Mit dem Zug in die Ferien – Tipps zur klimafreundlichen Reisealternative

Ferien gleich Fliegen? Muss nicht sein, denn der Zug ist eine super klimafreundliche Alternative. Was du beim Reisen mit dem Zug beachten musst, erfährst du im Artikel.

Beim Stichwort Ferien denken wohl viele auch ans Fliegen. Ich bin da keine Ausnahme und habe den Grossteil meiner Ferienreisen mit dem Flugzeug unternommen. Doch unter anderem durch die Klimastreiks wurde die Kritik am Flugreisen zurecht wieder einmal laut. Denn Fliegen ist ein “Klima-Killer”, das grösste ökologische Verbrechen der Einzelverbraucher. Laut dem WWF ist der Flugverkehr in der Schweiz für gut 18% der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dabei gibt es eine wohl bekannte, klimafreundlichere Alternative: den Zug.

Ein Kilometer im Zug belastet das Klima 30 Mal weniger stark als ein Kilometer im Flugzeug. Aber Reisen mit dem Zug sei ja viel teurer als Reisen mit dem Flugzeug, wird dann bei Diskussionen um die Wahl des richtigen Verkehrsmittels oft eingewendet. Tatsächlich war auch ich dieser Meinung, bis ich durch fairunterwegs.org auf eine Studie der ZHAW aufmerksam wurde. Die Studie verglich die Preise von Bahn- und Flugreisen auf nationalen und internationalen Strecken in Europa, wo die Bahn dank ähnlicher Reisezeit eine realistische Alternative darstellt. Das überraschende Ergebnis: in mehr als 80% der Fälle kommt die Bahn preislich besser weg. Nur auf sehr populären Strecken wie zum Beispiel Paris-London ist demnach Fliegen tatsächlich günstiger.

Neben der Klimafreundlichkeit und dem günstigen Preis spricht auch noch der Komfort für die Reise mit dem Zug. Denn Zugsitze sind um Welten bequemer als die Pendants der (Billig)airlines und bieten zudem eine abwechslungsreichere Aussicht. Es spricht also einiges dafür, die nächste Reise mit dem Zug anzutreten. Im nächsten Abschnitte ein paar Dinge, die du dabei beachten solltest.

Interrail oder Einzeltickets?
Als erstes möchte man vermutlich wissen, wie lange die Reise mit dem Zug dauert und was der Spass kostet. Am besten gerade im Vergleich zum Flugzeug. Die Webseite Rome2Rio tut genau dies. Eine Reise von Basel nach Rom dauert demnach mit dem Zug knapp acht Stunden und kostet zwischen 100 und 175 Franken. Mit dem Flugzeug braucht man dafür gut vier Stunden (das Tool rechnet Transferzeiten mit ein, um eine realistischere Zeitangabe zu bekommen). In die Luft geht es ab 70 Franken. Die Bahn zu nehmen würde sich auf dieser Strecke durchaus lohnen. Nimmt man den Nachtzug, gilt dies erst recht, denn so kann man sich eine Übernachtung sparen.

Sobald man mehr als eine Destination ansteuert, bietet sich ein Interrail Ticket an. Das Grundprinzip von Interrail ist simpel: über einen Zeitraum von z.B. einem Monat hast du X Reisetage zur Verfügung. Ein Reisetag dauert von Mitternacht bis Mitternacht und das Interrail Ticket deckt alle Zugfahrten ab, welche du in diesem Zeitraum unternimmst. Mit diesem Tool von Interrail findest du heraus, welcher Pass für deine Reise am besten ist. Falls wir neben Rom auch noch Mailand und Florenz besuchen wollen, wäre der Italien-Pass mit vier Reisetagen innerhalb eines Monats die richtige Wahl. Dieser kostet für Jugendliche bis und mit 27 Jahren 126 Euro und ist somit laut Rome2Rio deutlich günstiger, als wenn man die Strecken einzeln buchen würde.

Früh buchen lohnt sich
Wie beim Reisen mit dem Flugzeug gilt auch beim Pendant auf den Schienen: Früh buchen lohnt sich. Zu diesem Ergebnis kam auch die oben erwähnte Studie der ZHAW. Um das Datum mit dem günstigsten Preis auszusuchen, will man natürlich die Preise vergleichen. Im Vergleich zu den Buchungsplattformen von Airlines sind die Plattformen der Bahnen jedoch, gelinde gesagt, nicht gerade benutzerfreundlich. Es gestaltet sich deshalb deutlich schwieriger, die günstigste Verbindung zu finden. Hier lohnt es sich, die Spartickets, welche es es nun auch für Reisen nach Deutschland, Frankreich und Italien gibt, auszuchecken. Dazu hier einfach die gewünschte Route eingeben und dann sieht man, ob an dem gewählten Datum ein Sparticket zur Verfügung steht und ob die Reise einen Tag vor- oder nach dem gewünschten Datum eventuell günstiger wäre. Ein super Angebot, welches die SBB noch ausbauen will.

Sitzplätze reservieren?
Beim Kauf eines Einzelbilletes, zum Beispiel von Basel nach Paris, werden einem die Sitzplätze direkt zugewiesen. Wenn man mit einem Interrail-Ticket unterwegs ist empfiehlt es sich, zumindest auf stark befahrenen Strecken einen Sitzplatz zu reservieren. Auf gewissen Strecken darf man auch mit einem Interrail-Pass nur reisen, wenn man eine Sitzplatzreservierung vorweisen kann.

Geniesse die Zeit im Zug
Im Gegensatz zu Flugzeugen haben Züge meist kein Entertainment-System an Bord. Lade dir also vor der Reise Filme und Serien auf dein Handy. Auch ein gutes Buch darf natürlich nicht fehlen. Und da man im Zug nicht wie in einer Sardinendose eingequetscht ist, kann man auch super Spiele spielen. Nach einer Weile im Zug wird sich der Hunger melden. Proviant also nicht vergessen! Zur Not tut’s aber auch das (nicht immer vorhandene) Bordrestaurant.

Dann bleibt nur noch eins: zurücklehnen und die Reise geniessen!

Dominik Meier

Dominik Meier studiert Psychologie und Wirtschaft und das Hauptproblem im Studium prägt auch seine Freizeit: zu viele Interessen, zu wenig Zeit. «Optimieren!», schreit dabei der Ökonom in ihm, worauf der Psychologe entgegnet: «Zielkonflikte lassen sich nun einmal nicht vermeiden.» So gleicht sein Leben manchmal eher einem Jonglierakt als einem rational gelösten Optimierungsproblem. Nicht immer optimal, aber garantiert nie langweilig!

1 Kommentar

  1. Patrick
    Di, 7. Mai 2019 / 19:58 Uhr

    Vielen Dank für den informativen Artikel.
    Ich bereite mich gerade auf eine Zugfahrt auf Hamburg im Herbst vor und bin dabei an den nationalen Buchungssystem auch fast gescheitert. Zum Glück bin ich auf Trainline gestossen welches über mehrere Länder hinweg es erlaubt Tickets zu bestellen inkl. Abzug von GA, BahnCard etc.

    https://www.trainline.de/

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