Der Berufseinstieg – was braucht man dazu?

Hast du dich schon einmal gefragt, was du nach der Uni machst? Wo bewirbst du dich? Was wird von dir erwartet? Und auf was kommt es nach dem Studieren eigentlich an? Da die Zeit plötzlich schneller vorbei ist als man denkt, wollte ich Genaueres wissen. Deshalb habe ich bei Christina Uhl von Syngenta und bei Markus Diem von der Studienberatung der Uni Basel mal nachgefragt – und erhielt ausführlich Antwort.

Wer sucht, der findet
Kaum das Abschlusszeugnis in der Hand, beginnt die grosse Stellensuche. Nur, wo fange ich an?

Markus Diem, Studienberatung:

Im Internet gibt es drei Typen von Websites:

  1. Allgemeine Suchmaschinen wie www.jobs.ch (hier braucht man die richtigen Suchworte, wie Kommunikation oder Naturwissenschaften, weil es ja Berufe wie GermanistIn oder BiologIn  ausserhalb der Forschung gar nicht gibt)
  2. Thematische Websites wie  zum Beispiel www.avenirsocial.ch (Jobs im Sozialbereich) oder www.eth-gethired.ch (Naturwissenschaften)
  3. Direkt ausgeschriebene Stellen auf Websites von Organisationen und Firmen (unter der Rubrik: „Stellen“ oder „Careers“)


Noten vs. Lebenslauf
Wer hat sich diese Frage nicht schon einmal gestellt: Interessiert sich später wirklich noch jemand für meine Noten? Was ist wichtiger, das Zeugnis oder der Lebenslauf?

Christina Uhl, Syngenta: Das kann man nicht so einfach sagen. Natürlich sind gute Noten interessant, allerdings sagen sie wenig über die eigentliche Person, ihre Motivation und ihre Persönlichkeit aus. Da ist der Lebenslauf aufschlussreicher.

Markus Diem: Noten interessieren ausserhalb der Fächer Jus, Wirtschaft und der Wissenschaft eher wenig. Wichtig ist ein Lebenslauf mit so vielen sinnvollen Praktika und Projektarbeiten, die auch ausserhalb der Akademie interessieren, wie möglich.

 

Bewerbung und Vorstellungsgespräch
Um in die engere Auswahl zu kommen, muss man aus der Masse herausstechen. Auf was wird beim Bewerbungsschreiben sowie beim Vorstellungsgespräch Wert gelegt?

Markus Diem: Das kommt völlig auf die Branche bzw. den Betrieb an. Wichtig ist es, sich vor dem Abschicken der Bewerbung über die Organisation oder Firma, bei der man sich bewirbt, zu informieren und sie kennen zu lernen.

Christina Uhl: Man soll merken, dass sich die Bewerberin oder der Bewerber über die Firma sowie den Bereich, für den sie oder er sich bewirbt, informiert hat – sei es über die Website, den Jahresbericht oder Ähnliches. Zudem sollten Bewerber bereit sein, über ihre Interessen und Erfahrungen zu reden und eine Vorstellung davon haben, wie ihre künftige Stelle aussehen soll.

 

Motivation, Neugier und Französisch
Gute Noten, einen tollen Lebenslauf und ein super Bewerbungsschreiben sind nicht alles, was man für einen erfolgreichen Berufseinstieg mitbringen sollte. Was ist sonst noch wichtig?

Christina Uhl: Motivation, Neugier und die Bereitschaft, Neues zu lernen sind die wichtigsten Eigenschaften, um sich rasch in das Berufsumfeld einarbeiten zu können.
Die Praxis sieht doch oft ziemlich anders aus als in der Theorie. Es ist wichtig, offen und flexibel mit der neuen Situation umzugehen.

Markus Diem: Fremdsprachen sind immer gut in der Schweiz, insbesondere bei Stellen bei Bund und Kanton (immerhin arbeiten 50% der HochschulabsolventInnen nach dem Studium beim Staat). Wichtig ist vor allem Französisch, weil alle gesamtschweizerischen Sitzungen in der Regel in dieser Sprache stattfinden. Ein C1-Niveau-Ausweis in Französisch ist da äusserst nützlich.

 

Und in der Zwischenzeit?
Trotz gutem Bewerbungsdossier kann es bis zum ersten Job nach der Uni sehr unterschiedlich lange dauern: Während MedizinnerInnen oft schon nach wenigen Tagen eine Zusage erhalten, kann es bei Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen durchaus etwas länger gehen. Doch wieso die Zwischenzeit nicht für etwas Neues nutzen? Denn wie wir jetzt wissen, ist ein vielseitiger Lebenslauf Gold wert und etwas Abwechslung haben wir uns ja schliesslich auch verdient!

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