Warum weniger manchmal mehr ist – Motivationshilfe zum Entrümpeln

Neues Semester, altes Chaos? Wem die Motivation und ein Plan zum Entrümpeln seiner Wohnung fehlen, der wird sie im Gastbeitrag von Julia finden: 

Verbringst du jeden Tag Zeit damit, nach irgendetwas zu suchen? Musst du regelmässig dein Bett frei räumen, um endlich schlafen zu gehen? Hindert dich die Unordnung am Putzen?

Dann ist es jetzt höchste Zeit, zu entrümpeln und aufzuräumen. Was nicht so sexy klingt, hat aber ziemlich viele Vorteile: Der Alltag wird extrem erleichtert! Die Wohnung ist organisierter, Putzen und Aufräumen wird wieder einfacher. Lange Suchaktionen fallen weg und man kann sich direkt an den leeren Schreibtisch setzen und mit der Arbeit beginnen. Man hat mehr Freiraum und lässt sich nicht so leicht von Herumliegendem ablenken.

Vielleicht steht schon bald der nächste Umzug vor der Tür – der Tag an dem einem klar wird, dass man zu viel Unnötiges besitzt. Dann muss schnell – im Eifer des Gefechts – Nützliches von Unnützem getrennt werden. Die Zeit drängt, die Kisten sind knapp und die Erschöpfung gross.

Da fängt man doch lieber früher an. Denn die Entscheidungen zu treffen, sich von Dingen zu trennen, erfordert Energie. Lässt man das Chaos, so verkörpern alle unsere materiellen Besitztümer aufgeschobene Entscheidungen.

Jetzt wo geklärt ist, warum es toll ist zu entrümpeln, fragt sich noch wie?

Am besten funktioniert es in kleinen Schritten. Dazu stellt man sich zwanzig Minuten lang einen Wecker und wandert mit drei Kisten, die man mit «Behalten», «Weggeben» und «Wegschmeissen» beschriftet, durch die Wohnung. Schublade für Schublade. Zimmer für Zimmer. Jeder Gegenstand wird in die Hand genommen und man stellt sich die Frage: Macht mich das glücklich oder ist das nützlich für mich?

Während sich die Schubladen und Regale leeren, füllen sich die Kisten. Ist alles leer geräumt, können die Lieblingsstücke aufgeräumt an ihren neuen Platz wandern. Willkommen Ordnung!

Wer Probleme damit hat, sich zu motivieren, beginnt am besten mit oft benutzten Bereichen, wie dem Schreibtisch. Hier sind schnell Erfolge sichtbar, die einem die Schreibtischarbeit erleichtern. Wer will, macht ein Vorher-Nachher-Bild für den extra Motivationskick.

Auch der Kleiderschrank bietet sich an, da man beim Ausmisten alte Kleider neu entdecken kann und der Schrank am Ende nur noch Lieblingskleider beinhaltet, was die morgendliche Kleiderwahl erleichtert.

Wohin mit den aussortierten Sachen?

Nach erfolgreichem Entrümpeln hat man viel freie Fläche für eine luftige Wohnung geschaffen. Doch leider bleiben die Kisten mit dem aussortierten Kram.

Das Bild des kaltblütigen Aufräumers zeigt jemanden, der hastig alles in einem grossen Müllsack verschwinden lässt. Keine Angst! Das müssen wir nur mit unserer «Wegwerf-Kiste» tun. Alles wegzuwerfen wäre weder sinnvoll noch ökologisch. Ausserdem fällt es uns beträchtlich schwerer, uns von Dingen zu trennen, die uns am Herzen liegen, wenn wir wissen, dass sie nachher im Müll landen. Glücklicherweise gibt es viele Orte, an denen unsere Sachen noch von Nutzen sein können.

Wer knapp bei Kasse ist, kann seine Sachen auf dem Flohmarkt verscherbeln oder Inserate auf dem ricardo.ch oder ebay.ch erstellen. Auch der Unimarkt bietet Platz für kostenlose Inserate. Beliebte Flohmärkte in Basel finden auf dem Petersplatz statt, in der Markthalle oder auf dem Barfüsserplatz. Zusätzlich gibt es fast überall Quartierflohmärkte.

Wem das zu viel Aufwand ist, der kann zum Altkleidersack greifen oder die Kleidung an Secondhand-Läden spenden. Brockenhäuser, wie die Heilsarmee Brocki, nehmen nicht nur Kleidungsstücke. Natürlich kann man auch eine Gratis-Kiste vor die Tür stellen oder Schönes an Freunde und Verwandte verschenken.

Geschafft!

Jetzt kann man getrost an den nächsten Umzug denken. Glücklicherweise verhilft ein schlichteres Zuhause sogar zu bewussterem Konsumverhalten. Man erkennt: Qualität steht vor Quantität. Deshalb macht es Sinn, Neuanschaffungen jetzt umso mehr zu hinterfragen. Bei der nächsten Shopping-Tour kann man vor dem Kauf ein Foto von dem Stück machen, es Zuhause nochmals ansehen und eine Nacht drüber schlafen. Neu gekaufte Ware macht uns ohnehin nicht so lange glücklich wie schöne Erlebnisse. Das macht uns ein bisschen unabhängiger von materiellem Besitz. Durch nachhaltigeres Kaufverhalten werden das studentische Portemonnaie sowie die Umwelt geschont. Und schliesslich will man sich nicht alles wieder zustellen, was man mühsam freigeräumt hat.

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