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Was muss man eigentlich können um Deutsch zu studieren?

Geisteswissenschaftliche Fächer sind manchmal etwas geheimnisvoll. Wenn man weder Statistik noch Informatik können muss und auch nicht grandios viel auswendig zu lernen braucht, welche Fähigkeiten braucht man denn dann, um Fächer wie Deutsch studieren zu können?

Die Frage lässt sich natürlich nicht so pauschal beantworten. Es gibt aber Anhaltspunkte. Zum Beispiel kann man sich selbst testen, in dem man sich diesen Info-Text der Uni Website durchliest (es geht ums Fach Deutsch):

„Im allgemeinen Prozess einer kulturwissenschaftlichen Neu-Orientierung der Geisteswissenschaften kann das Deutsche Seminar die für Basel kennzeichnende historisch-philologische Kompetenz mit der Entwicklung aktueller und innovativer Impulse zu einem in seiner Vielfalt einmaligen Gegenstands- und Theoriespektrum verbinden. Das Gegenstandsrepertoire reicht von Sprache und Literatur des Mittelalters bis zur zeitgenössischen Literatur (…). Nicht minder pluralistisch ist die methodisch-disziplinäre Bandbreite in Lehre und Forschung (…)“

Wenn man den Ausschnitt gerne gelesen hat und allgemein Spass hat an langen, komplizierten Sätzen, ist das mit Sicherheit eine gute Voraussetzung fürs Germanistikstudium. Wenn man sich aber schon über diesen kurzen Ausschnitt genervt hat, nach zwei Zeilen aufgehört hat zu lesen und nicht so ganz versteht, was es mit den „für Basel kennzeichnenden historisch-philologischen Kompetenzen“ auf sich hat, ist das eher ein schlechtes Zeichen.

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Fächern wie Germanistik, Romanistik, Ethnologie, etc. Eines haben geisteswissenschaftliche Fächer aber gemeinsam, und zwar, dass Themen grundsätzlich auf einer theoretischen Ebene betrachtet werden. In der Praxis heisst das, dass man Texte von WissenschaftlerInnen liest, und im Kurs dann darüber diskutiert.

Und weil sich WissenschaftlerInnen tendenziell sehr kompliziert ausdrücken, noch komplizierter als die Person, die den Info-Text oben geschrieben hat, verbringt man im Studium sehr viel Zeit damit, lange, umständlich formulierte Texte zu abstrakten Themen zu lesen. Eine der wichtigsten Fähigkeiten fürs Germanistik-Studium (und eben auch für andere geisteswissenschaftliche Fächer) ist also Ausdauer im Umgang mit Fachliteratur.

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