Das Traineeprogramm – der perfekte Berufseinstieg?

Traineeprogramme erfreuen sich bei Studienabsolventinnen und -absolventen grosser Beliebtheit. Doch was bieten Traineeprogramme eigentlich und worin unterscheiden sie sich vom Praktikum?

Vor knapp einem Jahr hat ein Freund von mir ein Traineeprogramm begonnen. In seinem Fall dauert das Programm ein Jahr. Neun Monate wird er dabei an drei verschiedenen Standorten im Ausland absolvieren.

Natürlich habe ich mich sehr für ihn gefreut, als ich erfuhr, dass er die Traineestelle bekam. Schliesslich wusste ich aus meinem Umfeld, dass Traineeprogramme sehr beliebt und die Erfolgschancen einer Bewerbung deshalb oft entsprechend klein sind.

Auf Wikipedia wird Trainee wie folgt definiert:

Ein Trainee ist ein Hochschulabsolvent, der in einer Organisation systematisch als vielfältig einsetzbare Nachwuchskraft aufgebaut wird, üblicherweise durch ein Traineeprogramm mit aufeinander abgestimmten Einsätzen in verschiedenen Abteilungen, Seminaren und Netzwerkveranstaltungen.

Eine Zeile weiter steht noch, dass Trainees oft Kandidaten für zukünftige Führungskräfte sind. Deshalb sind diese Programme wohl auch so beliebt. Während eines Traineeprogrammes wird man systematisch auf seine Aufgabe als (potenzielle) zukünftige Führungskraft vorbereitet.

Dabei lernt man das Unternehmen oft von mehreren Seiten kennen. Man durchläuft also Einsätze in verschiedenen Abteilungen und zum Teil auch verschiedenen Ländern, um einen ganzheitlichen Blick auf die Firma zu bekommen. Oft werden auch Seminare angeboten, an denen zum Beispiel «Soft Skills» trainiert werden. Unternehmen investieren also viel in Trainees, weshalb nach beendetem Traineeprogramm oft eine Festanstellung winkt. Bei Praktika ist dies hingegen nicht üblich.

Ein Traineeprogramm ist gewissermassen eine Ausbildung nach dem Studium. Dies bestätigt Markus Diem, Leiter der Studienberatung der Universität Basel. «Während eines Studiums lernt man das Hintergrundwissen, in einem Traineeprogramm wird man in das operative Geschäft eingeführt», so Diem. Die Frage, ob ein Praktikum, ein Traineeprogramm oder doch eine Junior-Stelle besser sei, könne man so pauschal nicht beantworten. Zudem würde es an der entscheidenden Frage vorbeizielen. Viel wichtiger als die Art des Einstieges ist die Branche, in welcher man Fuss fasst. «Fünf Jahre nach dem Studienabschluss sind 85% der Personen noch in derselben Branche tätig. Man muss sich also vielmehr fragen, auf welche Branche man sich einlassen will. Pharma, Industrie, Finanzdienstleistung etc.», vermerkt Diem.

Wer bietet Trainees an?
Vor allem grössere Firmen bieten Traineeprogramme an. Entsprechend gibt es deutlich weniger Traineeprogramme als Praktikumsplätze. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels werden auf talendo.ch acht Mal mehr Praktika- als Traineestellen gelistet. Auf traineeprogramme.ch findet man eine Liste von Firmen, die Traineeprogramme anbieten (Achtung, die Liste ist nicht vollständig!). Für mehr Informationen wird man jeweils direkt auf die relevante Firmenseite weitergeleitet. Auch die gängigen Plattformen wie Talendo und Co. eignen sich für die Suche.

Dominik Meier

Dominik Meier studiert Psychologie und Wirtschaft und das Hauptproblem im Studium prägt auch seine Freizeit: zu viele Interessen, zu wenig Zeit. «Optimieren!», schreit dabei der Ökonom in ihm, worauf der Psychologe entgegnet: «Zielkonflikte lassen sich nun einmal nicht vermeiden.» So gleicht sein Leben manchmal eher einem Jonglierakt als einem rational gelösten Optimierungsproblem. Nicht immer optimal, aber garantiert nie langweilig!

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