Dolce vita ticinese

Fotomontage: STAB

Dolce vita italiana und wilde Parties? Viele Basler Studis kennen den Tessinerverein, STAB, wie er offiziell heisst, nur von den Kostümparties, die traditionell einmal pro Semester in der Balz oder der Kuppel stattfinden. Doch die Studenti Ticinesi a Basilea (darum STAB) haben noch mehr zu bieten.

Laut Lydia Joray, der aktuellen Präsidentin der STAB, sind es momentan ca. 170 Tessiner und Tessinerinnen, die in Basel studieren. Im Gegensatz zu uns Deutschschweizern ist das Studieren in einer anderen Sprachregion für Tessinerinnen fast ein Muss: Die einzige Uni im Tessin bietet nur wenige Fächer an und die italienischen Universitäten geniessen nur einen mässig guten Ruf. Dazu kommt, dass man als italienische Muttersprachlerin in der Schweiz fast zwangsläufig eine der anderen zwei Landessprachen beherrschen muss. Ansonsten steht es mit Berufsaussichten eher schlecht. Die meisten Tessiner zieht es aber in die französische Schweiz, vor allem nach Fribourg, nicht zuletzt auch, weil das Französische dem Italienischen ähnlicher ist.

Austausch mit solchen, denen es ähnlich geht, dafür gibt es die STAB. Man lernt neue Leute aus der alten Heimat kennen und kann ältere Semester vor den Prüfungen um Rat fragen. Als Erstsemestlerin wird man von der STAB in Basel willkommen geheissen und mit den wichtigsten Überlebenstipps versorgt. Bekannt sind die Tessinervereine aber bereits an den Tessiner Mittelschulen. Somit werden die meisten Studierenden aus der italienischen Schweiz auch Mitglied, aktuell sind es etwa 100.

Einen Tessinerverein gibt es nicht nur an der Universität Basel. Auch an den anderen Universitäten in der deutschen und französischen Schweiz gibt es ähnliche Vereine und so ist der Austausch untereinander Programm. Einer der nächsten Events ist übrigens ein gemeinsames Apéro mit der AFEB, dem Verein für alle französisch sprechenden Studis an der Uni. Auch dort schauen die Tessiner gern mal über den Tellerrand.

Sekte? Nein: Familie!
Bei vielen Studierenden gilt der Tessinerverein als eine Art Sekte. Alle kennen sich, man unternimmt viel miteinander und Deutschschweizer sind ausgeschlossen. Stimmt das? Nein! Lydia erzählt mir, dass die meisten Tessinerinnen an der Uni Basel gut integriert sind. Klar, aller Anfang ist schwer, aber ich staune immer wieder, wie gut viele Ticinesi Deutsch sprechen. Die STAB ist also keinesfalls eine Sekte, vielmehr eine Familie, die ab und zu auch die Nachbarn einlädt.

Wie steht es denn um den Ruf der Deutschschweizer unter den Tessinerinnen und Tessinern? Die Deutschschweiz gilt gemeinhin als aufgeräumt, diszipliniert und gut organisiert, so Lydia. Für die meisten ist das Studium eine interessante und schöne Erfahrung. Und wenn man nach so viel Disziplin und Organisation doch wiedermal ein bisschen Heimweh haben sollte: Bis zum nächsten Apéro der STAB dauert es nie all zu lange.

Links
Website: http://www.lastab.ch/
Facebook: https://www.facebook.com/STAB.basilea

 

 

 

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