Copy and Paste: Erwischt! Die Plagiatsprävention der Universität Basel

Bild: wiredforlego | CC BY-SA 2.0

2011 war die Plagiatsaffäre Guttenberg in aller Munde. Damit kulminierte eine Reihe derartiger Fälle, die zur Aberkennung von Doktortiteln und zu Rücktritten von hohen Ämtern führte. Um einen solchen Vorfall präventiv zu unterbinden, hat sich die Universität Basel vorsorglich mit einer Dienstleistungssoftware namens Turnitin ausgestattet, die Plagiate erkennen kann.

Ein Plagiat ist die gesamthafte oder teilweise Übernahme eines fremden Werks ohne Angabe der Quelle und des Urhebers bzw. der Urheberin. Das kann von fremden Bildern und Darstellungen bis hin zu Texten und sogar Ideen reichen. Die Differenzierung zu einem Zitat ist natürlich wichtig, denn bei korrekter Benutzung eines Ausschnitts mit gültiger Quellenangabe spricht man nicht von einem Plagiat.

Generell kann man die meisten Plagiate in zwei Gruppen einteilen: absichtliche und unabsichtliche Plagiate. So existieren oft Plagiate, die unwissentlich entstanden sind. Näher kann man zwischen mehreren Subgruppen unterscheiden, die von einer kompletten Kopie des Textes bis hin zum Paraphrasieren aus verschiedenen Quellen reichen.

Der Schritt zur Einführung von Turnitin an der Universität Basel
Plagiate sind nichts Neues. Aber die Digitalisierung fügte der Problematik eine zusätzliche Dimension hinzu. Zentrale Stellen der Universität Basel setzten sich schon früh mit dem Thema Plagiarismus auseinander und einzelne Departemente schafften bereits Plagiaterkennungssoftware an. Daraufhin wurde im Netzwerk «LearnTechNet» ein Konzept entwickelt, das zu einer campusweiten Lizenz für Turnitin, sowie zu einem breiten Angebot an verschiedenen Kursen in der Plagiatsvermeidung durch die Universitätsbibliothek führte.

Somit haben alle Departemente der Universität Basel die Möglichkeit, Turnitin als Hilfsmittel zur Plagiatsprävention zu nutzen. Der Dienst richtet sich in erster Linie an Dozierende, die im Rahmen von Lehrveranstaltungen Studierende dazu einladen können, ihre Arbeiten zu prüfen.

Was ist Turnitin?
Turnitin wurde von vier UC Berkeley-Studierenden gegründet und hat seit 2007 eine Partnerschaft mit der grössten wissenschaftlichen Publikationsdatenbank CrossRef. Turnitin ist nicht nur eine Software, sondern eine Dienstleistungsplattform, die von vielen Hochschulen aus aller Welt zur Plagiatsdetektion eingesetzt wird.

Wie funktioniert Turnitin?
Dozierende erhalten auf Anfrage einen Account, in dem Kurse angelegt werden, denen Studierende zugeordnet werden. Diese können ihre Arbeit hochladen und das Resultat der Plagiatsprüfung ebenso sehen wie die Dozierenden.

Turnitin hat eine Datenbank von 62 Milliarden Internetquellen, 158 Millionen Publikationen und 626 Millionen Arbeiten von Studierenden. Diese werden mit den hochgeladenen Texten verglichen und man kann sofort anhand von Markierungen Textstellen erkennen, die Plagiate beinhalten könnten.

Natürlich ist keine Software perfekt und es werden auch Abschnitte markiert, bei denen es sich nicht um ein Plagiat handelt. Dies ist auf häufig benutzte Formulierungen und vom System nicht erkannte Referenzen zurückzuführen. Der Grad der Übereinstimmungen mit anderen Texten aus der Datenbank wird durch ein Ampelsystem symbolisiert. Ob es sich wirklich um ein Plagiat handelt, muss von den Dozierenden beurteilt werden.

Bisher ist die Software nur fähig, Texte zu erkennen. Bilder, Darstellungen, Formeln und anderes werden nicht erkannt.

Weitere Informationen und Kontakt

 

Ich bedanke mich recht herzlich für die Unterstützung von Simon Geiger und Cornelia Eitel von der Universitätsbibliothek Basel. In einem Gespräch haben sie mir ausführlich über die  Kooperation zwischen Turnitin und der Universität Basel berichtet.


Korrektur 4.10.2017: In einer früheren Version des Beitrags haben wir fälschlicherweise geschrieben, dass Turnitin über eine  eine Datenbank von 62 Milliarden Internetquellen, 158 Milliarden Publikationen und 626 Milliarden Arbeiten von Studierenden verfügt. 62 Milliarden Internetquellen stimmt, aber es sind „nur“ 158 Millionen Publikationen und 626 Millionen Arbeiten von Studierenden. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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