Vier beeindruckende Filme, die du (vermutlich) noch nicht kennst.

Ich bin keine grosser Liebhaberin des Winters. Vielleicht mummelst du dich ja auch lieber in eine warme Decke ein und entziehst dich der windigen Kälte mit einem Filmabend? Damit du nicht lange suchen musst, was du anschauen sollst: Vier Filme, die zum Nachdenken anregen und die du (wahrscheinlich) noch nicht gesehen hast.

Wristcutters: A Love Story (2006)
Angelehnt an eine Kurzgeschichte des israelischen Autors Etgar Keret geht es hierbei um den jungen Mann Zia, der aufgrund seines Liebeskummers Selbstmord begeht – nur um festzustellen, dass das Leben nach dem Tod in einer grauen Kleinstadt weitergeht, noch ein wenig öder, als es zuvor bereits war. In dieser Welt, in der alle Selbstmörder landen, erfährt er einige Zeit später, dass auch seine Exfreundin Desiree, wegen welcher er sich das Leben genommen hat, den Freitod gewählt hat, und nun auch irgendwo in diesem Nachleben sein muss. Er begibt sich mit seinem Freund Eugene und der Tramperin Mikal auf einen Roadtrip, um seine Exfreundin zu finden.

In einer Welt, in der Wunder nur demjenigen widerfahren, der sie nicht herbeiführen will, in denen die Bewohner nicht lächeln können und wo Autoböden Bermudadreiecke sind, sucht Zia nach seiner verlorenen Liebe. Der Film, so makaber er sich auch anhören mag, besticht durch seinen Witz. Er rückt aus dem Blickfeld der Selbstmörder das Leben wieder in ein neues Licht und wirft dabei interessante philosophische Fragen auf.

Dogtooth (2009)
Die durch einen Vater konstruierte Pararealität einer Familie fasziniert und verängstigt zugleich: Die drei Kinder, zwei junge Frauen und ein junger Mann, bekommen von Mutter und Vater von Geburt an eklärt, dass es ihnen erst erlaubt ist, die Welt ausserhalb ihres riesigen, umzäunten Gartens und Hauses zu betreten, wenn ihnen der sogenannte Hundezahn ausgefallen ist. Bis dahin hören sich die drei aber Kassetten an, auf denen ihnen die Wörter „Autobahn“ als ein sehr heftiger Wind und „Karabiner“ als weisser Vogel erklärt werden. Fliegt ein Flugzeug über das Haus hinweg, werfen die Eltern zur rechten Zeit ein Spielzeugmodell der Flugmaschine in den Rasen, um zu erklären, dass es sich dabei um ein wertloses Ding gehandelt hatte, welches nun in ihrem Garten abgestürzt ist. Von einer anderen Welt wissen die drei nichts.

So absurd und witzig sich die Handlung anhört: Schaut man sich Dogtooth an, ist einem meistens gar nicht zum Lachen zu Mute. Komplexe Entwicklungsabschnitte der Jugendzeit, wie zum Beispiel der Drang zur Ablösung von den Eltern oder der sexuelle Trieb, werden auf verstörende Art und Weise von den Eltern unterdrückt. Der oscarnominierte griechische Film Dogtooth erlaubt es, einen abschreckenden Blick in die Folgen einer Abschottung von der Aussenwelt und einer Manipulation menschlicher Intelligenz, Moral und Ethik zu werfen. Am Ende fragt man sich,  inwiefern auch die eigene Sicht auf die Dinge konstruiert sein mag.

Pans Labyrinth (2006)
Pans Labyrinth ist der bekannste von den vier Filmen und thematisiert wiederum eine (vermeintliche) Realitätskonstruktion. Ein Mädchen zieht nach dem spanischen Bürgerkrieg mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem tyrannischen Stiefvater in ein Hauptquartier der Faschisten. Von hieraus bekämpft dieser auf blutrünstige Art und Weise Partisanen. Das Mädchen entdeckt eines Nachts im alten Steinlabyrinth des Hauses einen Pan, welcher ihr verkündet, die Reinkarnation einer Prinzessin zu sein. Wenn sie drei Aufgaben erfolgreich erfüllt, könnte sie in ihr Reich im Untergrund zu ihrem Vater, den König, zurückkehren. Sie trifft bei diesen Aufgaben zum einen auf märchenhafte Wesen wie Feen und Riesenkröten, zum anderen auf schaurige Gestalten, welche durch ein meisterhaftes Kostümbild einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Was sich das Mädchen ausdenkt und was alles real ist, bleibt für den Zuschauer schwer einzuschätzen. Ohne Zweifel stellt der spanische Film aber eine dramatische Mischung aus brutaler Postkriegsszenerie und einer Märchenwelt dar.

Jeux d’enfants (2003)
Der Film, der den deutschen Titel „Lieb mich, wenn du dich traust“ trägt, ist eher etwas für Romantiker und sanfte Gemüter. Der französische Film ist für alle ein Muss, die bereits „Die fabelhafte Welt der Amelie“ mochten. Jeux d’enfants handelt, wie es der Name bereits sagt, von einem Spiel, welches zwischen einem Mädchen und einem Jungen beginnt: Wer die Mutprobe des anderen besteht, erhält die Spieldose, die zu einer Art Wanderpokal wird. Das Spiel zieht sich bis in die Adoleszenz der beiden und, wer konnte das ahnen, sie verlieben sich.

Das hört sich zunächst mal etwas kitschig an (obwohl, das ist für französische Filme ja eigentlich die Norm). Allerdings bewirkt das Spiel zwischen den beiden nicht nur Liebe, sondern auch eine gleichtiefe Feindschaft, die sich mit den Jahren aufschaukelt. Das Ungewöhnliche an diesem Film ist die Glaubhaftigkeit der Geschichte. Der Film erzählt nicht die perfekte Liebesgeschichte ist, sondern vermittelt ehrliche Gefühle zwischen zwei Menschen.

 

 

3 Kommentare

  1. Walt Disney
    So, 5. Februar 2017 / 23:43 Uhr

    Für alle Lamaliebhaber und Zeichentrickfans, meine Empfehlung: Ein Königreich für ein Lama

  2. Andjelka Antonijevic
    Di, 7. Februar 2017 / 23:00 Uhr

    Da kann ich dir nur zustimmen, meiner Meinung nach ein ganz toller Disney-Film, der mich als Kind sowieso, aber auch heute noch zum Lachen bringt!

  3. Walt Disney
    Mi, 8. Februar 2017 / 16:13 Uhr

    Und wem der Film „Dogtooth“ zu gefallen weiss, wird sicherlich auch von „Beautiful“ und „7 days“ nicht zurückschrecken (können).

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