Interdisziplinärer Austausch mit frei denken uni basel

Interdisziplinäres Denken der Schlüssel zur Zukunft? Zweifellos können wir viele Herausforderungen der Zukunft nur lösen, wenn wir sie aus der Perspektive verschiedener Fachrichtungen betrachten. Neben vielen interdisziplinären (Master-)Studiengängen der Universität Basel, hat sich dieses Credo auch eine Hochschulgruppe auf die Fahne geschrieben . «Frei denken uni basel» nennt sich der Kreis interessierter Leute, welcher sich mehrmals pro Semester trifft, um über aktuelle Themen und Probleme zu diskutiert.

Bei meinem Besuch letzte Woche, drehte sich der Abend rund um das Thema «The Effectiveness of Swiss Foreign Aid». Wie effizient ist die Schweizer Entwicklungshilfe wirklich? Ist das Geld überhaupt sinnvoll investiert? Nützt oder schadet Entwicklungshilfe sogar? Wann kommt Hilfe am besten an? Diese und andere Fragen versuchte Jonas Vollmer (Wirtschaftsstudent, Bachelor in Medizin), den circa 30 Zuhörenden anhand eines äusserst interessanten Referats zu beantworten.

Was für uns Medizinstudierende Alltag ist, die sogenannte «Evidence Based Medicine» oder kurz EBM, ist in anderen Fachrichtungen und Forschungsgebieten noch nicht ganz so üblich. Für Ärzte ist es klar, dass Medikamente und Interventionen nur verwendet werden dürfen, wenn sie auch wirklich nützen. Und ob sie dies wirklich tun, erforschen Tausende von Teams rund um die Welt. Die Ergebnisse werden publiziert und fliessen im besten Fall täglich in die Entscheidungen der Ärzte ein.

Wie nützlich dieser Ansatz auch in der Entwicklungshilfe sein könnte, war mir vor diesem Abend nicht bewusst. Würde man den Studiengoldstandard auch in diesem Gebiet anwenden, könnte wahrscheinlich mit dem gleichen Geld viel mehr erreicht werden.

Womit beschäftigt sich die Gruppe «Frei denken» sonst noch? Wirtschaftsstudent Jonas Vollmer erklärt mir nach seinem Vortrag, dass die Themen bunt gemischt sind: Quantenphysik, Alternativmedizin, Neurobiologie, Religion und viele andere Themen werden diskutiert.

Ebenso abwechslungsreich ist das Format. Es reicht von Vorträgen bis hin zu Workshops. Die Referenten sind Mitglieder der Gruppe selber, es werden aber auch externe Experten eingeladen. Anschliessend gibt es jeweils eine Diskussionsrunde, in die sich alle einbringen können. Die Gespräche und Diskussionen kann man jeweils auch beim anschliessenden Apéro weiterführen.

Entstanden ist die Gruppe vor einigen Jahren aufgrund der Initiative einiger interessierter Studierenden. Jonas erzählt mir, dass er während seines Medizinstudiums die Wirksamkeit von homöopathischen Heilmitteln hinterfragt hat. Bei der eigenen Recherche hat er herausgefunden, dass diese Wirksamkeit kaum jemals wissenschaftlich belegt werden konnte. Trotzdem gibt es viele Menschen, die daran festhalten. Warum? Solche und ähnliche Fragen bewegen die Teilnehmenden. Ihr Ziel: Die wissenschaftsbasierte Gesellschaftskritik.

Ich empfehle den Besuch allen, die gerne mal über den Tellerrand ihres eigenen Fachs hinaus schauen möchten. Gelegenheit dazu gibt es immer wieder, die Nächste: Diskussionsrunde Bioethik, 21. Oktober 2015 um 19.15 im Kollegienhaus Raum 117 (Man muss sich nicht anmelden – einfach dazusetzen!)

Mehr Infos und Termine: http://freidenken-unibasel.ch/ oder auf der Facebookgruppe

 

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