Learning by doing – Tipps für ein besseres Studium

Ein Studium ist ein sehr grosser Schritt im Leben. An jeder Ecke lauern Stolpersteine. Vieles – und damit meine ich nicht nur den Stoff – lernt man erst im Verlauf des Studiums und man wächst als Person. Ein Rückblick.

Was würde ich jetzt anders machen, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte? Eine Frage, die uns oft beschäftigt. Wie viele andere Dinge im Leben ist ein Studium ein Sprung ins kalte Wasser.

Ich stehe kurz vor Ende meines Bacherlors und bin schon fleissig an meinem Master dran. In den zurückliegenden Jahren habe ich viel gelernt. Zugegeben, es ging nicht immer alles in einem Ruck, denoch hat mich das nie aufgehalten, dran zu bleiben und mich stetig an die Begebenheiten anzupassen.

Studienwahl
Wie wohl einige andere liess ich mich überreden etwas zu studieren, was in meinen Augen nicht das Richtige war. Auf Ratschlag der Eltern und Lehrer war ich also zu Beginn meines Studiums für Informatik eingeschrieben. Für wenige Tage. Mein Bauchgefühl sagte mir jedoch: «Warum studierst du nicht einfach Physik, wenn es dich doch interessiert?» Also beantragte ich umgehend einen Studiengangwechsel. Klar, die Universität hatte einen Bearbeitungsaufwand (und ich einen Erklärungsaufwand gegenüber meinen Eltern), dennoch bin ich im Nachhinein zufrieden, diese Entscheidung so getroffen zu haben.

Studienordnung und Wegleitung genau durchlesen
Was darf man? Was nicht? Worauf sollte man achten? Fragen darauf findet man in der Wegleitung bzw. der Studienordnung. Ich habe mich erst spät aktiv damit auseinandergesetzt. Das führte letztlich zu Verzögerungen in meinem Studium, da ich meistens nur die Kurse belegte, die mich wirklich interessierten und nicht solle, mit denen man relativ leicht sein «Kreditpunkte-Konto» auffüllen kann. Manchmal ist es förderlich, auch einfache Sachen zu belegen, um besser durchs Studium zu kommen.

Von Anfang an mitlernen
Ein grosser Fehler zu Beginn meines Studiums war es, dass ich nicht in jeder Vorlesung die darin verborgene Tiefe gesehen habe. So hatte ich sehr oft das Gefühl: «Durch diese Vorlesung quäle ich mich jetzt durch, ich werde sie so oder so nicht wieder brauchen».

Im Verlauf des Studiums merkte ich jedoch, wie viele Kernkompetenzen und Inhalte mit dieser Einstellung auf der Strecke bleiben können und ich musste vieles nacharbeiten. Das kann man jedoch vermeiden, wenn man sich am Anfang des Semesters schon bewusst macht, dass man nicht nur für die nächste Prüfung lernt, sondern die meisten Inhalte das ganze Studium über relevant bleiben.

Entdecke Lerngruppen
Ich habe am Anfang meines Studiums oft alleine gelernt. Jedoch wird das sehr mühselig, wenn der Stoff mit zunehmender Semesterzahl schwieriger wird. Daher empfehle ich Lerngruppen. Durch die Diskussion mit anderen Studierenden fallen einem seine Wissenslücken auf. Ausserdem lernt man im Team auf zwei Arten: durch Zuhören und durch Erklären. Lerngruppen bringen darüber hinaus schon allein wegen der sozialen Kontrolle eine Struktur in den eigenen Lernplan hinein.

Seine Rythmus finden
Einen guten Tagesrythmus zu haben ist sehr wichtig im Studium. Ich habe anfangs oft lange ausgeschlafen, habe zu spät in den Tag gestartet und bis in die Nacht gelernt. Mit der Zeit entdeckte ich für mich, dass ich am Morgen besser lerne. Und das vor allem dann, wenn ich 120% geben musste. Steht man früh auf, so hat man für die «schlimmen Tage» noch den ganzen Tag vor sich, um zu lernen und sich mental auf die Prüfung vorzubereiten.

Auf Fitness und Gesundheit achten
Erst im zweiten Jahr meines Studiums habe ich mir das Unisport-Angebot näher angeschaut. Vom Kickboxen bis zum Windsurfen ist für jeden was dabei. Neben dem ganzen Unistress ist es schön, mal Abstand von der Arbeit nehmen zu können. Meine Empfehlung für alle, die richtig ins Schwitzen kommen wollen, ist das Angebot vom Boxkeller Basel. Nirgends konnte ich die Zeit so gut vergessen wie beim Kickboxen.

Entspanne dich (ohne Bücher!)
Wenn man langsam zum Workaholic mutiert, sollte man einmal tief Luft holen und lernen, sich auch mal zurückzulehnen. Mal ein Wochenende nichts machen. Und das ohne schlechtes Gewissen! Meiner Merinung nach sollte man seine Freizeit und die Uni strikt voneinander trennen.

Einfach mal das Lehrbuch weglegen und die Sonne geniessen. Oder in den Urlaub fahren. In Soulac-sur-Mer am Atlantik habe ich Kraft für ein ganzes Semester tanken können.

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