Ziel unbekannt! Was man beim Reisen ohne Plan beachten sollte…

Einen Flug buchen, losfahren und dann einfach mal schauen, wo es einen hinverschlägt? Seit einigen Jahren reise ich meistens so. Diesen Sommer habe ich in Tadschikistan und Kirgistan verbracht und dabei Land und Leute sehr nah erleben dürfen. Bevor es losging,  war das Einzige, was ich wusste, dass wir in Dushanbe beginnen werden und meine Reisekollegin von Bishkek wieder zurückfliegt – dazwischen lagen einige Wochen Zeit und mehrere hunderte Kilometer schlechte Strassen.

Zeit mitnehmen
Ich nehme mir immer viel Zeit, vor allem wenn der Hin- und Rückflughafen nicht derselbe ist. Eine Grenze geschlossen? Strasse verschüttet? Mit ausreichend Zeit im Reisegepäck bringt mich das nicht aus der Ruhe.

Ein bisschen Planung muss dann doch sein
Mit der Bürokratie ist gerade in Zentralasien (und auch in vielen anderen Ländern) nicht zu spassen. Neben Visum braucht man manchmal auch Sondergenehmigungen für besondere Gebiete (z. B. autonome Provinzen). Oft ist es viel einfacher, diese Dinge zu Hause zu organisieren – nicht nur der Sprache wegen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, mal ein Visum oder Sondergenehmigung zu viel zu beantragen. So hält man sich alle Möglichkeiten offen.

Rucksack packen
Nicht zu viele, aber doch die richtigen Sachen dabei haben, lautet die Devise. Meine All-Time-Favorites, die auf keiner Reise fehlen dürfen:
– Taschenlampe: Die braucht man immer nämlich genau dann, wenn man sie nicht hat.
– Seidenschlafsack: Hält die Bettwanzen ab, ist zudem ein wirkungsvolles Gegenmittel gegen ungewaschene Bettlaken und es ist einfach schön, immer das eigene Bett aus dem Rucksack ziehen zu können.
– Genügend Durchfallmedikamente und Handdesinfektionsmittel: Wenn die WC’s wieder einmal besonders ekelhaft sind oder es kein fliessend Wasser geben sollte – der Retter in der Not.

Woher kommst du ?
Wenn man in abgelegene Gebiete reist, kann es sehr gut mal vorkommen, dass niemand genau weiss, wo unser Land liegt oder wie es hier aussieht. Als ich als einzige Ausländerin weit und breit bei einer Familie im tadschikischen Wakhan gewohnt habe, waren Gespräche auf Grund der Sprachbarriere kaum möglich. Da hatte ich wohl zum ersten Mal Verwendung für die kitschigen Fotos der Schweizer Berge auf meinem Handy. Die Bilder von grünen Alpen und Kühen kamen sehr gut an. Und für den Fall, dass man irgendwo eingeladen wird, ist es auch immer ganz schön, wenn man ein bisschen Schweizer Schoggi im Gepäck hat, die man zum Dessert anbieten kann.

Bargeld
In einigen Ländern, die ich bereist habe, ist es nur in grossen (Haupt-)Städten möglich, einen Geldautomaten zu finden. Ich nehme aus diesem Grund mein ganzes Geld bar mit und trage es IMMER in einem Täschli, enganliegend am Körper, mit mir herum. So komme ich nicht in Verlegenheit, plötzlich ohne Geld dazustehen.

Immer mit der Ruhe
Das für mich Wichtigste auf jeder Reise ist, möglichst schnell zu vergessen, woher ich komme. Ich habe mir abgewöhnt, irgendwelche Dinge zu vergleichen. So kann ich ohne Vorurteile auf Menschen zugehen und bleibe auch im grössten Chaos, bei einer Autopanne nachts, komischem Essen, unfreundlichen Leuten, mühsamen bürokratischen Übungen oder langen Wartezeiten ganz ruhig, weil „das hier halt einfach so ist“.

Letzter Stopp meiner Reise war schliesslich dann auch Bishkek. Für mich ist der entscheidende Vorteil des „planlosen“ Reisens: Ich kann bleiben, wo es mir gefällt und weiterziehen, wenn es mir nicht gefällt. Die richtig guten Tipps bekommt man meistens sowieso nur vor Ort.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Universität Basel auf: