Den Kaffeebohnen auf der Spur

Kaffee. Für viele Studierende ein elementarer Bestandteil ihres Studiums. Für die einen ist er nur Wachmacher, für die anderen Genussgetränk. Ich habe fünf Kaffeeröstereien in der Region Basel unter die Lupe genommen:

La Columbiana im Gundeli
Ich durfte der La Columbiana Rösterei im Gundeli einen Besuch abstatten. Stefano Filippini, Geschäftsführer der Rösterei, empfängt mich freundlich und zeigt mir den gesamtem Röstprozess. Der Duft von Kaffee strömt mir in die Nase. Sobald das Rösten beginnt, wird der Duft noch intensiver. Ich sitze einige Minuten im Laden und beobachte das rege Treiben.

Die Rösterei röstet sowohl für den Privat- als auch für den Geschäftsbereich. Das Mutter-Sohn-Gespann arbeitet mit viel Liebe und nach traditionellem Handwerk. Während Mama Doris Röstmeisterin ist, kümmert sich Stefano um die Gäste. Ein Probierset (Mild, Medium und Espresso) kann man bereits für 26 Franken erwerben und hat dabei 750g Bohnen. Wer den Kaffee am liebsten vor Ort testen möchte, dem kann ich die gemütliche Kaffeebar empfehlen. Dazu gibt es selbstgemachte Backwaren, wie zum Beispiel die beliebten Schinkengipfeli.

Besonders ist die Rösterei La Columbiana aus verschiedenen Gründen. Einerseits ist es die Vielfalt ihrer Kaffees, andererseits ist es ihre Offenheit und Transparenz. Das Spektrum reicht von klassischen italienischen Espressi über fruchtige Filterkaffees bis hin zu Speciality Coffees. Die Kaffees sind offen und werden nicht schon vorher verpackt.

Haenowitz & Page im Klybeck
Haenowitz & Page wurde vor acht Jahren mit dem Ziel ins Leben gerufen, Kaffeegenuss mit «maximaler Nachhaltigkeit» anzubieten. Dabei soll nicht nur der Anbau, sondern auch die soziale Nachhaltigkeit gewährleistet sein. Das bedeutet, Haenowitz & Page bezahlt den Bauern sowie den Pflückern einen fairen Lohn und auch der persönliche Kontakt zu den Bauern wird gepflegt. Den fruchtig äthiopischen Kaffee erhält man für 22 Franken (500g).

Kaffeemacher aus Münchenstein
Die Kaffeemacher betreiben eine Kaffeefarm in Santa Rita (Nicaragua) und eine Rösterei in Münchenstein sowie das Kaffee Frühling und das Kaffeemacher Café im Bahnhof. Die Kaffeemacher sind über die gesamte Kette des Kaffees präsent und üben ihre Leidenschaft für Kaffee aus.

Wenn sich jemand auskennt, dann die Kaffeemacher. Sie geben ihr Wissen auch in Kursen weiter, welche als Netzwerk- aber auch als Weiterbildungsplattform dienen. Für 12 Franken bekommt man den Zotomayor Filterkaffee. Er ist sowohl süss als auch sauer, dabei schmeckt er leicht nach gebrannten Mandeln und Milchschokolade.

Moccaraba im Kleinbasel
Die Moccaraba AG existiert bereits seit über 70 Jahren. Die Röstmaschine Marie ist die längste Mitarbeiterin, sie ist 100 Jahre alt. Seit 1962 gehört die Rösterei René Candoni, welcher mir telefonisch Auskunft gegeben hat. Geröstet wird in der Moccaraba langsam und nicht mit neuzeitlichen technischen Hilfsmitteln. Auf diese Weise kann man «mehr aus dem Kaffee rausholen». Die Bohnen gehen so nämlich langsamer auf. Speziell am Kaffee von Moccaraba ist auch, dass der Kaffee nie länger als zwei Tage liegt, so ist er immer frisch. Im Gegensatz zu anderen Röstereien verwendet die Moccaraba Rösterei nur Arabica-Bohnen.

Das Bertschi-Café in Birsfelden
Der Kaffee der Bertschi Rösterei zeichnet sich durch fair gehandelten sowie biologisch angebauten Kaffee aus. Tradition wird im Bertschi-Café sehr ernst genommen, dennoch sind sie der Meinung, dass auch die Flexibilität gewahrt werden muss.

Die Rösterei Bertschi befindet sich in Birsfelden.  Die Rohkaffes werden direkt bei kleinbäuerlichen Produzentengemeinschaften bezogen. Auf diese Weise entsteht eine Nähe zwischen den Handelspartnern. Zudem sind die Kleinbauern alle Bio- und Fairtrade zertifiziert. Den Demeter.Kaffee kann man für 5 Franken kaufen (250g). Dieser eignet sich hervorragend für Café Crème, Espresso und Latte Machiatto. Er ist mild-süsslich mit leicht blumigen Noten.


Auf meiner Kaffeebohnen-Expedition habe ich viel über Kaffee gelernt. Falls ihr euren Kaffee also auch einmal direkt von einer Rösterei beziehen wollt, so kann ich euch die oben Erwähnten wärmstens empfehlen.

Romina Gilgen

Den Kleiderschrank voller Polaroids, weil Momente festgehalten werden wollen und weisse Schränke sowieso zu langweilig sind. Romina sieht das Leben als wunderschönes Chaos, mit all seinen Höhen und Tiefen und doch in seiner Gesamtheit wunderschön. Um ihre Neugierde zu stillen, bereist sie die ganze Welt, sofern es ihr Budget erlaubt. Ihre unerschöpfliche Inspirationsquelle ist die Erde, mit all ihren interessanten Menschen und den Wundern der Natur.

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