Journalismus: Nutzt du nur oder zahlst du schon?

In Zeiten von Fake-News und Leserreporter-Journalismus sollte man sich ein eigenes Bild der Geschehnisse bilden. Viele setzen dabei auf Gratis-Content, weil sie nicht bereit sind, für Journalismus zu zahlen. Aber wieso eigentlich nicht? Schliesslich zahlen wir auch für Musik oder für Filme und Serien.

Folgende Zeitungen und Magazinen bieten Studierendenabos an. Die Liste ist zwar nicht vollständig, gibt aber einen ersten Überblick und vielleicht ist ja etwas Passendes für den einen oder anderen dabei.

Neue Zürcher Zeitung
Die Zürizytig hat traditionell einen guten Ruf. Sie wird zu den Leitmedien im deutschsprachigen Raum gezählt. Besonders stark ist die NZZ in den Bereich Wirtschaft und Ausland, da sie über ein breites Netzwerk an Korrespondenten verfügt. Die Ausrichtung der NZZ ist laut eigenen Angaben «freisinnig-demokratisch». Das NZZ-Studiabo kostet 5 Franken im Monat. Damit erhält man Zugriff auf alle Artikel der nzz.ch sowie auf das gesamte Archiv. Zudem kann man sich den Newsletter fürs Studium und die Karriere abonnieren.

Tages-Anzeiger
Der Tages-Anzeiger ist überregional ausgerichtet,  der Schwerpunkt liegt dabei auf der Stadt sowie Agglomeration Zürich. Im Januar 2017 begann der linksliberale Tagi eine Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Zeitung. Diese umfasst die Auslandberichterstattung und Berichte aus den Sparten Wissen, Kultur, Gesellschaft und Sport. Das Jahresabo Digital Light des Tagis erhalten Studierende für 129.60 Franken. Damit erhält man den uneingeschränkten digitalen Zugriff. Zusätzlich bekommt man die carte blanche und die 12-App. Die carte blanche bietet den Abonnenten Vergünstigungen auf 300 Attraktionen in den Bereichen Sport, Reisen und Kultur. Die 12-App bringt dir zusätzlich zum normalen Angebot die 12 relevantesten Artikel aus den Redaktionen der TX Group.

Basler Zeitung
Die BaZ ist die grösste Zeitung in der Region Basel. Sie erscheint von Montag bis Freitag in zwei Bünden. Während der erste Bund die politischen Ereignisse international und national sowie Wirtschaft, Kultur und die Meinungsseite abdeckt, bezieht sich der zweite Bund auf die regionalen Geschehnisse in Basel, Riehen und Bettingen, welche mit dem Baselland und dem Fricktal ergänzt werden. Im zweiten Bund findet sich ausserdem der Sportteil. Zusätzlich zur Basler Zeitung erhalten Abonnenten der gedruckten Ausgabe jeweils am Samstag das Magazin des Tages-Anzeigers. Auch die BaZ ist mittlerweile Teil der TX Group. Das wirkt sich auch auf die Abogestaltung aus. Das Digital Light Abo bietet den gleichen Umfang und die selben Konditionen wie beim Tagi.

Basellandschaftliche Zeitung
Die BZ ist die zweitgrösste Tageszeitung für die Region Basel. Die BZ fühlt sich nicht einer politischen Richtung verpflichtet. Bei der Berichterstattung ist nicht nur die Region vertreten, sondern auch national und international wichtige Ereignisse in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissen, Wetter und Kultur. Das Studierendenabo der BZ erhält man gegen Vorweisen der Legi für 272 Franken im Jahr.

Republik
Die Republik gibt es nun schon seit fast zwei Jahren. Das Online-Magazin ist komplett werbefrei und leserfinanziert. Die Republik beschäftigt sich vorwiegend mit den Themenbereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wer die Informationen gerne im Kontext eingeordnet hat und gerne etwas längere Texte liest, der ist hier genau richtig. Studierende können die Republik für 140 Franken pro Jahr lesen. Damit erhält man aber nicht nur Lesezugriff, sondern kann auch aktiv mitdiskutieren. Denn gerade der Austausch zwischen Leser und Journalisten liegt der Republik sehr am Herzen. Mit dem Abo unterstützt man also nicht nur das Magazin, sondern auch ein gewagtes Projekt für Qualitätsjournalismus, in dem viel Hoffnung und Herzblut steckt.

