Zur Breite des Jus-Studiums

Jus hat bei manchen Kommilitonen den etwas unsympathischen Ruf, ein Fach für diejenigen zu sein, die einfach nicht wissen, was sie studieren sollen. Vielleicht wissen sie aber nur noch nicht, was sie werden wollen. Ein Jus-Studium ermöglicht nämlich viele berufliche Optionen.

Für die meisten lautet die Zauberformel: Jus studieren, Wirtschafts- oder Zivilanwalt werden und damit viel Geld für die spätere Familie verdienen. Ein Studium der Rechtswissenschaften kann jedoch noch viel mehr berufliche, intellektuelle und menschliche Herausforderungen bieten.

«Privilegien ziehen Verantwortung mit »
Vielleicht hat sich beispielsweise der eine oder andere schon mal daran gestört, dass staatliche Körperschaften oder gewisse Firmen in weiten Teilen der Welt menschen- bzw. völkerrechtswidrig nötigen, einsperren, foltern und töten. Klar sind solche Missstände weitgehend den faktischen Machtverhältnissen untergeordnet. Als einzelner Menschenrechts- oder internationaler Strafrechtsanwalt wird man wenige Weltprobleme lösen können, ausser man heisst Batman. Wer sich aber (auf rechtlicher Ebene) für Menschenrechte einsetzt, hilft der Welt eher eine bessere Richtung einzuschlagen, als wer gar nichts macht. Dazu hat Greis ein gutes Lied geschrieben. Gleichgesinnte trifft man übrigens bei den Amnesty International Students Basel.

Recht als Philosophie
Doch genug der Selbstgerechtigkeit. Es gibt viele weitere spannende juristische Felder. Diese lassen sich nicht umfassend nennen, da sie teilweise erst mit neuen gesellschaftlichen Entwicklungen entstehen. Was die Juristen sicherlich bald beschäftigen wird, sind beispielsweise die rechtliche Fragen um Kryptowährungen wie dem Bitcoin und Copyright in Zeiten des 3D-Druckers sowie der Open Source Projekte. Auch wenn es eine gewisse Dogmatik befolgt, ist Recht durchaus sehr philosophisch. Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass es in fast jedem Lebensbereich (ausser vielleicht der Gefühlswelt) rechtliche Auseinandersetzungen gibt, die nur darauf warten, akademisch vertieft zu werden. Für politisch Interessierte sind die Rechtswissenschaften unverzichtbar, da Politiker letztlich die Rechtslage ihrer Gesellschaft verändern (oder auch konservieren) wollen.

Verrechtlichte Schweiz
Auch wer Jus aus der philosophisch-historischen Fakultät nur ausserfakultär studiert, erhöht seine Berufsmöglichkeiten erheblich. Dies gilt gerade für Studierende der Sozialwissenschaften, die für staatliche Institutionen arbeiten möchten. Für einen Beruf in der Verwaltung ist ein Abschluss der Rechtswissenschaften immer ein Vorteil. Zusätzlich ist die Schweiz als Gesellschaft dermassen verrechtlicht, dass juristisches Wissen auch im Privatleben sehr schnell ein sehr grosser Vorteil werden kann. Das Recht ist kein rein akademisches Konstrukt, sondern schlägt sich eben in den meisten Bereichen unseres Zusammenlebens nieder.

 

Mehr zum Bachelor in Rechtswissenschaften an der Universität Basel findet ihr hier.

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