Selbstgemachtes Eis: Wie einfach geht es?

Die tollste kühle Nascherei des Sommers: Eis. Sei es in der Buvette nach einem Rheinschwumm, in der Lernpause oder auch einfach als Snack, dieses Dessert gehört obligatorisch zum Sommer dazu. Es heisst, nichts schmecke so gut wie selbstgemachtes Glacé. Mein Kopf assoziierte das früher mit viel Aufwand und dem Besitz einer Eismaschine. Doch dem ist nicht so, wie ich mir in diesem Artikel selbst beweise:

An diesem heissen Sommertag, an dem ich mich durch die verschiedenen Möglichkeiten und Künste des Eismachens, die das Internet so bietet, durchschlage, bin ich viel zu faul (da grosse Hitze draussen!), um Eigelb vom Eiweiss zu trennen oder Pfannen abzuwaschen, geschweige denn mir eine Eismaschine zu besorgen. Also mache ich möglichst nur Glacé mit dem, was ich daheim habe, und das so einfach wie möglich. Eines vorweg: Jedes Eis wurde zu meinem Erstaunen richtig gut.

Bananeneis
2 sehr reife Bananen
1 Päckchen Vanillezucker
200 g Naturejoghurt

Aus richtig braunen Bananen, so denken jedenfalls die meisten, lässt sich höchstens noch Bananenbrot machen. Dabei eignen sie sich durch den intensiven Geschmack auch super für ein Eis! Also kleine Rondellen schneiden und ab damit ins Gefrierfach. Die einzigen beiden weiteren Zutaten für dieses sehr erfrischende Bananeneis sind Vanillezucker und Naturejoghurt. Mehr braucht es nicht.

Nachdem die Bananen fertig gefroren sind (am besten über Nacht), kann man sie zusammen mit dem Joghurt und dem Zucker mit einem Stabmixer mixen. Und eigentlich sind wir hier schon fertig, denn das Eis ist jetzt eine cremige, kühle Masse. Wer es nochmals einzufrieren gedenkt, muss folgendes beachten: Das Eis wird ohne Bearbeitung durch eine Eismaschine recht hart. Das tut nichts zum Geschmack, aber das wird nichts mit «Eben mal ein paar Löffel beim Schauen der Lieblingsserie reinschaufeln», das Eis ist dafür einfach zu fest. Es hilft ziemlich viel, wenn man während des Gefriefprozesses alle 45 Minuten mal das Eis kräftig umrührt oder sogar nochmals mixt, damit wieder etwas Luft in die Masse kommt.

Wasser-/Fruchtglacé
Glacéförmchen für Eis am Stiel
(Ungezuckerter) Fruchtsaft
Beeren nach Geschmack

Hier muss ich zugeben: Ich musste die Förmchen einkaufen gehen, die hatte ich seit der Kindheit nicht mehr. Spätestens nach dem ersten Schlecken Eis frage ich mich aber, was ich bisher ohne sie gemacht habe. Erbeerenstückchen und Johanisbeeren in die Förmchen geben und die Förmchen mit Fruchtsaft auffüllen. Fertig.

Ja, es ist nur Fruchtsaft mit ein paar Beeren. Aber selber bin ich nicht darauf gekommen und es ist echt lecker. Vielleicht ist hier gerade das Verhältnis von Aufwand und Ertrag wirklich am besten: das Wasserglacé erfrischt, ist geeignet für Veganer und man kann, wenn man dann bei ihnen ankommt, an den Beerenstückchen knabbern. Für diejenigen unter euch, die mehr Zeit haben: Das Eis kann vermutlich nur noch besser schmecken, wenn der Saft selbst gepresst wird.

Weisses Schokoladeneis
100 g weisse Schokolade
Ca. 1,5 dl ungezuckerte (Kondens-)Milch
200 ml Schlagrahm, geschlagen.

Dies hier ist was für richtige Geniesser, braucht aber auch etwas mehr Aufwand. Natürlich ist weisse Schokolade dabei Geschmackssache und kann durch Milch- oder dunkle Schokolade ersetzt werden.

Zunächst muss die Schokolade geschmolzen werden. Einfachster Trick der Welt: Heisses Wasser über die Schokolade giessen, kurz warten, Wasser abschütten und schon ist die Schokolade bereit zur Verarbeitung. Zunächst sollte man sie aber noch ein bisschen auskühlen lassen. Währenddessen kann man gut den Rahm schlagen. Dann etwas Kondensmilch zur Schokolade schütten und gut umrühren. Ich vermute, dass sich dafür auch normale Milch eignen würde, hatte gerade aber die im Rezept geforderte Kondensmilch zur Hand. Nun kann man langsam und Löffel für Löffel die geschlagene Sahne unterrühren. Hier habe ich den Trick mit dem Umrühren während des Gefrierens angewandt und es hat sich gelohnt: Das Eis wurde ein luftiger Schokoladentraum! Das Eis sollte etwa 10 Minuten vor Genuss aus dem Gefrierfach geholt werden.

Nachtrag für besonders Faule und Nostalgische: Fruchtzwergeeis

Dieser Abschnitt ist weniger ein Rezept (ich meine, was soll man da auch gross schreiben? Löffel durch den Joghurtdeckel rammen und ab damit ins Gefrierfach), als eine liebliche Erinnerung an die besonders naschigen Tage unserer Kindheit, wo wir so traurig waren, dass das Eis alle war, uns aber die tolle Idee kam, noch den verbliebenen Fruchtzwergejoghurt einzufrieren.

Ja, das ist mein Ernst. Aber auch nur, weil ich mich zunächst auch ein bisschen geschämt habe, nach etwa 12 Jahren zum ersten Mal wieder Fruchtzwerge zu kaufen (heutiger Name: «Petit-Suisse»). Und weil ich es dann wirklich, wirklich sehr toll fand, es wieder einmal zu essen. Natürlich geht das auch mit anderen Fruchtjoghurts, aber hei, die Kindheitserinnerung macht das Eis gleich doppelt so lecker!

Andjelka Antonijevic

Andjelka Antonijevic studiert Germanistik und Mathematik und fällt regelmässig in kleine Identitätskrisen, wenn sich ein gedehnter Vokal oder aspiriertes 'k' in ihren Aargauer Dialekt verirrt. Sie verbringt viel Zeit beim Stöbern in Brockis, möchte aber eigentlich gerne mehr Kurzgeschichten schreiben. Nach Lernphasen flüchtet sie mit Rucksack und Zelt aus dem Basler Alltag.

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