Mehr als nur Stühle – Das Vitra Design Museum

© Vitra Design Museum, Foto: Bettina Matthiessen

Es hat mich mal wieder in ein Museum verschlagen. Diesmal zog es mich bis kurz hinter die Grenze nach Weil am Rhein, denn das Ziel hiess Vitra Design Museum. Nachdem ich schon öfters daran vorbeigefahren war, wollte ich mir das Ganze mal genauer anschauen. Denn bis vor Kurzem verband ich den Namen Vitra vor allem mit Stühlen.

Vereinte Weltarchitektur
Das Vitra Design Museum ist kein Museum in klassischer Hinsicht. Es gibt auch nicht ein Gebäude, durch das man läuft, um sich die Ausstellungsanstücke anzuschauen. Auf dem Gelände, genannt VitraCampus, stehen mehrere Gebäude, kreiert von weltbekannten Architekten wie Zaha Hadid, Frank Gehry und Tadao Ando. Die Namen sagen dir jetzt nichts? Macht nichts! Auch für Architekturlaien ist offensichtlich, dass keine 0815-Gebäude vor einem stehen. Hinter jedem Gebäude steht ein eigenwilliges Designkonzept. Und wer mehr darüber wissen will, kann an einer Architekturführung über das Gelände teilnehmen, während der man auch die Fabrikationsgebäude des Schweizer Unternehmens Vitra besichtigt. Aber auch ohne Führung gibt es genug zu sehen. Vom erst 2014 eröffneten Rutschturm kann man sich nicht nur das ganze Gelände in Vogelperspektive ansehen, sondern hat auch einen schönen Blick auf Basel und die ganze Region.

Shoppen mit Niveau
Im VitraHaus kann man sowohl die alten als auch die neuen Produkte von Vitra bestaunen. Ein bisschen fühlt man sich dabei wie bei IKEA. Wobei mir die Vitra-Leitung für diesen Vergleich wahrscheinlich Hausverbot erteilen würde. Denn man probiert zwar auch verschiedene Sofas aus, aber das Ambiente ist doch etwas anders. Ganz zu schweigen von den Preisen. Ich war mir während meinem Gang durch die Zimmer mit Designermöbeln stets sicher, dass ich mir nichts davon kaufen würde, auch wenn das VitraHaus gleichzeitig Einkaufsmöglichkeit ist. Den billigsten Stuhl gibt es immerhin ab 199€. Da muss ich den Punkt dann doch an IKEA vergeben. Aber darum geht es auch gar nicht im VitraHaus. Die meisten Möbel sind sehr schick und oft sehr extravagant. Es geht um Innovation und Designgeschichte. Und wieso nebenbei nicht mal die Sitzqualität exklusiver Designersessel testen?

Making Africa
Wer genug von Möbeln und Architektur hat, dem steht noch das eigentliche Vitra Design Museum zur Verfügung, in dem immer andere Ausstellungen gezeigt werden. Noch bis September diesen Jahres steht alles unter dem Motto „Making Africa“. Aus Zeitmangel konnte ich leider nicht in diese eigentliche Ausstellung gehen, auch wenn es von aussen sehr spannend aussah. Einen kleinen Vorgeschmack findet ihr hier:

Ausstellungsansicht Raum 1, Prolog | Foto: © Vitra Design Museum, Mark Niedermann

Ausstellungsansicht Raum 1, Prolog | Foto: © Vitra Design Museum, Mark Niedermann

Ausstellungsansicht Raum 3, Space and Object | Foto: © Vitra Design Museum, Mark Niedermann

Ausstellungsansicht Raum 3, Space and Object | Foto: © Vitra Design Museum, Mark Niedermann

Ausstellungsansicht Raum 4, Origin and Future | Foto: © Vitra Design Museum, Mark Niedermann

Ausstellungsansicht Raum 4, Origin and Future | Foto: © Vitra Design Museum, Mark Niedermann

Bei „Making Africa“ geht es darum, wie Design den ökonomischen und politischen Wandel auf dem Kontinent begleitet. Einen kleinen Einblick in diese Thematik erhielt man in der Gallery, wo es zur Zeit um die „Architektur der Unabhängigkeit“ geht. Es wird der Gestaltungsprozess von über 80 Bauten in fünf afrikanischen Ländern dargestellt.

Alles in allem ist dieses Museum ein Erlebnis der anderen Art, für das es sich lohnt, mal über die Grenze zu schauen. Der Vitra Campus ist von Basel mit dem Bus 55 oder dem Tram 8 zu erreichen. Der gesamte Campus, inklusive VitraHaus, Rutschturm und Gallery kann umsonst besichtigt werden. Für die diversen Ausstellungen muss man Eintritt bezahlen. Die Preise findet ihr auf der Website. Und ein kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Plant genügend Zeit ein, es gibt viel zu entdecken, und sicher nicht nur Stühle!

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