So gelingt das nächste Gruppenprojekt garantiert

Egal ob Seminarprojekt oder Hausarbeit, in vielen Disziplinen gilt es während der Studienzeit Gruppenarbeiten erfolgreich zu meistern. Nicht selten enden diese aber mit Frustration und wenig zufriedenstellenden Ergebnissen. Was kann man dagegen tun?

Viele Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Effizienz von Teams. Ein Modell, das immer wieder verwendet wird, ist das Team Effectiveness Model. Diesem zufolge machen klare Richtungsweisung und gutes Team-Design 50 Prozent des Erfolges einer Gruppe aus. Im universitären Kontext bedeutet das, man sollte nicht davor zurückschrecken, Aufgaben klar zu verteilen und Ziele deutlich zu vermitteln.

Wenn das Ziel und die Wege, um dieses zu erreichen, definiert sind, steigt die Motivation innerhalb der Gruppe. Unter Peers kann es erst einmal befremdlich wirken, einem Gruppenmitglied die Führungsrolle zuzusprechen, dennoch ist dies wichtig für den gemeinsamen Erfolg. Ein Team Leader sollte sich immer der Zeit und der jeweiligen Projektphase bewusst sein. Wissenschaftler verzeichnen Produktivitätsschübe innerhalb von Gruppen vor allem zur Halbzeit der Projektlaufzeit und kurz vor der Deadline. Es ist wichtig, Stress gegen Ende zu vermeiden. Dies kann von vornherein durch einen klaren Zeitplan und künstlich verfrühte Abgabetermine erreicht werden.

Ganz gleich ob man bewusst auf einen Team Leader verzichtet oder einen bestimmt, sollten auch alle anderen Aufgaben innerhalb eines Teams klar definiert werden. So werden Pflichten innerhalb des Teams nach Stärken der Gruppenmitglieder verteilt. Man sollte sich nicht unterfordert fühlen, die Möglichkeit haben an den Aufgaben zu wachsen, aber auch nicht von der Anzahl an Aufgaben erschlagen werden. Das Bewusstsein, dass jede Aufgabe für das erfolgreiche Abschliessen einer Arbeit wichtig ist, vermindert das Auftreten eines Free Rider-Verhalten von Gruppenmitgliedern.  Um die Effizienz eines Teams zu gewährleisten, ist es wichtig, Konflikte zu vermeiden. Man sollte auch in Zukunft bereit sein, miteinander arbeiten zu wollen und nicht nach dem Beenden der Arbeit im Team das Kriegsbeil ausgraben.

Auf die Grösse kommt es an
Eine grössere Gruppe ist nicht gleichbedeutend mit einer besseren Gruppe. Der optimale Teamumfang korreliert stark mit der Anzahl der Aufgaben und der Komplexität eines Projektes. Gruppen haben generell die Tendenz dazu grösser zu sein, als eigentlich notwendig ist. Ab vier bis fünf Teammitgliedern wirkt sich ein weiteres nur noch weniger stark auf Produktivität der ganzen Gruppe aus. Mit der Grösse der Gruppe steigt auch die Schwierigkeit der Koordination. Abgestimmtes Zeitmanagement wird schwerer, je mehr Studierende Teil des Teams sind.

Neben der Grösse der Gruppe spielt auch deren Zusammensetzung eine wichtige Rolle für die Produktivität. Gruppenmitglieder mit verschiedenen Hintergründen können die Kreativität fördern und machen einen erfolgreichen Ausgang des Projektes wahrscheinlicher.

Brainstorming-Mythos
In Anfangsphasen der Gruppenarbeit kann es helfen, sich entgegen landläufiger Überzeugungen bei den Ideen auf die Quantität und nicht auf die Qualität zu konzentrieren. Werden viele Ideen entwickelt, ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass die Entscheidende darunter ist.

Brainstorming gilt oft als Wundermittel zur Ideenfindung in Gruppen. Wusstet ihr aber, dass dabei viele Ideen verloren gehen, bzw. gar nicht erst geäussert werden? Viel zu gross ist der Respekt vor Abweisung eigener Einfälle oder der Einfluss eines Gruppenkonsenses zu bestimmten Themen. Um dieser Problematik erfolgreich entgegenzuwirken, empfiehlt sich beispielsweise das Brainwriting. Hierbei werden Einfälle schriftlich festgehalten, dann von Team Mitgliedern, ohne Wertung, bearbeitet und anschliessend besprochen.

Tools, die helfen
Von Dropbox hat sicher jeder Studierende schon einmal gehört. Google Drive bietet über übliche Funktionen hinaus die Möglichkeit, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Bei Gruppenarbeiten kann es hilfreich sein, auf ein gemeinsames Dokument Zugriff zu haben. So müssen nicht immer alle zu Besprechungen vor Ort sein. So haben auch Langstreckenpendler und Vorlesungsfaule eine Chance an Arbeiten im Team mitzuwirken, ohne an der Universität selbst präsent zu sein. Um anderen Gruppenmitgliedern Zugriff auf das Dokument zu gewähren, muss lediglich ein Link dazu mit ihnen geteilt werden. Auf diese Weise können in Echtzeit Texte überarbeitet und Kommentare anfügt werden.

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