Von Lerntypen und Revierkämpfen

Zu welchem Lerntyp gehörst du? Fakt ist: Wer weiss, welche Lernweisen zum eigenen Verhalten passen, lernt langfristig erfolgreicher. Damit ihr zuversichtlich ins neue Semester starten könnt, beleuchten wir – nicht ganz ernst gemeint – vier Lerntypen und welche Lernmethoden ihnen helfen.

Der kommunikative Lerntyp ist ein geselliger Lerner, der keine Diskussion scheut. Nur selten ist er alleine anzutreffen, vor allem während des Lernprozesses sucht er vermehrt den Kontakt zu artgleichen Kommilitonen. Obwohl der vor allem durch Gespräche lernt, sollte er nicht mit dem auditiven Lerner verwechselt werden. Verglichen mit dieser Gattung geht es ihm nicht nur darum, Lerninhalte akustisch aufzunehmen, sondern vor allem um eine kritische Auseinandersetzung mit diesen. Im Umgang mit dem kommunikativen Lerner sollte daher ausreichend Zeit für Diskussionen zur Verfügung stehen.

Lernraum: Kommunikative Lerner sind Rudelstudierende. Besonders häufig sind sie im Tumult der UB-Cafeteria anzutreffen. Durch einen erhöhten Lärmpegel lässt sich dieser Typ nicht stören. Im Gegenteil: Er trägt gerne mit lautstarken Diskussionen zur weiteren Steigerung des Lärmpegels bei. Nicht selten ist der kommunikative Lerner auch nach Vorlesungen im Gespräch mit Dozierenden anzutreffen. Im Revierkampf hinterfragt er den Vorlesungsstoff der letzten fünf Wochen kritisch.

Lernmethoden: Lerngruppen, in denen der kommunikative Lerner sowohl Fragen stellen kann, als auch selbst befragt wird, fördern sein Verständnis und das Verinnerlichen von Inhalten.

 

Für den auditiven Lerner ist es besonders leicht, gehörte Informationen aufzunehmen. Er fällt durch seine aussergewöhnliche Fähigkeit, auch monotonen Vorlesungen gebannt folgen zu können, auf. Ohne dass er viel notiert, kann er im Anschluss Inhalte wiedergeben. Da fällt dem visuellen Lerner vor Bewunderung schon mal der Textmarker aus der Hand.

Lernraum: Die Sichtung eines auditiven Lerners während einer Vorlesung ist sehr wahrscheinlich. Zum selbstständigen Lernen sucht er stets die Ruhe, da er sich durch Hintergrundgeräusche leicht ablenken lässt. Besonders häufig ist er in stillen Lesesälen der Universität anzutreffen. Dort fällt er aber zeitweise negativ auf, da er nicht selten die von ihm geschätzte Ruhe durchbricht, indem er Lerninhalte laut vor sich her murmelt.

Lernmethode: Der auditive Lerner profitiert in besonderem Masse von Vorlesungen. Wie kein anderer kann er dem Stoff folgen. Ihm hilft es, Lerninhalte laut auszusprechen. Auch profitiert er von selbst aufgenommenen Tonspuren, die er sich im Anschluss anhören kann.

 

Der motorische Lerntyp, besonders in frühen Entwicklungsstufen auch als Zappelphilipp bekannt, fällt durch seinen auffallenden Bewegungsdrang auf. Gerne möchte er Lerninhalte selbst erfahren und ausprobieren. Langes Stillsitzen fällt ihm daher schwer.

Lernraum: Oft ist der motorische Lerner in den Laboren der Universität anzutreffen. Dort kann er vollumfänglich Lerninhalte eigenständig ausprobieren und umsetzen. Handelt es sich um eine weniger naturwissenschaftlich avancierte Ausprägung dieses Lerntyps, fällt die Wahl des natürlichen Lernraumes meistens schwerer. In der Bibliothek hat er wenig Freunde, da er ständig auf dem Tisch herumtrommelt oder sich alle fünf Minuten die Beine vertreten muss. Besonders häufig ist er deshalb in heimischen Gefilden anzutreffen, wo er sich nach Belieben beim Lernen bewegen kann.

Lernmethoden: Sein Bewegungsdrang ist besonders in naturwissenschaftlichen und bewegungswissenschaftlichen Studiengängen von Vorteil, da hier ein grosser Anteil an praktischen Einheiten zum Studienalltag gehört. Sollte ein motorischer Lerner sich wider seines natürlichen Instinktes gegen eine dieser Disziplinen entschieden haben, kann das Lernen im Stehen helfen. Auswendiglernen kann er besonders gut, wenn er sich dabei durchs Zimmer bewegt. Auch das eigenständige Erstellen von Grafiken und Lernmaterialien kann dem motorischen Lerner helfen seinen Tatendrang zu nutzen, um Lernerfolge zu erzielen.

 

Der visuelle Lerner gilt als die am schwersten bepackte Gattung der Spezies Studierende. Bücher und Massen an Textmarker fallen ins Gewicht, sodass dieser Lerntyp nicht selten mit einem Rucksack der Masse seines Körpergewichtes ausgestattet ist. Der visuelle Lerner liest gerne und kann sich Vorlesungsstoff besonders gut durch farbenfrohe Schaubilder, Mindmaps und Lernfilme einprägen. Sollte ein grosser Rucksack nicht ausreichendes Indiz sein, um diesen Lerntyp identifizieren zu können, kann er auch durch exzessives Mitschreiben während einer Vorlesung ausgemacht werden.

Lernraum: Bezüglich seines Lernraums ist der visuelle Lerner grundsätzlich flexibel, lediglich ordentlich sollte der Arbeitsplatz sein. Unordnung gilt als grösster Feind des Lernerfolges eines visuellen Lerners. Raum zum Ausbreiten sollte aber auch gegeben sein. Plakate, Bücher, Textmarker, und in extremen Ausprägungen vielleicht sogar ein Tuschekasten, brauchen nun mal Platz.

Lernmethode: Karteikarten, Notizen und Skizzen – alles was der visuelle Lerner selbst geschrieben hat, kann er besonders gut behalten. In Lernphasen tritt der visuelle Lerner meist als Einzelgänger auf. Sein Wissen vertieft er gerne durch die Lektüre von Lehrbüchern.

 

Spass beiseite: Es ist wichtig zu erkennen, wie man selbst am besten lernt. Das spart in den meisten Fällen Zeit und Nerven. Die meisten Menschen lassen sich in ihrem Lernverhalten nicht einem einzigen Lerntyp zuordnen. Es gilt nämlich: Je mehr Sinnesorgane der Lernprozess anspricht, desto erfolgreicher ist dieser.

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