Geocaching – Eine weltweite Schatzjagd

Stell dir vor, jemand legt für dich überall auf der Welt kleine Verstecke an mit verschieden grossen Schätzen. Um einen solchen Schatz zu finden, musst du mal klettern, mal tauchen oder auch mal wandern. Eines musst du aber in jedem Fall: fleissig suchen. Willkommen beim Geocaching. Ich habe mich für euch probeweise auf die Suche nach Basler Geocaches begeben. Was ich gefunden habe, lest ihr hier:

Egal, wo auf der Welt du bist, es gibt sie wirklich absolut überall: Kleine versteckte Geocache-Boxen. Wo sich diese befinden, ist ganz einfach im Web oder auf der App ersichtlich, mit einigen Einschränkungen, sie sich durch ein Premiumabo aufheben lassen. Mit der Gratisversion kommt man aber schon mal recht weit und an viele Geocaches ran.

Grösse, Gelände, Schwierigkeit
Hast du dir einen ausgesucht, solltest du unbedingt noch die Angaben zur Schwierigkeit, zum Gelände und zur Grösse checken. Von kleinen Filmdöschen bis hin zu ganzen Garagen kann dir nämlich alles begegnen. Oftmals sind sie auch als kleine Rätsel verpackt, die es zuerst zu lösen gilt, bevor man die Kiste öffnen kann (das schlägt sich dann auf die Schwierigkeitsangabe nieder). Auch die Geländeangabe ist nicht zu vernachlässigen. Einige Caches kannst du gemütlich beim Spazierengehen suchen, für andere brauchst du eine gute Ausrüstung und Erfahrung. Wie gesagt, es gibt sogar Caches in Wracks, zu denen man tauchen muss.

Die wichtigsten Tools: GPS und deine Spürnase
Du suchst dir also auf der Karte einen kleinen Schatz, auch «Cache», genannt, heraus uns begibst dich dann auf die Suche. Die Koordinaten des Caches sind auf der individuellen Seite des Caches ersichtlich, am besten hast du also ein GPS-Gerät bei der Suche mit dabei, oftmals reicht aber auch schon das Geocache- oder ein GPS-App auf dem Handy. Ich habe für meine Suche die App «GPS Status» verwendet, und sie reichte völlig aus.

Hast du nämlich erst einmal den ungefähren Standort gefunden, hilft dir ab da nur noch deine eigene Spürnase: Jetzt heisst es tasten, schauen, suchen, bücken, hüpfen – alles, was dir irgendwie den Cache offenbaren könnte. Es hilft, sich selbst die Frage zu stellen: Wo hätte ich den Geocache versteckt? Ausserdem solltest du beim Suchen unbeobachtet bleiben, damit keine sogennanten «Muggles» vom Spiel oder dem Versteck Wind bekommen. Wie in Harry Potter sind hier Muggles Menschen, die den Zauber (des Geocachings) nicht kennen.

Was erwartet dich, wenn du einen Cache findest? Zunächst mal sehr viel Freude. Jemand hat irgendwann einmal, vielleicht vor Jahren, diesen Cache hinterlegt, und du konntest sein Versteck ausfindig machen. Da darf man schon ein wenig stolz auf sich sein! Jeder Cache enthält zudem ein kleines Logbüchlein, in welchem du deinen Fund «loggen» kannst. Du hast somit auch Einblick darin, wann die letzten Geocachers vorbeikamen. Das wird in der Regel nicht mehr als einige Tage her sein – Geocaching ist seit Jahren ein beliebtes Freizeitspiel. Einige Caches sind so gross, dass Gegenstände darin Platz finden. Viele Cachers hinterlegen Lustiges oder Nützliches, was du dann im Tausch mit einem gleichwertigen Gegenstand mitnehmen darfst.

Deine Stadt neu kennenlernen
Ich habe mich nun auf die Suche von vier Geocaches in Basel-Stadt begeben,. Davon habe ich drei gefunden, den Cache am Basler Hafen konnte ich jedoch noch nicht bergen (Schwierigkeit: 4 von 5!). Die Caches sind oft an schönen oder erstaunlichen Plätzchen versteckt, die mir sonst nie aufgefallen wären. Der Geocache «Ziehbrunnen» zum Beispiel führte mich an einem Abend nach der Arbeit noch in ein Wohnquartier, wo man definitiv keinen alten Ziehbrunnen erwartet, sich aber tatsächlich noch einer finden lässt. Wie so viele Caches bietet auch dieser im Webeintrag historisches Hintergrundwissen zum Versteck an.

Der Geocache «dr Bach ab», der sich beim Rheinbad St. Johann befinden sollte, blieb von mir auch nach etwa halbstündiger Suche unentdeckt. So geht es aber noch vielen Geocachern, wie ich aus den Logeinträgen im Internet herauslesen kann. Diese Suche werde ich bald wieder einmal auf mich nehmen!

Zuletzt mache mich auf in die Langen Erlen, wo ein Cache irgendwo im Wäldchen versteckt sein müsste. Ich muss mich kurz ein wenig durch Gebüsch schlagen, aber die kleine Kiste ist schnell gefunden – nur, etwas stimmt nicht. Ich schaue mir noch einmal den Webeintrag an, der Hinweis sei im Titel des Caches gegeben, er heisst „Kopfstand“… schlussendlich konnte ich dann das Rätsel lösen und kann mich in das kleine Logbüchlein eintragen. Ich verrate dir natürlich nicht, was zu tun ist, das musst du schon selbst rausfinden ;).

Geocaching ist auf jeden Fall eine vielfältige Sache: Als Freizeitbeschäftigung, als Ergänzung zum Wandern oder Spazieren, als Gruppenausflug oder als Kinderprogramm bereitet es praktisch allen Freude.

Hier findet ihr noch ein Video mit weiteren Beispielen für aussergewöhnliche Geocaches.

Andjelka Antonijevic

Andjelka Antonijevic studiert Germanistik und Mathematik und fällt regelmässig in kleine Identitätskrisen, wenn sich ein gedehnter Vokal oder aspiriertes 'k' in ihren Aargauer Dialekt verirrt. Sie verbringt viel Zeit beim Stöbern in Brockis, möchte aber eigentlich gerne mehr Kurzgeschichten schreiben. Nach Lernphasen flüchtet sie mit Rucksack und Zelt aus dem Basler Alltag.

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