Schon mal ein Game entwickelt? Basler Studierende haben es gewagt

Projekte neben dem Studium sind so eine Sache für sich. Es braucht Ausdauer, Motivation, Kreativität und ein gutes Zeitmanagement. Luca Rossetto und sein Kollege Sascha Scherrer haben sich als Informatik- Studenten nach einem einwöchigen Hackathon 2012 dazu entschieden, eine Spiel-Engine selbst zu entwickeln, mit welcher sie dann ihr eigenes Spiel basteln. Daraus entstand „A Nifty Game“.  Auch das Team der Mathematikstudentin Eva Schnider, die couch developers, haben bereits zwei Smartphone-Games und ein Spiel für die AirConsole auf den Markt gebracht. Wie die Arbeit der beiden Teams aussieht, erfahrt ihr hier.

Luca Rossetto arbeitet mittlerweile an der Universität im Departement der Informatik. Das Spiel „A Nifty Game“ hatte seine Geburtsstunde vor vier Jahren, noch in Lucas Studentenzeit. «An einem FG-Hackathon haben wir bei Null angefangen und geschaut, wie weit wir in einer Woche kommen.» Dabei sei die Idee zum Spiel entstanden, aber vom ursprünglichen Code aus der Hackathon-Woche von 2012 sei kaum etwas übrig geblieben. Für das Spiel haben Luca und Sascha sogar ihre eigene Game Engine entwickelt. Man kann bereits eine Beta-Version auf dem Blog des Spiels herunterladen und testen.

«A nifty Game ist im weitesten Sinne eine Simulation, von der Mechanik her ein klassischer Top-Down-Twin-Stick-Shooter, wie es sie schon viele gibt. Wir haben es aber so prozedural wie möglich gehalten.» Das Verhalten der Gegner und die Spielwelt verändern sich algorithmisch. «Das Spiel enthält aber auch einen Fourth-Wall-Breaking-Effekt. Wenn du dieser Welt und den Bewohnern schadest, wird das Programm weniger stabil. Du machst das Programm kaputt, indem du die Welt kaputt machst.» Man kann das Spiel aber tatsächlich auch gewinnen, verrät Luca.

Doch neben der Freude, welche eine solche Arbeit mit jedem geleisteten Schritt bereitet, gibt es auch, wie in jedem Projekt und jedem Team, Hindernisse. Solche Projekte seien extrem zeitaufwendig, eine gute Planung ist daher zwingend. Ausserdem hilfreich: sich Deadlines setzen und klare Ideen haben. Und: Je grösser das Projekt, desto mehr Leute sollte man ins Boot holen. Ansonsten muss man sich als kleines Team Grenzen setzen. Ziel ist es, die Arbeit an „A nifty Game“ Ende Jahr abzuschliessen, danach folgen aber sicherlich weitere Projekte von Luca und Sascha.

Wenn man an Indie Games denkt, dann kommt einem definitiv nicht Basel in den Sinn. Luca erklärt mir, dass diese Szene eher in Zürich daheim ist. Trotzdem konnten sowohl das Team von Luca als auch die couch developers schon Erfolge verzeichnen. Beide durften ihre Spiele „A nifty Game“ und „Fairy King 2: Rise of the Minions“ dieses Jahr an der Fantasy Basel vorstellen. «Einige wollten gar nicht mehr von unserem Stand ablassen», meinte Eva. Solche Momente motivieren das ganze Team zur Weiterarbeit.

Vom Sofa aus entwickelt
Evas Gruppe, die couch developers, bestehen aus sechs (ehemaligen) Studenten, welche gemeinsam zwei Smartphone-Games, Fairy King und Sam the Sumbot, mit der Game Engine „Unity“ entwickelt haben. «Unity nimmt schon sehr viel Arbeit ab, was die Spielentwicklung anbelangt, weil es schon eine eingebaute Physik hat. Man muss vor allem lernen, mit dem Editor umzugehen. Kennt man eine anständige Programmiersprache, kommt man jedoch schon recht weit.»

Fairy King ist ein einfaches Shooter Game. Untypisch für diese Spielkategorie ist die niedliche Gestaltung. «Wir wollten damit Klischees brechen: Es sollte bewusst keine Raumschiffe haben oder kriegsmässig wirken». In erster Linie sei das erste von der Gruppe entwickelte Game eine Übung gewesen.

Screenshot von Fairy King (couch developers)

Screenshot von Fairy King (couch developers)

Für beide Smartphone-Spiele hat die Gruppe je etwa ein Jahr von der Idee bis zur Veröffentlichung benötigt. „Sam the Sumbot“, ein mit viel Liebe zum Detail gestaltetes Kopfrechen-Lernspiel, konnte das Team sogar in einer Schule vorstellen. Beide Spiele kann man sich im Google Play Store, bzw. im Apple Store herunterladen.

Die Fortsetzung von Fairy King haben die couch developers als Multiplayergame für die AirConsole entwickelt, eine sogenannte „Online Video Game Console“, wobei das Smartphone zum Gamepad wird und der Browser zur Spielkonsole. Diese steht ebenfalls kostenlos zur Verfügung.

Falls ihr die Arbeit der beiden Gruppen verfolgen wollt, könnt ihr hier die Blogs von „A nifty Game“ und den couch developers besuchen.

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