In Korea Englisch unterrichten

Die sommerliche Korea-Trilogie, Teil II

Wer nach der Lektüre des Beitrags über Seoul (oder auch einfach so) beschlossen hat, seinen Lebensmittelpunt zumindest temporär nach Südkorea zu verlagern, tut dies am einfachsten als Lehrperson für Englisch in einem Kindergarten, einer öffentlichen Schule, einem Abendkurs oder einer Universität. Die Amerikanerin Jaini erzählte mir, wie das am besten klappt.

Als ich Jaini kennenlerne, ist sie gerade auf dem Sprung nach Tokyo. Dort geht sie ihrer Leidenschaft für Naruto nach, sie ist nämlich ein ein Otaku. Was mich jedoch viel mehr interessiert, ist ihr Beruf. Jaini ist (ebenso wie gefühlt die Hälfte der westlichen Ausländer in Korea) Englischlehrerin. Bevor sie sich zum Flug begibt, reicht die Zeit gerade noch, um mir ihre Geschichte zu erzählen.

«Ich habe überhaupt keinen Antrieb, heim nach Amerika zu gehen. Ich habe ein ziemlich gutes Leben hier», erzählt Jaini, «Die meisten Koreaner sind auch noch sehr freundlich, zumindest so wie ich sie erlebt habe. Man greift mir zwar ab und zu in die Haare und Schlangestehen scheint hier ein fremdes Konzept zu sein, aber daran habe ich mich inzwischen gewöhnt.»

Mit einer stabilen Lebensgrundlage im Zentrum des Geschehens
Die hohe Mobilität innerhalb Asiens ist eines der Dinge, die sie am meisten an Südkorea schätzt. Dies und darüber hinaus das schnelle Internet, die vielen Gratis-Beilagen zu jedem Essen und dass ihre Englischakademie neben dem Lohn noch ihre Miete, die Hälfte ihrer Krankenversicherung und sogar die Kosten des Hin- und Rückflugs zahlt. Dabei hatte sie noch vor fünf Jahren keine Ahnung über ihre Wahlheimat. Die Unlust weiter bei ihrer Mutter in Amerika zu wohnen sowie die grosse Nachfrage nach Englischlehrern in Korea waren die treibenden Kräfte, die zu ihrem Schritt ins Ungewisse führten. Und schlussendlich auch zu ihrem Glück.

«Wir sind eine Art Community. Es gibt auch Facebook-Gruppen in denen man rechtliche Fragen stellen oder Hilfe bei der Jobsuche kriegen kann», beschreibt Jaini den Zusammenhalt der Englischlehrer in Korea, «Meistens freundet man sich mit den Mitarbeitern an. Es hängt also sehr von deinem Standort ab.»

Umso wichtiger erscheint der Zusammenhalt der Expats, nachdem mir Jaini von möglichen rechtlichen Bredouillen erzählt: «Nimm deinen Vertrag wirklich gut unter die Lupe, wenn du dich für eine Schule entscheidest. Man kann der Schule auch Fragen dazu stellen», erzählt Jaini als letzte Ermahnung, bevor sie sich auf dem Weg zum Flughafen begibt, «Besonders in kleineren Schulen lassen sie sich auf Anpassungen ein. Gerade wegen dem Flug sollte man auf den Vertrag achten. Ich habe schon manche Horrorgeschichten gehört, dass die Schule probiert, die Leute zur Kündigung zu bringen, weil sie die gesetzliche Abfindung von einem Monatslohn nicht zahlen wollten.» Davon solle ich mich aber auf keinen Fall abschrecken lassen, fügt sie noch hinzu.

Nächste Woche lesen wir im letzten Teil der sommerlichen Korea-Trilogie die Perspektive einer koranischen Germanistikstudentin. Wer bis dahin selbst Englisch in Korea unterrichten möchte, macht sich am besten auf den folgenden Seiten kundig:

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1 Kommentar

  1. Sebastian
    Do, 28. April 2016 / 02:12 Uhr

    Die beste Chance um einen Job zu bekommen ist sicherlich, wenn man als Englischlehrer/in arbeiten kann. Da gibt es genügend Möglichkeiten. Alternativ findet man allerdings ehr schwer Arbeit. Für alle die mal nach Korea kommen wollen empfehle Ich http://koreanischlernen.net wo du alles über das Land und die Sprache lernst.

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