Hotel Mama oder Kind-Vater-Mutter-WG? Das Zusammenleben mit den Eltern will gelernt sein

40 Prozent der Schweizer Studierenden wohnen noch zuhause. Die Hauptgründe? Die Studienanfänger werden immer jünger und die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind sehr hoch. Doch wie schafft man es, im Hotel Mama Eigenständigkeit aufzubauen und einen erwachsenen Umgang mit den Eltern zu lernen?

Warum es manchmal sinnvoll ist, nicht von Zuhause auszuziehen.
Das Leben in der Schweiz ist teuer. Studierende, die von Zuhause ausziehen, benötigen folglich deutlich mehr Geld als Studierende, die bei den Eltern wohnen bleiben. Die durchschnittlichen Mietkosten für Studierende liegen in Basel derzeit bei 600 CHF. Dazu kommen noch Ausgaben für Essen und Haushalt, die zuhause meist die Eltern übernehmen. Wer bei den Eltern wohnt, spart also richtig viel Geld.

Der räumliche Faktor spielt natürlich auch eine wichtige Rolle: Liegt die Wunschuni in der Nähe des Heimatortes, spricht wenig dagegen, erst einmal zu pendeln. Neben den eingesparten Kosten bleibt man im vertrauten Umfeld und kann sich gemächlich an die neue Situation gewöhnen. Der Studienbeginn ist aufregend und es warten viele Herausforderungen. Manchmal ist es schön, wenigstens den Stress durch die Umstellung der Wohnsituation zu verhindern.

Was tun, damit das Zusammenleben klappt?

Keine Zweck-WG
Ein schlechtes Verhältnis durch das Wohnen daheim nicht besser. Zweck-WGs funktionieren nicht, auch nicht mit den eigenen Eltern. Auch hier gilt: Redet miteinander! Kommunikation ist das Allerwichtigste, um Streit zu vermeiden. Das Interesse am Leben des anderen und der richtige Umgangston wirken Wunder.

Nicht nur Hotel Mama
Die Klischees über Studierenden-WGs sind altbekannt: Im Kühlschrank herrscht meist gähnende Leere und geputzt wird erst, wenn die Schuhe am Boden kleben bleiben. Auch das Zusammenleben mit den Eltern ist klischeebeladen: Täglich werden warme Mahlzeiten serviert, der Wäscheservice funktioniert tadellos und es ist immer blitzblank geputzt. Klar: das Hotel Mama klingt auf dem ersten Blick sehr bequem, doch klar verteilte Aufgaben helfen, um den Alltag konfliktfrei und verantwortungsvoll zu meistern und um selbstständig zu werden. Irgendwann muss schliesslich jeder ausziehen.

Vertrauen
Wahrscheinlich am allerwichtigsten für ein Gelingen des Zusammenlebens mit den Eltern sind Respekt und Vertrauen. Das Studium ist ein neuer Lebensabschnitt. Damit er sich auch wie einer anfühlt, sind Freiräume wichtig. Diese darf man ruhig einfordern, denn nur mit einem gewissen Grad an Freiheit kann man Selbstständigkeit entwickeln.

Kontakte pflegen und knüpfen
Da viele Studierende zuhause wohnen bleiben, bleiben oft die Freundeskreise aus Schulzeiten auch im Studium bestehen. Das Verweilen in bekannten sozialen Umfeldern gibt uns Sicherheit. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden. Zum Studieren gehört jedoch genauso, aus diesem vertrauten Umfeld herauszutreten und neue Kontakte zu knüpfen– ganz gleich der Wohnsituation.

 

Fazit
Eltern und Studierende müssen gleichermassen lernen, mit der veränderten Lebenssituation umzugehen. In Kinderaugen sind Eltern wie unantastbare Superhelden. Je älter man wird, desto mehr hinterfragt man seine Eltern und lernt, dass Mama und Papa auch Macken und Fehler haben. Trotzdem sollte man der Versuchung widerstehen, seine Eltern zu erziehen und ihnen mit dem Respekt begegnen, dem man sich im Gegenzug auch von ihnen wünscht.

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2 Kommentare

  1. Monika
    Di, 17. Mai 2016 / 13:16 Uhr

    „Dazu kommen noch Ausgaben für Essen und Haushalt, die zuhause meist die Eltern übernehmen. Wer bei den Eltern wohnt, spart also richtig viel Geld.“ Du meinst wohl, die Eltern sparen richtig viel Geld.

  2. LenaM
    So, 29. Mai 2016 / 15:55 Uhr

    Sehe ich auch so. Die Eltern sparen viel Geld, indem sie keine Wohnung für den Sohn/Tochter bezahlen müssen. Nicht jeder hat Property in Zug, das man vermieten kann, um damit eine Studentenwohnung zu finanzieren

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