CHRIEG

Bild: Hugofilm

Heute kommt CHRIEG in die Kinos, der Film mit dem Titel, den man einfach nicht ignorieren kann. Das schweizerdeutsche Wort für Krieg sieht man ja selten in geschriebener Form. So ein schlimmes Wort in so einer freundlichen Sprache, was ist denn da los? Und dann wird CHRIEG auch noch mit Grossbuchstaben geschrieben, so als klänge der Titel nicht sowieso schon bedrohlich genug.

Das ist typisch für den Film: Kleine Details mit drastischer Wirkung. Regisseur und Drehbuchautor Simon Jaquemet setzt solche Stilmittel geschickt ein. Zum Beispiel die Frisuren der Figuren: Erst blaue Haare, dann kahle Köpfe. Oder Techno und Schwarzlicht in der alpinen Berghütte. Das fühlt sich alles sehr glaubhaft kaputt an.

Vermutlich hat man deswegen das Gefühl, dass es in der Geschichte nicht bloss um wohlstandsverwahrloste Jugendliche geht, die jetzt halt randalieren, sondern um mehr, vielleicht um Menschen, die unbedingt glücklich sein wollen, egal wie hoch der Preis ist. Damit kann man sich doch identifizieren.

Das heisst jetzt aber nicht, dass der Film philosophisch wäre, oder poetisch, mit kleinen Weisheiten versteckt zwischen den Gewaltexzessen. Dazu sind die Figuren auch viel zu unsympathisch. Das heisst, Simon Jaquemet hat sicher recht, wenn er findet, dass die Kategorien sympathisch/unsympathisch sehr individuell und subjektiv sind. Womöglich empfinden manche Zuschauerinnen und Zuschauer Matteo und Co. als angenehme Zeitgenossen.

Jaquemet selber jedenfalls denkt nicht in solchen Kategorien, empfindet aber Mitgefühl mit seinen Figuren, leidet mit ihnen mit und hat sie schlussendlich auch gern, „weil sie eben, wie wir selber auch, oft die falschen Entscheidungen treffen und trotz aller äusserlichen Härte schwach und menschlich sind.“

Der Regisseur hat spannende Antworten parat, am 7. April kann man ihn im Safe des Unternehmens Mitte treffen. Projektor zeigt den Film um 20 Uhr, im Anschluss beantwortet Simon Jaquemet Fragen (VVK im dinx-Shop; Eintritt 5 Franken).  Wer nicht warten kann: Ab heute ist der Film auch in Basel im kult.kino camera zu sehen.

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