Lesetipps für laue Sommerabende

Bild: Moyan Brenn | CC BY 2.0

Fachaufsätze, Gesetzestexte, Grundlagenwerke: Während der Vorlesungszeit wird der Lesestoff von den Dozierenden bestimmt. Gut, dass noch drei Wochen Ferien bleiben. Die Beast-Autoren haben stellen euch ihre Sommerlektüre vor.

Joachim Meyerhoff – Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
(Luzia)

Ein herrlich unterhaltsames Buch übers Studentenleben, ganz anders als man es sich so vorstellt: Der deutsche Schauspieler und Regisseur Joachim Meyerhoff erzählt von seiner Ausbildungszeit an der Schauspielschule in München. Während dieser Zeit wohnt er bei seinen Grosseltern, deren Alltag durch verschiedene Trinkrituale, begonnen mit der hochprozentigen ‚Mundspülung‘ im Bad, geprägt wird. Meyerhoff gelingt es, seinen sehr komischen Alltag auf humorvolle und zugleich feinfühlige Art und Weise zu beschreiben. Zum ersten Mal in meinem Leben musste ich beim Lesen eines Buches stellenweise laut auflachen!

George R.R. Martin: The Song of Ice and Fire
(Katharina)

Ja, okay, du hast sowieso schon alle Folgen Game of Thrones gesehen. Ich sage: Egal! Es gibt tausend Gründe, die Bücher trotzdem zu lesen. Nicht nur, weil sich die Geschichte vor allem gegen Ende anders entwickelt. Die fünf Bücher sind detailreicher erzählt: Man erfährt unglaublich viel über die verschiedenen Familien, die Geschichte Westeros und – ganz wichtig – die Gefühle und Beweggründe der Charaktere. Auch beim zweiten Mal Lesen ging mir an der ein oder anderen Stelle nochmal ein Licht auf. Oft frage ich mich, wie George R.R. Martin den Überblick in der von ihm geschaffenen, von Intrigen durchsäten Fantasy-Welt behält. Die Eis-und-Feuer-Saga bietet viel spannenden Lesestoff, sowohl für Game-of-Thrones-Fans als auch für bisherige Fantasy-Verweigerer.

Françoise Sagan: Bonjour Tristesse
(Valerie)

Kein anderer Roman verkörpert für mich den Begriff der „leichten Sommerlektüre“ besser als dieser französische Klassiker der fünfziger Jahre. Als die siebzehnjährige Halbweisin Cécile für den Sommer zu ihrem Vater an die Côte d’Azur zieht, durchlebt sie auf nicht einmal zweihundert Seiten eine Liebelei mit einem gut aussehenden Jurastudenten, Affären des Vaters, eine unleidige Stiefmutter, Eifersucht und Tod. Es ist also eine erfrischende Abwechslung zu Lehrbüchern, die garantiert in jede Strandtasche passt. Wer sein Französisch aufpolieren möchte, kann es auch gerne im Original lesen.

Ovid: Metamorphosen
(Philip)

Ein 15-bändiges Kollektivgedicht epischer griechischer Mythologie aus dem Jahr 8 n. Chr. Ovid (Publius Ovid Naso), der sich mit seinen teilweise satirischen Dichtungen Kaiser Augustus zum Feind machte (und schliesslich auch von ihm ans Schwarze Meer verbannt wurde), zählt zu den drei relevantesten Poeten der lateinischen Literatur. Weitere interessante Werke von Ovid: «Ars Amatoria» (Die Kunst der Liebe), welches so etwas wie einen altrömischen Verführungsguide für Männer darstellt, sowie «Remedia Amoris» (Die Heilung der Liebe), das Ovid für seine weibliche Leserschaft quasi als Gegenmittel zu Ars Amatoria schrieb. Den Lesern von Metamorphose möchte ich die englische Übersetzung von Charles Martin ans Herz legen.

Jack Thorne, J.K. Rowling, John Tiffany: Harry Potter and the Cursed Child
(Andji)

Vor neun Jahren ging eine Ära und die Lieblingsbuchreihe vieler Menschen – inklusive mir – zu Ende. 2007 erschien Harry Potter and the Deathly Hallows und wurde als das letzte von sieben Fantasybüchern angekündigt. Umso überraschender hielt ich vorletzte Woche dann das scheinbar „achte Buch“ in den Händen. Als Theaterstück verfasst und konzipiert setzt The Cursed Child genau dort an, wo das letzte Buch in der eigentlichen Geschichte neunzehn Jahre später endete – und stillt damit eine jahrelang anhaltende Sehnsucht. Als Fan der Buchreihe sollte man beim Lesen immer eines im Hinterkopf behalten: Es ist ein Stück, das gespielt, gestaltet und erlebt werden soll. Also nicht enttäuscht sein, wenn dann eben nicht mehr das gleiche magische Gefühl wie damals aufkommt. Dann geniesst und verschlingt man auch diesen Harry Potter (und das viel schneller, da er keine 1000 Seiten mehr beansprucht).

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