Valhalla Bar – In Odins Burg

Im Steinengraben hat vor knapp zwei Monaten die Valhalla Bar eröffnet: ein Ort, um das Mittelalter wieder ein wenig aufleben zu lassen, süssen Met zu geniessen und sich dabei von mittelalterlicher Musik über Rock bis Heavy Metal seine wählerischen Ohren bezirzen zu lassen. Hab ich dein Interesse geweckt? Dann kommen hier noch ein paar Erfahrungstipps:

Die Bar ist gross. Es gibt einen geräumigen Innenraum, dekoriert mit Wikingerschildern und Äxten, die an der Wand hängen. Ein Drachenkopf wird gruselig von einer Wachskerze beleuchtet und Kronleuchter mit rotem Licht hängen von der Decke. Tische, Stühle, die Bar und der ganze Innenraum ist mit grobem Holz verkleidet. Im Garten gibt es zwei grosse Festbänke, an denen man sich die wildesten Wikingerfeten vorstellen kann und zahlreiche andere gemütliche Sitzplätze. Man betritt hier eine kleine Oase, macht eine Reise durch die Zeit.

«Uns ist egal, ob du mit Anzug, Jogginghose oder wie auch immer du dich kleiden möchtest, hierher kommst», erklärt mir der Türsteher mit kupferfarbenem Bart: «Das soll eine Bar für alle sein.» Selbst hatte ich mir vorher zahlreiche Gedanken gemacht, ob ich jetzt in schwarz gekleidet, meinen Damenbart wachsen lassen oder ganz provokativ in pink auftauchen soll. «Ist ein Bart obligatorisch, wenn man hier arbeiten möchte?», frage ich den rostroten Securitas. Ein vergnügtes Grummeln entfährt der behaarten Kehle: «Nein, sicher nicht. Aber er steht mir gut.» Zwinker.

Trollfrass und Asenblut
Es ist Samstag, 18:30 Uhr. Die Bar ist bis auf einige Wenige noch ziemlich leer. Musik läuft auch noch nicht. Genug Zeit, um die Speise- und Getränkekarte zu studieren. Es gibt verschiedene Metsorten, süssen Honigwein, mit den abgefahrensten Namen, wie zum Beispiel Asenblut, und auch auf der Speisekarte findet man Trollfras und gefährlich klingende, vegetarische Burger. «Die Veggie-Burger hier sind sehr zu empfehlen. Normalerweise esse ich so Zeugs nicht, aber hier manchmal sogar freiwillig», empfiehlt mir mein bärtiger Freund. Das muss natürlich alles getestet werden!

Während unsere Speicheldrüsen durch den honigsüssen Met langsam an ihre Kapazitätsgrenzen stossen, füllt sich langsam das Lokal. Alle Altersklassen sind vertreten, gefühlt kennt hier jeder jeden, alle lächeln sich an und sind unheimlich freundlich. Harte Schale, weicher Kern.

Die Valhalla Bar bietet ihre Bühne für kleine Bands, die mittelalterliche Musik, Rock oder Heavy Metal spielen, an und so beginnt um ungefähr 20:00 DJ Dragoncry seine Heavy Metal-Musik aufzulegen. Ich, die mich ein wenig vor Pig Squeals und Growling fürchtet, bin angenehm überrascht. Die Musik gefällt mir sogar ziemlich gut, sie ist auch nicht zu laut, wenn man gerade im Garten sitzt und seinen auf Pflanzen basierten Burger verschlingt. Moderne Wikinger haben’s echt drauf.

Skål!
Inzwischen ist das ganze Lokal voll und die Bartender haben einiges zu tun. Es laufen Menschen umher mit krassen Zöpfen und schulterfreien T-Shirts, die den Schauspielern der Serie ‚Vikings‘ verblüffend ähnlich sehen. Bei anderen bemerkt man, dass die Bärte falsch sind, aber lustig ist es allemal und ihr schallendes «Skål!» ist sehr authentisch. «Wir haben erst seit wenig Wochen geöffnet, aber es sind schon viele lustige Dinge passiert. Das gehört bei Heavy Metal einfach dazu, dass man ein wenig durchdreht und Verrücktes anstellt.» Da ist wohl was dran.

Wenn du also auch einmal in ein anderes Zeitalter reinschnüffeln und verrückte Dinge anstellen möchtest, trau dich und begib dich in die Valhalla Bar. Sei willkommen in Odins Burg!

Josefin Kaufmann

Mit viel intrinsischer Motivation studiert Josefin Kaufmann Medizin; der Schlüssel zum Erfolg ist der Kaffee. Bunt gekleidet, oft zu spät, immer am Lachen. Obwohl sie es geniesst, Köstlichkeiten zu schmausen, befindet sich oft nur Licht und Senf in ihrem Kühlschrank. Auf dem Fahrrad recht gefährlich unterwegs, sind Sonntagsfahrer und rote Ampeln ihr ein Dorn im Auge. Fahrradhelm ist aber ein Muss, Medizinstudium sei Dank.

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