Tipps und Tricks für das Zusammenziehen mit Freunden

Julia Planzer hat es gewagt. Die Medienwissenschaftsstudentin ist mit einer guten Freundin zusammengezogen. Kann das klappen? Ja, erklärt Julia in ihrem Gastbeitrag – wenn man einige Tipps berücksichtigt: 

Nur einmal in der Woche das Geschirr abwaschen? Das funktioniert für mich nicht wirklich und so liess ich meinen Frust über die völlig unterschiedlichen Sauberkeitsvorstellungen in meiner ersten WG bei einer guten Freundin aus, die ich vom Studium kenne. Dabei merkten wir, dass wir beide sehr ähnliche Vorstellungen vom Putzen und vom Zusammenwohnen im Allgemeinen haben.

Es stellte sich dann heraus, dass es in unseren WGs etwa zur gleichen Zeit Veränderungen geben wird – und so beschlossen wir, einfach zusammen eine neue WG zu gründen. Zuvor überlegten wir uns aber auch, was alles schieflaufen könnte. Was ist, wenn wir uns nach einem Monat schon so auf den Wecker gehen, dass wir es nicht mehr aushalten? Wenn eine von uns gar nichts macht, und die andere alles? Wenn wir merken, dass unsere Wohnstile gar nicht zusammenpassen? Wenn dadurch unsere Freundschaft kaputtgeht? Damit dies nicht geschehen sollte, haben wir vor dem Zusammenziehen einige Dinge besprochen.

Das Wichtigste im Vorhinein: Hat man ähnliche Sauberkeitsvorstellungen? Gemeinsamkeiten sind aber nicht nur beim Putzen wichtig! Klärt allgemein, wie das Zusammenwohnen für euch aussehen soll. Wie viel Lärm ist okay und wie lange? Ist es für beide in Ordnung, wenn man jeden Abend Freunde einlädt und jede Woche eine Party schmeisst? Oder will es jemand lieber gemütlich? Wollt ihr abends zusammen kochen und die Zeit zusammen verbringen? Wie viel Zeit braucht jede/r für sich selbst? Klärt diese Dinge unbedingt schon, bevor eure Pläne konkreter werden und ihr eine Wohnung sucht. Auch wenn ihr euch schon seit Jahren kennt – je mehr ihr über den Anderen wisst, desto besser.

Freundschaft bewahren
Dieser Punkt bezieht sich natürlich nicht nur auf „Freunde-WGs“ – ob ihr die Leute nun kennt oder nicht, gemeinsame Ansichten zum Zusammenleben sind natürlich wichtig. Auf was ihr speziell achten solltet, wenn ihr mit einer Freundin/einem Freund zusammenzieht, ist, dass ihr eure Freundschaft nicht vernachlässigt. Es kann schnell passieren, dass ihr aneinander vorbeilebt – die Mitbewohnerin ist im Training während ich esse, sie kommt heim, wenn ich eins trinken gehe. Und wenn dann mal beide gemeinsam zuhause sind, ist es sehr verlockend, sich einfach vor den Fernseher zu platzieren und gar nicht mehr wirklich etwas zusammen zu unternehmen – wieso rausgehen, wenn ja sowieso beide hier wohnen?

Meine Mitbewohnerin und ich versuchen daher, ab und zu auch etwas ausserhalb der Wohnung zu unternehmen, sei es ein Mittagessen im Mr. Wong oder ein gemeinsames Training beim Unisport. Es lohnt sich deshalb, die gemeinsame WG-Zeit etwas zu planen und den Termin dann „fix“ abzumachen – das mag ziemlich spiessig und langweilig klingen, doch meiner Erfahrung nach ist es schwieriger als gedacht, spontan zur gleichen Zeit nichts los zu haben.

Ein grundlegender Tipp, den euch wohl auch eine Paarberatung geben würde, der aber für das Zusammenwohnen wirklich wichtig ist: Sprecht miteinander! Im Alltag werdet ihr euch wahrscheinlich oft über die Gewohnheiten eurer Mitbewohner/in nerven, sei es nun die dreckige Wäsche des Mitbewohners, die er überall in der Wohnung zerstreut, oder dass die Mitbewohnerin immer bis abends spät laute Musik hört. Versucht dabei, euch nicht hineinzusteigern. Sonst seid ihr irgendwann am Punkt angelangt, an dem ihr euch gar nicht mehr über die ursprüngliche Sache aufregt, sondern euch einfach ALLES an der Mitbewohnerin/am Mitbewohner nervt. Also: Wenn ihr euch täglich die Haare rauft wegen der lauten Musik oder der Dreckwäsche, dann sprecht es an und redet zusammen darüber. Vielleicht plant ihr einmal im Monat ein gemeinsames WG-Znacht, bei dem ihr über euer Zusammenleben diskutiert?

Miteinander zu reden ist – wie so oft – der Schlüssel zum Erfolg und hilft, trotz Zusammenwohnen eine gute Freundschaft zu pflegen und sich nicht zu verlieren. Ich wünsche euch viel Glück bei der Wohnungssuche und viel Spass bei der Einweihungsparty!

1 Kommentar

  1. Nana
    So, 18. März 2018 / 16:35 Uhr

    Ist es denn für die Nachbarn ok, wenn ihr jede Woche eine Party schmeisst?

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.