Studieren an zwei Schweizer Universitäten – das geht!

Tamara Ackermann (26) studiert im Master an der Universität Basel Musikwissenschaften und an der Universität Bern Editionsphilologie. Zwei Unis, ein Master – geht nicht? Doch, man muss nur wissen wie:

Tamara studierte im Bachelor neben Musikwissenschaften noch Latinistik. Doch darin wollte sie sich im Master nicht weiter vertiefen. Stattdessen fand sie nach einem tollen Editionsprojekt des musikwissenschaftlichen Seminars den Masterstudiengang Editionsphilologie – in Bern.

Ursprünglich hatte sie vor, ganz nach Bern zu wechseln. Als Tamaras Professor von ihrem bevorstehenden Wechsel hörte, konnte er sie aber überzeugen, zumindest die musikwissenschaftliche Laufbahn weiterhin in Basel zu verfolgen. Nach etwas Recherche fand sie dann auch heraus, dass ein Studium an zwei Schweizer Unis möglich ist.

Wie gehe ich vor?
Tamaras erster Schritt war, sich beim Studiendekanat zu melden. Tamara musste dann ein sogenanntes Learning Agreement mit der Zweituni in Bern zusammenstellen. Zu diesem gehört, selbst einen schriftlichen Antrag an das Dekanat der Uni Basel zu stellen, indem man kundgibt, das Zweitstudienfach an einer anderen Universität studieren zu wollen. Zu diesem Schreiben kommt eine Abschrift der Studienleistungen, die man in der Zweituni absolvieren möchte und wie deren Leistungsnachweise aussehen. In Tamaras Fall reichte es, die Studienordnung der Fachrichtung der Editionsphilologie einzureichen. Zudem bestätigte der Fachrichtungsverantwortliche aus Bern schriftlich noch das Angebot.

Tamara Ackermann

Tamara Ackermann

Kurz darauf traf eine Bestätigung der Uni Basel ein. Tamara bleibt in Basel in den Musikwissenschaften immatrikuliert. Sie meldet sich im Studiensekretariat zusätzlich noch für das Zweitfach Latinistik ab und für die Editionsphilologie an. In Bern musste sie sich für den sogenannten „Mobilitätsmaster“ anmelden. Dieser ist speziell für diese Situation ausformuliert und bedeutet, dass sie ihren Master an der Uni Bern absolviert, aber an einer anderen Uni immatrikuliert ist. Studiengebühren zahlt sie weiterhin nur in Basel.

An dieser eher ungewöhnlichen Art zu studieren sieht Tamara die Vorteile vor allem darin, die Unterschiede der Universitäten kennenlernen zu können. Schon die administrativen Prozesse laufen in Bern ganz anders ab als in Basel. Zum Beispiel befinden sich das Berner Pendant zu MonA und ADAM auf einer einzigen Plattform. Zudem sei das Zeitfenster zur Belegung für jeden einzelnen Kurs verschieden und kürzer als in Basel. Die Dozierenden würden ebenfalls anders unterrichten, in Bern sei das Studium eher auf die Eigenleistung ausgerichtet.

Die Nachteile sind die eines jeden Pendlers: Das ewige Zugfahren. Aber Tamara muss zum Glück nicht jeden Tag nach Bern. Den Anschluss zu den Mitstudierenden in Bern sei eher schwer, gerade auch, weil sie bereits Masterstudentin ist. Das Leben spielt sich doch weiterhin in Basel ab.

Dennoch empfiehlt Tamara das Studieren an zwei Unis weiter. Vor allem denjenigen Studierenden, die bereits früh wissen, worin sie sich spezialisieren wollen. Es sei besser, möglichst nahe an diesem Gebiet zu studieren als sich lediglich mit einem „ähnlichen“ Fach zufriedenzugeben.

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