«Das ganze Uni-Flair habe ich dann doch vermisst»

Erinnert ihr euch noch an Katharina? Sie war bis Anfang letztes Jahres eine unserer Beast-Autorinnen. Im Gespräch erzählt sie mir, wie es nach dem Studium für sie weiterging und blickt auf ihre Zeit an der Universität Basel zurück:

Was hast du studiert und als was arbeitest du jetzt?
Ich habe meinen Bachelor und Master in Geowissenschaften an der Universität Basel gemacht. Nach einem kurzem Abstecher in ein kantonales Umweltamt arbeite ich nun an einer deutschen Uni als wissenschaftliche Mitarbeiterin an meiner Doktorarbeit.

Mit welcher Erwartung bist du ins Studium gegangen und wie hast du den Studienstart erlebt?
Ich bin eigentlich mit wenig konkreten Erwartungen ins Studium gegangen. Meine einzige Bedingung bei der Studienwahl war, dass es mir Freude bereiten und meine Neugierde befriedigen sollte. Ich wollte mich endlich auf Themen konzentrieren, die mich wirklich interessieren und anderes eher links liegen lassen. Am Anfang war natürlich alles neu und spannend. Das erste Jahr hat sich dann jedoch als eher zäh rausgestellt, da es viel um Grundlagen ging und man wenig Wahlmöglichkeiten hatte. Da spielte ich kurzzeitig sogar mit dem Gedanken abzubrechen.

Wie hat sich das im Verlauf des Studiums entwickelt?
Zum Glück bin ich meinem ersten Impuls, das Studium abzubrechen, nicht gefolgt. Mein Studium stellte sich nämlich als ausgesprochen interessant und für mich genau passend raus. Das lag vor allem daran, dass ich ab dem dritten Semester meine Schwerpunkte selbst wählen konnte. Dadurch stieg meine Motivation wieder stark an und das blieb auch bis zum Ende des Studiums so. Vor allem der Abwechslungsreichtum zwischen Vorlesungen, Laborübungen und Exkursionen half, dass die Motivation nur selten abnahm. Auch die Praxisrelevanz und der Bezug zu aktuellen Themen wie dem Klimawandel waren für mich wichtig. Auf einmal hatte ich das Gefühl, sehr viel mehr von meiner Umwelt zu verstehen.

Und wie war es mit deinem Berufseinstieg? War es anders als erwartet?
Das Ende des Studiums war wieder ganz anders, da es eigentlich nur noch um die Masterarbeit ging und nicht mehr die klassische Struktur mit Vorlesungen etc. vorhanden war. Die Motivation war aber hoch, da es sich um ein interessantes Projekt handelte. Ausserdem konnte ich mir auch nicht so viel Zeit lassen, weil ich bereits ein Jobangebot im Umweltamt hatte, wo ich zuvor ein Praktikum absolviert hatte. Der Umstieg von Studium zur Arbeit war also quasi fliessend und, da ich den Arbeitsplatz schon kannte, auch nicht sehr holprig. Natürlich war es spannend, jetzt wirklich in der Arbeitswelt angekommen zu sein und dementsprechend gross war die Motivation. Gleichzeitig schwang bei mir aber ein bisschen Schwermut mit, dass es jetzt einfach so mit dem Studium vorbei sein sollte. Das ganze Uni-Flair habe ich dann doch vermisst, genauso wie die Forschung an sich, so dass ich mich dazu entschlossen habe, noch eine Promotion anzuschliessen und jetzt letztendlich doch wieder ein bisschen Studentin bin.

Danial Chughtai

Der Versuch, absolute Erkenntnis zu erlangen, führte Danial Chughtai zum Physikstudium. Dass dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist, merkt er besonders abends um sieben - bei der vierten Tasse Kaffee. Wenn er nicht gerade ein neues Album hört, sich in fremde Vorlesungen verirrt oder überlegt auf Tee umzusteigen, ist er damit beschäftigt, seine Klamottenauswahl auf Vordermann zu bringen. Gerne vergnügt er sich mit den einfachen Dingen des Lebens; wenn's sein muss bei einem Roadtrip quer durch Europa.

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