„Guten Morgen, ich begrüsse Sie im Namen des Gerichts…“

Bild: Oliver Hochstrasser

… so wird man an einer Univeranstaltung normalerweise nicht empfangen. Trotzdem war es ein hochoffizielles Uniseminar, das letzten Montag so begann. Eine Studentin, in der Rolle der Gerichtspräsidentin, begrüsst die Anwesenden im Gerichtsaal am Strafgericht Basel-Stadt und beginnt mit der Verhandlung. Es geht um versuchte vorsätzliche Tötung, schwere Körperverletzung, Raub, Freiheitsentzug und Nötigung. Schwere Kost, mit der sich die Jusstudierenden des „Mock trial“-Seminars dieses Semester beschäftigt haben.

Die Verhandlung des komplexen Falls ist der Abschluss eines besonderen Seminars, welches in diesem Semester an der juristischen Fakultät unter der Leitung von Frau Prof. Capus stattgefunden hat. Studierende ab dem 5. Semester (die meisten von ihnen jedoch schon im Master) haben sich in den letzten Wochen und Monaten eingehend mit einem fiktiven Fall beschäftigt und dabei die Rollen verschiedener juristischer Akteure eingenommen. Als Höhepunkt kam der Fall nun am Gericht zur Verhandlung und für einmal waren es die Studierenden selber, welche in die Rollen der Staatsanwälte, Verteidiger und Richter schlüpften. Der zu befragende Zeuge wurde von einem emeritierten Strafrechtsprofessor gespielt.

In kleinen Gruppen haben die Studierenden während des Semesters zusammen mit Coaches den Fall aus verschiedenen Blickwinkeln analysiert. Polizeirapporte, Berichte der Gerichtsmedizin und andere Dokumente bildeten die Grundlagen für ihre Arbeit.

Wurde die Strafprozessordnung in allen Schritten eingehalten? Welches Detail könnte sich allenfalls strafmildernd auswirken? Nach dem Dokumentenstudium ging es darum, ein entsprechendes Plädoyer zu schreiben, welches die Teilnehmenden dann während des Mock trials am Montag im Gericht vortragen mussten. Wie im richtigen Leben ist es sehr wichtig, die Argumente gut und fundiert darzustellen. Warum war der Mandant nur Mittäter? Welche Strafe hat er verdient? Schliesslich ist es das Studi-Gericht, welches sich am Nachmittag zu Beratung zurückgezogen und dann ein Urteil gefällt hat. Natürlich nicht, bevor sich die verschiedenen Parteien noch Frage und Antwort stehen mussten.

Sicherlich war die Verhandlung nicht nur für die Zuschauer eine spannende Sache, sondern auch für die Studierenden eine super Gelegenheit, mal ein bisschen Zukunftsluft zu schnuppern.

 

Mehr über das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Basel findet ihr hier.

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