen Schatten zu springen und Neues zu wagen. Dies ist eine Geschichte von Basler Medizinstudierenden, die sich mehr virtuell als persönlich kennen, zusammen etwas gegen den Klimawandel unternehmen und aktiv die Welt ein klein wenig verändern wollten. Dies ist ein digitales Lächeln. Eine Erfolgsgeschichte. Ich nehme dich mit:

Während der Pandemie entstand letzten November eine Gruppe motivierter Basler Medizinstudierender, die sich aktiv für das Konzept «Planetary Health» einsetzt. Grob gesagt ist das Motto von «Planetary Health», dass man der Natur Sorge tragen muss, damit der Mensch gesund sein kann. Die fleissigen Bienen dieser eifrigen Gruppe haben es geschafft, innerhalb von fünf Monaten gleich drei Projekte zum Thema ‚Umweltmedizin‘ auf die Beine zu stellen und in das Medizinstudium zu integrieren. Die ersten Vorlesungen zu «Planetary Health» starteten bereits diese Woche!

Ausserdem haben zwei besonders engagierte Honigsammler vor einem Monat angefangen, sich auf nationaler Ebene für dieses Gebiet stark zu machen. Einzelne Schneeteilchen bringen andere in Bewegung – Basel ist eine Lawine! Wie das alles geschehen konnte, erklärt uns Melanie Dussy, die Bienenkönigin:

Die Bienenkönigin
«Alles fing mit einer WhatsApp-Nachricht in unserem Jahreskurs-Chat an», erzählt mir Melanie mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Ich kann euch nicht sagen, ob sie ein Muttermal am Hals hat oder ob ihre Augen blau oder braun sind, dafür ist die Auflösung meines Bildschirmes nicht gut genug. Was ich hingegen nach wenigen Minuten unseres Zoom-Meetings wusste: Melanie Dussy hat es faustdick hinter den Ohren.

Melanie Dussy | Bild: zVg

Es war einmal…
«Diese erste Nachricht kam von einer Kommilitonin und lud ganz einfach alle klima- und umweltinteressierten Medizinstudierenden und Pharmaziestudierenden auf ein Zoom-Meeting ein. Es sollte ein Kennenlernen und gemeinsames Brainstormen sein. Wie steht die Medizin heute zu Umweltthemen? Was würde man verändern wollen – und wie?» Ungläubig fährt sie fort: «Damals hätte ich mir nicht in den kühnsten Träumen vorstellen können, dass wir so weit kommen würden!»

Drei Projekte sind bereits angelaufen und zwei neu gebackene, nationale Planetary-Health-Koordinatoren*innen, darunter unsere Bienenkönigin Melanie, versuchen nun, die Bemühungen der Planetary-Health-Bewegungen in der ganzen Schweiz zu koordinieren. Auch zu zweit noch eine schwierige Aufgabe. «In gewissen Städten ist die Planetary-Health-Idee schon weit verbreitet und da wird bereits viel für einen Wandel in der Gesellschaft getan. An anderen Orten muss das Bewusstsein erst noch geweckt werden. Das Ganze ist noch ziemlich neu für uns beide, aber zusammen finden wir bestimmt einen Weg!»

Wieso überhaupt antworten?
«Das Thema Umwelt und Medizin interessiert mich schon lange. Nur dachte ich, dass ich damit alleine wäre. Ausserdem hatte ich das Gefühl, dass wegen Corona der ganze Klima-Aktivismus ein wenig eingeschlafen ist. Ich wollte etwas unternehmen!», erzählt Melanie. Sie ist in einer Juristenfamilie aufgewachsen, mit Ausnahme ihres Grossvaters, einem Mediziner wie sie selbst. «Er war zu Lebzeiten im Vorstand für «Ärzte für Umweltschutz». Ich denke sehr oft an ihn bei unseren Treffen.»

Das erste Zoom-Meeting stimmte die meisten sehr hoffnungsvoll. Es gab noch so viele andere Mitstudierende, welche dasselbe Thema beschäftigte und gemeinsam fühlt man sich immer stärker. Es folgten weitere Treffen und die Projekte liefen an. «Das ist aber erst der Anfang!», deklariert Melanie, «wir haben viele Ideen, wie Klima-Dinner per Zoom, koordinierte Demonstrationen, Aufklärung der Bevölkerung zu den Gesundheitsauswirkungen des Klimawandels… Es gibt noch einiges zu tun!»

Sisyphos war ein glücklicher Mensch
Ist diese ganze Arbeit neben dem Studium nicht anstrengend? «In der Gruppe herrscht so eine gute Energie! Alle sind freiwillig dabei und tragen etwas zur Gruppe bei, weil sie es machen wollen. Diese Motivation ist unheimlich ansteckend», erklärt Melanie. «Man kommt vielleicht einmal schlecht gelaunt in ein Meeting. Am Ende ist man immer euphorisch.»

Falls du dich auf irgendeine Art und Weise für «Planetary Health engagieren oder einfach mehr darüber wissen möchtest, darfst du dich gerne bei Melanie melden. Jede umweltinteressierte Person und verrückte Idee ist in dieser Gruppe willkommen.

Was hat das Ganze mit mir zu tun?
Die ganze Lawine kam also durch eine einzige Nachricht ins Rutschen. Die Voraussetzungen für die Entstehung eines Schneerutsches müssen natürlich gegeben sein, sonst kann noch so viel Neuschnee fallen. Der Neuschnee muss aber fallen, der erste Schritt muss getan und eine Nachricht geschrieben werden. Der Absender dieser berüchtigten Nachricht fasst sich noch heute an die Stirn und kann es kaum glauben, was daraus entstanden ist.

Je einfacher es ist, etwas Neues anzureissen, desto besser. Denn hast nicht auch du ein Herzensthema, welches du in Angriff nehmen möchtest? Suchst du noch nach Mitstreiter*innen, mit denen du die Welt auf deine Art verändern möchtest? Es braucht ein wenig Mut, aber frage nach! Frage deine Mitstudierenden, Dozierenden, Nachbar*innen! Wie man in den Wald hinein ruft, schallt es heraus. Traue dich und lass dich überraschen über das laute Echo!

Josefin Kaufmann

Mit viel intrinsischer Motivation studiert Josefin Kaufmann Medizin; der Schlüssel zum Erfolg ist der Kaffee. Bunt gekleidet, oft zu spät, immer am Lachen. Obwohl sie es geniesst, Köstlichkeiten zu schmausen, befindet sich oft nur Licht und Senf in ihrem Kühlschrank. Auf dem Fahrrad recht gefährlich unterwegs, sind Sonntagsfahrer und rote Ampeln ihr ein Dorn im Auge. Fahrradhelm ist aber ein Muss, Medizinstudium sei Dank.

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