Mit der Sustainability Map nachhaltig und preiswert einkaufen

Hast du dich auch schon einmal gefragt, wo man in Basel eigentlich nachhaltig einkaufen oder seinen Grünabfall entsorgen kann? Die AG Nachhaltigkeit der Universität Basel will dir dabei helfen und hat deshalb eine «Sustainability Map» entwickelt. Ich zeige dir meine Entdeckungen und habe mit der Projektleiterin gesprochen.

Einige von euch kennen das engagierte Team der AG Nachhaltigkeit vermutlich noch nicht, kein Wunder, es gibt sie auch noch nicht so lange. Erst im Jahr 2019 hat das Rektorat, reagierend auf eine studentische Initiative, das Pensum der Fachstelle Nachhaltigkeit erhöht. Damit sollen konkrete Projekte gefördert werden, woraus wiederum die AG Nachhaltigkeit entstand. «Unsere Idee ist, die Uni nachhaltiger zu gestalten», erklärt mir Muguette Müller, die das Projekt «Sustainability Map» leitet.

Ich treffe mich an einem verregneten Montag mit Muguette via Zoom, um mehr über ihr Projekt zu erfahren. Meine Interviewpartnerin studiert an der Universität Basel Ur- und Frühgeschichte sowie Italianistik im Master.

Von der Idee zum Projekt
Die Idee zur Map entstand am Kick-Off für die AG Nachhaltigkeit. «Wir haben im Januar ein grosses Brainstorming gemacht und Ideen gesammelt, was wir im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Universität machen könnten», beginnt Muguette. Dabei hat die Gruppe gemerkt, dass ein grosser Bedarf an Kommunikation und Sensibilisierung besteht. «Die Leute interessieren sich vielleicht für Nachhaltigkeit, wissen aber nicht, wie damit umgehen», erklärt sie. Die Karte könnte als Grundlage dienen, diese Aspekte zu vertiefen. Die Map soll aber auch Leute ansprechen, die sich sowieso schon für das Thema interessieren.

Muguettes persönlicher Lieblingsort auf der Karte ist der Matthäus-Markt im Kleinbasel (BILD). Dieser findet jeweils am Samstagvormittag statt und bietet laut Muguette «einen tollen Start ins Wochenende» und man kann sich mit lokalen und regionalen Produkten für die ganze Woche ausrüsten.

Zahlbar für Studierende
Innerhalb von zwei Monaten haben sich Muguette und ihr Team intensiv damit beschäftigt, Kriterien für die Sustainability Map zu entwickeln. Jede Person hat sich daraufhin mit einem bestimmten Bereich auseinandergesetzt und dazu Läden und andere Informationen recherchiert. Im Fall von Muguette waren das Kleiderläden, insbesondere Second-Hand-Shops.

Welche Kriterien muss ein Shop haben, um auf die Map zu kommen? «Für mich persönlich war wichtig, dass es zugänglich ist für Studierende. Es hat nämlich viele nachhaltige Angebote, aber oftmals sind diese für Studierende einfach zu teuer,» erklärt sie mir. Dazu sollten die Kleider in der Schweiz produziert worden sein, wobei Second-Hand-Stücke dieses Kriterium umgehen können. Auch war dem Team wichtig, dass die Mitarbeitenden der Produktionsorte einen Lohn haben, von dem sie auch leben können.

Eigentlich wollte ich für euch das Café Frühling im Matthäus Quartier testen, denn da wollte ich schon lange einmal hin. Leider war es aber an einem normalen Dienstagnachmittag um 15 Uhr komplett besetzt, was wiederum für die Beliebtheit des gemütlichen Cafes spricht. Bei den Restaurants auf der Karte haben Muguette und ihr Team darauf geachtet, dass die Produkte regional sind. Zudem sollte es auf der Speisekarte vegetarische und vegane Varianten zum Konsumieren geben. Einen Pluspunkt bekam das Lokal ausserdem, wenn es auf Food Waste achtet, erzählt mir Muguette.

Grünabfall richtig entsorgen
Ein weiteres wichtiges Anliegen war dem Team, die Kompoststellen auf der Karte zu ergänzen. Denn: «Viele haben eine Grünabfallkiste und werfen den Kompost trotzdem in den Müll, weil sie nicht wissen, wo man ihn entsorgen kann,» erzählt mir Muguette. Dieses Problem kenne ich aus meiner eigenen WG nur zu gut. Glücklicherweise hat es zwei Velominuten von unserer Wohnung eine Bioklappe, die auch auf der Sustainability Map verzeichnet ist. Dabei wird der Grünabfall zu Dünger und kann wiederverwendet werden.

Meine Empfehlung für euch ist das «LOKAL» an der Feldbergstrasse kurz vor der Johanniterbrücke. Das kleine Lädeli bietet eine Vielzahl an lokalen Produkten, wie der Name schon sagt. Von Sirup über Konfitüre bis hin zu Teigwaren kann man sich im Shop eindecken. Der Honig kommt beispielsweise aus Riehen, während der Kaffee aus der Rösterei Haenowitz & Page im Klybeck geliefert wird.

Die Hoffnung der Initiant*innen ist, dass die Karte die erste Anlaufstelle für Uni-Angehörige und vielleicht auch sonstige Interessierte im Umgang mit Nachhaltigkeit werden könnte. «Vielleicht sind sie, genau wie ich, erst gerade nach Basel gezogen und wissen noch nicht, wo alles ist», erzählt mir Muguette. Nicht zuletzt will das Team der AG Nachhaltigkeit damit auch das Interesse der Leute für solche Themen stärken.

Falls du noch Läden oder Restaurants kennst, die gut auf die Sustainability Map passen würden, dann schreib es in die Kommentare oder melde dich gleich bei der AG Nachhaltigkeit.

Romina Gilgen

Den Kleiderschrank voller Polaroids, weil Momente festgehalten werden wollen und weisse Schränke sowieso zu langweilig sind. Romina sieht das Leben als wunderschönes Chaos, mit all seinen Höhen und Tiefen und doch in seiner Gesamtheit wunderschön. Um ihre Neugierde zu stillen, bereist sie die ganze Welt, sofern es ihr Budget erlaubt. Ihre unerschöpfliche Inspirationsquelle ist die Erde, mit all ihren interessanten Menschen und den Wundern der Natur.

1 Kommentar

  1. Bea & Andi Hoffmann
    Fr, 20. November 2020 / 22:56 Uhr

    Toll, dass wir durch unsere Nichte aus Australien Basel jetzt noch besser und von anderen Seiten kennenlernen. Danngge viilool Muguette! Bea & Andi

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