„Meine Tage sehen alle anders aus.“

PhD – what else? Teil 2

Für den zweiten Teil unseres Interviews wechseln wir die Fachrichtung: Raphaela Cueni doktoriert in den Rechtswissenschaften; sie beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit dem grundrechtlichen Schutz der Satire. Was es braucht, um den Alltag „Doktorarbeit“ erfolgreich zu bestreiten, erklärt Raphaela hier.

Was war ausschlaggebend für den Entschluss, eine Dissertation anzugehen?
Schon seit meinen ersten Studienjahren schreibe ich sehr gerne Hausarbeiten und recherchiere unabhängig zu einem bestimmten Thema. Das Doktorat ist darüber hinaus der übliche Weg für jemanden, der – wie ich – eine akademische Karriere anstrebt.

Wie hast du dich für dein Thema entschieden?
Nach meiner Anstellung als Assistentin bei meinem Betreuungsprofessor bin ich mit einigen Ideen für ein Dissertationsthema zu ihm gekommen, darunter die Frage nach dem Schutz von Karikaturen unter der Meinungsfreiheit. Er hat dann vorgeschlagen, dass es sinnvoll wäre, nicht den Schutz von Karikaturen, sondern denjenigen der Satire zu analysieren.

Fühlst du dich noch als Student/-in?
Wahrscheinlich bin ich wohl irgendwo dazwischen – einerseits arbeite ich in Teilzeit auch als Assistentin an der Uni und bin somit aus der Studentenzeit raus, andererseits geniesse ich noch Studentenrabatte und bin durch die universitäre Tätigkeit nicht weit weg von den jetzigen Studierenden..

Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Meine Tage sehen alle anders aus. Zu 50% arbeite ich als Assistentin am Lehrstuhl meines Betreuungsprofessors. Da diese Arbeit über das Jahr sehr unterschiedlich verteilt ist, kann es sein, dass ich in einer Woche überhaupt nicht an meiner Dissertation arbeite, während ich in einer anderen Woche die ganze Zeit für meine Diss zur Verfügung habe. Grundsätzlich schreibe ich für meine Arbeitstage am Abend vorher einen Tagesplan. So ist es mir möglich, meine Tage sinnvoll zu nutzen und die unterschiedlichen Tätigkeiten gut nebeneinander zu erledigen.

Welche Eigenschaften sind für eine Dissertation besonders wichtig – und was denkst du, lernt man während dem Doktorieren vor allem?
Ohne meine Neugier, die Freude am Recherchieren und auch am Schreiben hätte ich ein Doktorat gar nie begonnen. Daneben sind Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit Eigenschaften, die für ein Doktorat nicht nur von Vorteil, sondern eigentlich Voraussetzung sind. Ich weiss nicht, was ich bis zum Ende alles gelernt haben werde, ich denke aber, dass man während der Diss sicherlich selbstständiges Arbeiten, unabhängiges Recherchieren und in vielen Fällen auch das Einwerben von Drittmitteln lernt.

 

Im ersten Teil erklärt Daniel Lüthi, wie er seine Dissertation in den Literaturwissenschaften zu Pratchetts Scheibenwelten angeht.

Auch Interesse an einem Doktorat? Alles Wissenswerte findet ihr auf der Website vom Graduate Center der Universität Basel.

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