Reden wir über Studentenjobs

Als wäre studieren nicht schon genug, suchen sich viele Studenten nebenbei noch einen Job. So kommt es, dass man den Kaffee vom besten Freund serviert bekommt, in der Buchhandlung auf ein bekanntes Gesicht stösst, den Einkauf bei Coop mit einem kurzen Gespräch über den Unialltag verlässt und andere wiederum nur noch dann im Ausgang sieht, wenn sie hinter der Bar herumwirbeln.

Es gibt diverse Gründe, warum man sich neben dem Studium noch für einen Nebenjob entscheidet: sich sein Taschengeld aufbessern, Erfahrungen sammeln, Berufseinblicke gewinnen, Abwechslung vom Studienalltag oder zu viel freie Zeit. Warum man sich nun auch immer für einen Nebenjob entscheidet, es sollte wohl überlegt und geplant sein.

Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus

Als erstes sollte man sich Gedanken darüber machen, wie viel, wann und wo man gerne arbeiten möchte: Ein bis zwei Mal in der Woche, nur in den Semesterferien, nachts, am Wochenende, auf Abruf, von zu Hause. Es bleibt einem zwar nicht immer die Wahl, aber es ist auf jeden Fall eine Überlegung wert. Diese Entscheidung kann ganz individuell sein, sollte aber immer mit dem Studium vereinbar sein. Wer nun denkt, es ist ja die eigene freie Zeit, die man dafür aufgibt, liegt richtig, aber es ist eben auch jene Zeit, die man für sich selber hätte, für allfällige Arbeiten für die Uni oder die Zeit für Freunde. Einen Plan und eine konkrete Vorstellung, wie man das Ganze angehen möchte, ist also nur von Vorteil, um sich nicht plötzlich in einem Chaos aus Studium und Nebenjob wieder zu finden. Einmal nachfragen, wie die Mitstudenten, die einen Nebenjob haben, das machen kann also nicht schaden.

Der Wunsch zu arbeiten kam bei mir recht plötzlich nach dem ersten Semester. Ich merkte, dass ich Abwechslung brauchte und mir auch ein wenig mein Taschengeld aufbessern möchte. Ich wusste, dass ich maximal zwei Tage in der Woche arbeiten möchte und dies am liebsten am Wochenende. Die Suche konnte also beginnen, doch wo anfangen? Der erste Schritt ist meist, Freunde, Bekannte und Verwandte zu fragen. Vitamin B ist schliesslich auch für einen Nebenjob nützlich. Zudem gibt es unzählige Internetseiten, auf denen man sich nach Nebenjobs umsehen kann. Manchmal hilft es auch, einfach beim potentiellen Arbeitgeber persönlich oder telefonisch nachzufragen, ob sie Neben- bzw. Studentenjobs anbieten. Meinen Job habe ich über den Marktplatz der Universität Basel gefunden.

Gesucht, gefunden

Ich habe lange gesucht, denn Wochenendjobs mit geregelten Zeiten waren schwer zu finden. Aber ich wurde fündig und obwohl ich mich schon einmal beim gleichen Arbeitgeber beworben hatte, versuchte ich es auf ein Neues. Und siehe da, beim zweiten Anlauf klappte es.

Ich hatte nun also einen Nebenjob und arbeite zwei Tage, Freitag und Samstag, im Verkauf. Die gewünschte Abwechslung zum Studienalltag ist nun da und plötzlich auch wieder die Freude am Montag die „Schulbank zu drücken“ und etwas zu lernen. Jedoch ist es auch nicht ohne, jedes Wochenende zu arbeiten und sich am Sonntag noch für die Aufgaben der Uni zu motivieren. Ich musste anders beginnen zu planen. Die Lektüre lese ich jetzt unter der Woche und das Essay verschiebe ich nicht mehr aufs Wochenende. So toll die Abwechslung und das dazuverdiente Taschengeld auch sind, es ist trotzdem wichtig, sich nicht zwischen Studium und Nebenjob zu verlieren. Denn sonst sieht man nicht nur die Uni nicht mehr, sondern auch die Freunde nur noch selten.

3 Kommentare

  1. Daniela
    Do, 10. Januar 2013 / 17:40 Uhr

    An und für sich ja ein interessanter Beitrag. Allerdings vielleicht auch ein kleines bisschen frustrierend für all jene, welche aus finanziellen Gründen auf eine Arbeit angewiesen sind. Da gibt’s kein Wunschkonzert, sondern man nimmt das, was man bekommt. Vielleicht gibt’s ja mal ein besseres Angebot; bis dahin zahlen sich die Rechnungen aber nicht von alleine.

  2. Corinne Stocker
    So, 13. Januar 2013 / 15:16 Uhr

    Liebe Daniela
    Ja, frustrierend kann das durchaus auch manchmal sein. Wie im späteren Leben auch, ist es selten ein Wunschkonzert. Vielleicht kann man sich als Student, der noch zu Hause wohnt, mit einer gewissen Lockerheit an den ersten Studentenjob heranwagen. Sobald man jedoch den Schritt in die Eigenständigkeit wählt, von zu Hause auszieht und versucht auf eigenen Beinen zu stehen, dann ist man tatsächlich in der Realität angekommen. Man lernt sehr rasch, dass sich Rechnungen nicht von alleine zahlen und auch das eigene Budget muss vielleicht neu überdacht werden. Für mich kann ich sagen, dass es nicht einfach ist und ich oft auch mit dem Gedanken gespielt habe einfach wieder nach Hause zu ziehen und mich nicht mehr mit Geldsorgen zu plagen. Jedoch ist es mir sehr wichtig auf eigenen Beinen zu stehen und diese Erfahrungen zu machen, und das bedeutet auch viel zu arbeiten und auf gewisse Dinge zu verzichten.
    Liebe Grüsse
    Corinne

  3. Julia
    Mi, 16. Januar 2013 / 10:25 Uhr

    Ich habe mich vor einem Monat entschieden wieder zuhause einzuziehen. Ich bin nun 2 Jahre auf eigenen Beinen gestanden. Ich bin mit Corinne einig: Es ist ein verdammt gutes Gefühl unabhängig zu sein:) Es ist schon anstrengend aber irgendwie funktioniert es immer. Ich arbeite immer an den Wochenenden bis in die frühen Morgenstunden und ich liebe meinen Job hinter der Bar. Warum ich nachhause zurückgehe? Ich denke für meiner Zukunftswillen werde ich in den „sauren Apfel“ beissen. Ich möchte etwas Geld zur Seite legen und mich besser auf meinen Bachelor vorbereiten.
    Ich bin mir bewusst, dass ich diese Möglichkeit habe diese Prioritäten zu setzten in dieser Hinsicht, ist im Grunde ein Privileg.
    LG
    Julia

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