Rugby in Basel

Im damaligen «Warteck Pub» wurden 1975 die ersten Vereinsstatuten des Rugby Football Club Basel auf eine Papierserviette gekritzelt. Im Gespräch mit Eric Sommerhalder, Student in Basel und begeisterter Rugbyspieler, werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Sports, erklären wieso Rugby ein Sport für alle ist und decken die Unterschiede zwischen American Football und Rugby auf.

Wie bist du zum Rugbysport gekommen?
Ich bin über den Unisport zum Rugby gekommen, vor etwa zwei Jahren. Ich kannte bereits ein Clubmitglied, das mir Rugby empfohlen hatte und habe mich dann beim Unisport angemeldet. Zuerst war ich nur im Rahmen des Unisport im Training, später habe ich dann auch am Herrentraining teilgenommen, welches direkt im Anschluss stattfand.

Wie läuft so ein Rugbytraining ab?
Dafür muss ich etwas ausholen. In einer Rugbymannschaft gibt es im Prinzip zwei Mannschaften, die Forwards und die Backs. Diese sind auch zeitgleich auf dem Feld, nicht wie beim American Football, wo Offense und Defense sich abwechseln. Die Rugbymannschaft gliedert sich dann in 8 Forwards, 6 Backs und eine Verbindungsstelle. Die schnellen Backs trainieren bei uns zweimal in der Woche, die robusten Forwards kommen auf insgesamt drei Trainingseinheiten. Das kommt daher, dass die Forwards sich auf spezielle taktische Manöver, zum Beispiel die Scrums, wo zwei Mannschaften sich ineinander schieben, vorbereiten müssen. Die gemeinsamen Trainings bestehen meistens aus einem physischen Teil, einem spielrelevanten Teil und einem freien Spiel.

Wie leicht oder schwer ist der Einstieg in den Rugbysport?
Wie nennt man es so schön: «Easy to learn, hard to master». Da Rugby eine Randsportart ist, ist man sehr schnell willkommen, auch wenn man keine Ahnung hat. Ich habe bei meinem ersten Spiel wahrscheinlich nur ein Drittel der Regeln gekannt. Das ist wirklich cool, man wird sehr schnell eingebaut. Die Regeln können allerdings recht antiintuitiv sein, wenn man jetzt zum Beispiel vom Fussball kommt.

Wie kann man das Verletzungsrisiko beim Rugby beschreiben?
Im Gedränge bei einem Scrum reiben sich die Ohren auf, dafür gibt es extra Scrumcaps zu kaufen, welche die Ohren in diesem Bereich schützen. Klar: Es passiert immer mal wieder eine Verletzung  und man spürt seinen Körper am Morgen nach einem Spiel doch deutlich. Aber es ist nicht so, dass man nach jedem Spiel verletzt nach Hause kommt. In zwei Jahren habe ich einmal einen Knochenbruch miterlebt, einen Schulterbruch.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Rugby und American Football?
Der Unterschied zwischen American Football und Rugby lässt sich mit dem Unterschied zwischen Parkourlaufen und Sprinten vergleichen. American Football ist zeitlich begrenzt, durch einzelne Spielzüge und immer wieder kurze Pausen. Ein bisschen wie der Sprinter, der immer wieder dasselbe macht. Natürlich gibt es im American Football viele Varianten und vielleicht ist es auch ein bisschen der toughere Sport, aber die Grundzüge wiederholen sich immer wieder. Rugby hingegen ist eine freilaufende Spielsportart, die weiterläuft, bis es zu einem Foul kommt, der Ball ins Aus fällt oder ein Try passiert. Ausserdem wird im American Football mit Schutzausrüstung gespielt, Rugby ist hier lediglich auf den Mundschutz begrenzt. Man geht im American Football auch grössere Risiken ein, denn dort ist mehr erlaubt.

Wenn ich Interesse habe zuzuschauen oder selbst mitzuspielen, was muss ich beachten?
Rugby ist ein Sport für alle. Auch in den allerbesten Mannschaften gibt es zwischen 5 und 6 verschiedene Körpertypen, je nach Funktion. Die Ausrüstungskosten für Schuhe und Mundschutz sind wirklich überschaubar. Man kann nicht mehr wie 200 Franken ausgeben. Alle Informationen zu den Trainingszeiten findet man online.

Die Spiele sind für Zuschauer öffentlich zugänglich und umsonst. Vor Ort gibt es immer ein Catering. Wer Interesse hat, kann über Facebook oder die Website des Rugby Clubs alle nötigen Informationen einholen. Gespielt wird auf der Pruntrutermatte, in der Nähe der Markthalle. Wenn ein Spiel ansteht, dann ist das vor Ort ausgeschildert.

Deine persönlichen Schlussworte?
Für mich ist das Tollste am ganzen Sport die Mannschaft und der Zusammenhalt. Die Fahrten zu den Auswärtsspielen sind ebenso ein Highlight wie das Spiel selbst. Ausserdem: Rugby ist für alle zugänglich und wirklich ein Spiel, dass einen mit der Zeit packt. Und unbedingt mal ein Spiel schauen!

Christoph Zäh

Während seiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger wurde Christoph Zäh klar, dass er seine Zukunft der Arbeit mit Menschen widmen möchte. Das Psychologiestudium soll nun die absolute Erleuchtung bringen. Wenn er sich nicht gerade durch die Statistiken der Welt wühlt oder in Embryonalstellung vor sich hin wimmert, weil Druckertinte jetzt teurer ist als menschliches Blut, dann boxt er sich den Kopf im Boxkeller frei oder sucht sich auf dem Rennrad, mit dem Snowboard oder im Kajak neue Herausforderungen.

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