Weltwoche
Die staatskritische und wirtschaftsliberale Weltwoche ist eine Wochenzeitung, die unter anderem für zahlreiche Enthüllungen bekannt ist. Die Tendenz der Berichterstattung ist rechtskonservativ und rechtspopulistisch, wobei nicht nur durch die Person des Chefredaktors und Eigentümers Roger Köppel eine Nähe zur SVP deutlich wird. Studierende zahlen bei der Weltwoche 179 Franken pro Jahr und erhalten dafür das digitale Abo.

The Guardian
Über die Website der Studenten-Presse kann man ein Abo beim Guardian abschliessen. Dann wird einem die gedruckte Ausgabe des Guardian Weekly nach Hause geliefert. Dieses kostet 180 Euro pro Jahr. Wer jedoch auf guardian.com geht, dem sticht ein gelbes Fenster am unteren Rand der Seite ins Auge. Dort erklärt der Guardian, dass er einen anderen Weg einschlägt als andere Zeitungen. Der Guardian stellt seine Informationen gratis zur Verfügung im festen Glauben, dass jeder Zugang zu Informationen haben sollte. Der Guardian setzt also auf die Spenden ihrer Leser. Die Position des Guardians ist traditionell linksliberal und steht somit in Kontrast zu den eher konservativen britischen Tageszeitungen. Das Publikum des Guardians sind vor allem Städter, Akademiker, Kulturschaffende und Studierende.

New York Times
Auch die New York Times bietet Studierendenabos an. Die ersten vier Wochen sind dabei gratis. Danach zahlt man pro Monat zwei Euro. Damit erhält man unlimitierten Zugriff auf die Online-Artikel sowie auf das gesamte Archiv. Die New York Times gilt als sehr einflussreich und berichtet überregional, zudem ist sie international bekannt. Sie wird generell linksliberal eingestuft und ist eher demokratisch als republikanisch.

Reportagen
Das Reportagen-Magazin erscheint alle zwei Monate als Printprodukt und digital. Inhalt sind die klassischen journalistischen sowie literarische Reportagen. Die Gestaltung des Reportagen Magazins ist typografisch sehr auffällig, was nicht zuletzt ein wichtiges Kennzeichen ist. Das Magazin fühlt sich fast wie ein Buch an, mit dem DIN A5-Format und dem Leineneinband (folierter Karton). Die Reportagen sind subjektiv gefärbt und lassen den Leser an der Geschichte teilhaben. Dieses Magazin ist für alle, die sich für Geschichten von Menschen und nicht nur für News interessieren. Das Reportagen-Abo für Studierende kostet 85 Franken im Jahr. Damit erhält man jeweils 6 gedruckte Ausgaben und 6 digitale Ausgaben, zudem hat man Zugang zum digitalen Archiv.

 

Bei den meisten Zeitungen und Magazinen kann man ein vergünstigtes Probeabo kaufen. Auf diese Weise erhält man die Möglichkeit, die Lektüre zu begutachten und muss nicht die Katze im Sack kaufen. Eine interessante Website, welche ich für fachspezifische Magazine zum Studentenpreis empfehlen kann, ist die Studenten-Presse. Zudem habt ihr im Uni-Netz die Möglichkeit, auf gewisse Zeitungen gratis zuzugreifen, dafür kann man den Pressreader verwenden. Viel Spass beim Lesen :D

Romina Gilgen

Den Kleiderschrank voller Polaroids, weil Momente festgehalten werden wollen und weisse Schränke sowieso zu langweilig sind. Romina sieht das Leben als wunderschönes Chaos, mit all seinen Höhen und Tiefen und doch in seiner Gesamtheit wunderschön. Um ihre Neugierde zu stillen, bereist sie die ganze Welt, sofern es ihr Budget erlaubt. Ihre unerschöpfliche Inspirationsquelle ist die Erde, mit all ihren interessanten Menschen und den Wundern der Natur.

1 Kommentar

  1. Björn
    Mo, 17. Februar 2020 / 21:23 Uhr

    Bei NZZ, Tagi, BaZ und co. ist für meinen Geschmack zu viel Meinungsjournalismus dabei und teilweise gibt es auch einen Hang zum Boulevard. Sehr gute, ausgeglichene und tiefgründige Reportagen gibt es viele bei SRF – z.B. Echo der Zeit. Podcast wird wohl eh das Medium der Zukunft. Meine Meinung.
    Und für 1 CHF serafe-Gebühr pro Tag und Haushalt (da lohnt sich also eine grosse WG ;-)) kann man nicht viel sagen…

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