Politikwissenschaft – ein neues Studienfach mit brisanten Fragestellungen

Die AfD zieht in den deutschen Bundestag ein. Donald Trump ist bald seit einem Jahr im Amt und die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA spitzen sich zu. Die Zeiten sind stürmisch und selbst uns, der Generation Y, die eigentlich meist mit Begriffen wie Spassgesellschaft, Work-Life-Balance und Selbstverwirklichung beschrieben wird, trauen gewisse Stimmen mittlerweile ein politisches Engagement zu. Genau zur richtigen Zeit also wird an der Universität Basel der Bachelorstudiengang Politikwissenschaft eingeführt. Wir sagen daher: “Politikverdrossenheit ade“.

Das Interesse am neuen Studienfach ist hoch: 96 Bachelorstudierende haben sich für das Herbstsemester 2017 eingeschrieben. Der Hörsaal 120 ist am Dienstagnachmittag brechend voll, wenn Professor Ralph Weber in die politische Ideengeschichte einführt.

Doch was bedeutet es, Politikwissenschaft in Basel zu studieren?
In den ersten Semestern werden Grundlagen in den Bereichen vergleichende Politikwissenschaft, internationale Beziehungen und politische Theorie erarbeitet. Dabei werden verschiedene Regierungssysteme und politische Akteure vorgestellt. Die Entschiedungsprozesse der Akteure werden analysiert und die Ausgestaltung verschiedener Konflikte und Kooperationen in den unterschiedlichen Weltregionen besprochen.

Neben den theoretischen Grundlagen erlernen die Studierenden auch praktische Kompetenzen: Wie führe ich ein gutes Interview? Was macht eine gute Online-Umfrage aus? Die Studierenden erfahren zudem, wie man  Forschungsdesigns formuliert und geeignete Datenerhebungs- und Analysemethoden findet und anwendet. Auch Exkursionen zu den Parlamenten in Bern und Basel sind geplant.

Im Aufbaustudium unterscheidet sich die Politikwissenschaft in Basel von anderen Universitäten. Hier kannst du nämlich bereits ab dem dritten Semester selbst entscheiden, auf welche Weltregion du dich spezialisieren willst. Deinen gewählten Fokus kannst du dann beispielsweise im Master weiter ausbauen.

Ein Blick ins Vorlesungsverzeichnis macht klar: Die Themen der Seminare und Vorlesungen sind vielfältig und aktuell. So befasst sich die Vorlesung Globalisierung und Europäische Integration bei Professor Rolf Weder mit der Frage wie sich die Globalisierung auf einzelne Länder, Regionen, Branchen und Individuen auswirkt und welche Anforderungen sich daraus für die nationale und internationale Politik ableiten lassen.

Viele Seminare befinden sich an der Schnittstelle zwischen Soziologie und Politikwissenschaft und können daher in beiden Studienfächern angerechnet werden. So Beispielsweise Populismus und Rassismus bei Professor Alex Demirovic oder Politische Soziologie der Kurden im Nahen Osten bei der Professorin Bilgin Ayata.

Nun drängt sich natürlich, die im Studium der Geisteswissenschaften omnipräsente, Frage auf: „Was kann ich später damit machen?”
Das Studium der Politikwissenschaft bildet nicht zu einem bestimmten Beruf aus. Und doch steht dir als Politologe oder Politologin eine weite Palette von möglichen Berufen offen.

Wenn du dich für die Lehre und Forschung entscheidest, kannst du dich mit Themen wie Demografie und Migration, mit Armutsfragen, dem Konsumverhalten oder mit den internationalen Schuldenkrisen auseinander setzen. Erkenntnisse dieser Forschung können in spezialisierten Meinungs- und Marktforschungsbüros angewandt werden. Berufstätige in diesem Bereich setzten sich beispielsweise mit Abstimmungen und Wahlen, dem Kaufverhalten in Grossverteilern oder dem Medienverhalten von Jugendlichen auseinander.

Ausserdem gibt es für dich mit einem abgeschlossenen Studium der Politikwissenschaft Aufgaben in Parteien, Nichtregierungsorganisationen, Verwaltungen, internationalen Organisationen, der Entwicklungshilfe, Diplomatischen Korps, Think Tanks und Beratungsfirmen.

Auch im Bereich der Medien ergeben sich Berufsmöglichkeiten. Als Kommunikationsbeauftragte oder Journalist kannst du Trends und Diskussionen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erkennen und kommentieren. Wenn du schon jetzt weisst, dass du in den journalistischen Bereich gehen möchtest, empfiehlt es sich, schon früh kleine Berichte zu Gemeindeversammlungen oder Ähnlichem für lokale Zeitungen zu schreiben, um später einmal zu grösseren Themen zu kommen. Ausserdem erlangst du so die Fähigkeit, politische Entwicklungen zu erklären, zu interpretieren und einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen.

Weitere Informationen zu möglichen Berufsfeldern findest du auf der Webseite der Berufsberatung.

Informationen zum Studium der Politikwissenschaft gibt es hier.

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