Stundenplan im Medizinstudium

Belegfrist – ein Wort, das bei vielen Studierenden Stress auslöst. Bis zum 17.10. muss man festlegen, welche Fächer man im Semester belegt. Klingt einfach, ist es aber nicht immer. Es gilt, persönliche Wünsche mit der Anzahl ETCS und den Anforderungen der Fakultät abzugleichen. Für alle, die Medizin studieren möchten, gibt es eine gute Nachricht: An der medizinischen Fakultät ist es nicht ganz so stressig, denn wir Medizinstudierende müssen uns den Stundenplan nicht selbst zusammenstellen.

Er wird uns vor jedem Semester vom Studiendekanat auf dem Silbertablett geliefert (Silbertablett heisst in diesem Fall als Datei, die man sich direkt in seinen Handy- oder Computerkalender laden kann). Aber wie so oft im Leben gibt es auch noch eine schlechte Nachricht: Der Stundenplan ändert sich jede Woche!

Warum das denn?
Das Medizinstudium ist sehr verschult. Der Staat gibt genau vor, was Ärzte können müssen, damit sie sich überhaupt Ärzte nennen dürfen. Somit haben Medizinstudierende kaum Möglichkeiten, Kurse selbst auszusuchen (mit Ausnahme einiger kleinen Wahlmodule und dem LaP). Das hat jedoch auch Vorteile: Weil alle Studierenden immer zusammen sind und eine Art Schulklasse bilden, kennen sich die Mediziner generell sehr gut untereinander.

Ein weiterer Grund für den unregelmässigen Stundenplan ist die Gliederung des Studiums in verschiedene Themenblöcke. Während eines Blocks wird ein Organsystem aus mehreren Perspektiven beleuchtet. Am Anfang eher aus anatomischer, physiologischer und biochemischer Sicht, später aus dem Blickwinkel der inneren Medizin, der Chirurgie, der Radiologie und der Pharmakologie. Diese Vorlesungen werden immer von Experten gehalten. So kann es in einem Themenblock schon mal vorkommen, dass 50 bis 100 verschiedene Dozierenden vor einem stehen.

Manche von ihnen sieht man in den sechs Jahren Studium nur für eine Stunde. Das heisst auch, dass die Vorlesungen nur selten zusammenhängend sind. Es gibt immer wieder Redundanzen oder Lücken, weil sich Dozierende nicht ganz genau untereinander absprechen. Man hat daher nicht den selben Druck in eine Vorlesung zu gehen, als jemand der in einem Semester jeden Donnerstag von zwei bis vier Uhr eine Statistikvorlesung hat, die auf die vorhergehenden Stunden aufbaut.

Wie organisiere ich mich um einen solchen Stundenplan?
Da man den Stundenplan schon im Voraus für das ganze Semester erhält, kann man seine Hobbys, Termine und den Nebenjob so planen, dass alles kompatibel ist. Ganz wichtig ist es meiner Meinung nach, sich zu Beginn des Semesters klar zu machen, welche Kurse Pflicht sind und sich wichtige Deadlines in seinen Kalender einzutragen. An Pflichtveranstaltungen darf  nur fehlen, wer krank ist und ein Arztzeugnis hat. In normalen Vorlesungen herrscht hingegen keine Anwesenheitspflicht. Wichtige Termine kann man in diesen Zeitfenstern wahrnehmen und den verpassten Stoff zu Hause nachholen.

Wer sich also zu Beginn des Semesters etwas organisiert, wird auch mit diesem eher ungewöhnlichen Studiensystem keine Probleme haben.

Übrigens: Belegen muss man die Veranstaltungen natürlich trotzdem. Man bekommt aber vom Studiendekanat eine ganz genaue Liste – dann ist das eine Sache von fünf Minuten.
Mehr über das Medizinstudium erfahrt ihr hier.

 

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Universität Basel auf: