Die Basler Papiermühle: Ein Museum zum Mitmachen

Basler Papiermühle, Copyright Daniel Schvarcz

Studierende haben tagein, tagaus mit Papier und Schrift zu tun. Doch wer macht sich schon Gedanken darüber, was dahinter steckt? Nachdem ich das Museum von vielen Leuten empfohlen bekam, hat es mich vor kurzem in die Basler Papiermühle verschlagen. Und wer bei Museen an „rumgehen und gucken“ denkt, war wohl noch nicht dort. Denn es gibt nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel anzufassen.

Das Museum liegt im St.-Alban-Quartier, welches im 16. und 17. Jahrhundert zum bedeutendsten Papierproduzenten der Schweiz wurde. Das Papiermuseum befindet sich seit 1980 in dem mittelalterlichen Gebäude einer Papiermühle. Dort wurde fast 450 Jahre lang Papier hergestellt, zuletzt im Jahr 1924. Diese lange Geschichte kann man in originaler Kulisse (wieder)erleben und dabei gleich selbst mit anpacken.

Es geht nicht nur um Papier
In der ersten Etage dreht sich alles um die Geschichte des Papiers. Gab es das erste Papier wirklich in Ägypten, wie sah früher eigentlich Klopapier aus und wie wurde Papier überhaupt hergestellt? Ich darf die riesigen, mit einem Wasserrad betriebenen Stampfer begutachten, die das verwendete Material zerkleinern. Danach schöpfe ich mein eigenes Papier, in welches zuletzt noch ein Baslerstab eingeprägt wird.

Weiter geht es in die zweite Etage: Dort steht die Schrift im Mittelpunkt. Ich erfahre, welche verschiedenen Schriften es auf der Welt gibt. Weit mehr, als ich gedacht habe! Für mich ausserdem beeindruckend: Unser heutiges A entstand aus der Zeichnung eines Ochsenkopfs. Schliesslich darf ich noch meinen Namen mit Federkielen schreiben, ganz wie früher. Verschlossen wird das kleine Briefchen stilecht mit Wachssiegel.

In der dritten Etage heisst das Thema „Druck“. Dort gibt es vor allem viele Maschinen zu bestaunen. Nachdem Gutenberg den Buchdruck erfunden hatte, entwickelten sich die Methoden rasch weiter. Es gibt also einiges zu sehen bis hin zur neuesten Schreibmaschine. Man kann zuschauen wie Lettern aus einer Bleimischung hergestellt werden und kann sich dann daran machen, seinen eigenen Namen zu setzen und zu drucken. Natürlich spiegelverkehrt!

Ganz oben gibt es noch ein Abteil über das Buch. Dort befindet sich auch eine kleine Werkstatt, wo Museumsmitarbeiter Bücher binden. Diese wurden entweder in Auftrag gegeben oder können dann im Museumsladen gekauft werden, wo es noch viele andere schöne handgemachte Papierprodukte zu bewundern gibt.

Auf aktuelle Angebote achten
Lohnenswert ist, es, die aktuellen Aktionen wie Origami-Falten oder Vorführungen in chinesischer Kalligraphie im Blick zu behalten. Manchmal finden auch Konzerte statt. Als ich da war, hatte ich das Glück, Papier marmorieren zu dürfen. So ging ich dann nicht nur mit sehr viel mehr Wissen über Papier und alles was dazugehört aus dem Haus, sondern auch mit selbstgeschöpftem Papier und buntem, marmoriertem Papier. Ein Ausflug, der sich gelohnt hat.

Für Studenten kostet der Eintritt 13 CHF. Der Colour Key wird leider nicht akzeptiert. Genaueres über Anreise und Öffnungszeiten findet ihr hier.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Universität Basel auf: