Traumjob Journalismus?

Macht es eigentlich Spass, vom Schreiben zu Leben?

Seit er vor zwölf Jahren das Politologie-Studium abgeschlossen hat, hat Lukas Hadorn so ziemlich alle Arten von Textarbeit gemacht: Er hat für eine Wochenzeitung geschrieben, war (und ist) als freischaffender Journalist tätig, macht Corporate Publishing und schreibt Texte für Werbeagenturen und Kommunikationsabteilungen. Mal war er 100% angestellt, mal 100% Freelancer. Er muss es also wissen: Hat Journalismus Traumjobpotential?

Lukas Hadorn ist vom Typ her der gutgelaunte Pragmatiker. Eher Macher als Denker, da passen Arbeiten und Träumen schlecht zusammen. Nein, das Wort Traumjob gefällt ihm nicht. Trotzdem erfüllt seine Arbeit die meisten Traumjob-Kriterien: Sie sei sinnstiftend, lehrreich, biete viel Abwechslung. Im Moment arbeitet er 60% für die Migros-Medien («Vivai», «Saisonküche», «Migros Magazin»…), die restlichen 40% bestreitet er selbständig. Dass 40 + 60 nicht immer 100 gibt, sondern manchmal auch ein wenig mehr, ist ein Nachteil seines Jobs.

Flexibilität: Fluch und Segen im Journalismus
Natürlich ist es schön, spontan Aufträge annehmen zu können, jedoch oft weniger schön, wenn Termine kollidieren. Toll, dass es flexible Arbeitszeiten gibt, mühsam, wenn die Schicht aufs Wochenende fällt. Lässig, dass es online neue Möglichkeiten gibt, blöd, dass man nicht weiss, wie es mit dem Print weitergeht.

Lukas Hadorn kann gut damit umgehen, dass er als Journalist beweglich sein muss. Angefangen hat er als Volontär bei einer Wirtschaftszeitung, ohne viel Ahnung von Wirtschaft zu haben. Funktioniert hat es trotzdem. Nachdem er sich als Journalist etabliert hatte, kündete er seinen Job, um für ein paar Jahre in China zu leben – ohne zu wissen, wie es danach beruflich weiter geht. Das Risiko hat sich gelohnt und der Wiedereinstieg in der Schweiz gut geklappt.

Fazit: JournalistIn kann ein Traumjob sein, wenn man anpassungsfähig und risikobereit ist – und sich selbst und die Welt nicht zu ernst nimmt. Lukas Hadorns Tipp für JungjournalistInnen lautet dann auch: „Immer konsequent nachfragen, wenn man etwas nicht versteht. JournalistInnen müssen nicht alles wissen, aber sie sollten die richtigen Fragen stellen und gut zuhören können.“

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