Chäsbengel, Schoggi-Peter & Putschauteli: Meine Herbstmesse-Highlights

Wieder einmal ist es so weit: Basel erwacht in diesen kalten Herbsttagen noch einmal zum Leben, d’Herbschtmäss isch do! So habe ich, eine von mehr als einer Million Besuchern, die aufregenden Tage erlebt, meinen Geldbeutel geleert und den neusten Klatsch der Herbstmesse aufgeschnappt:

Mit kindlicher Begeisterung reden Studierende schon Tage vor der Herbstmesse mit glänzenden Augen über die kommenden zwei Wochen voller kleiner Adrenalinschübe und kulinarischen Hochgenüssen. Mit den Aufbauarbeiten am Petersplatz stieg die Vorfreude und dann ist der Moment endlich gekommen: Der Messeglöckner Franz Baur setzt die Glöckchen am 29. Oktober um 12:00 in Bewegung und ‚d’Herbschtmäss isch offiziell eröffnet‘!

Sobald man nun in die Nähe des Petersplatzes kommt, steigt einem der Duft nach gebrannten Mandeln, würzigem Glühwein, Käse in ‚Kääskiechli‘ als Raclette oder Fondue in die Nase. Die Geräuschkulisse reicht vom Gemurmel mächtiger Menschenmassen, die miteinander reden oder weit entfernten Kollegen zurufen, bis zu Drehorgelmusik, die von witzigen, verkleideten alten Damen und Herren gespielt wird, und den sehr amüsanten Verkäufern von Saftpressen und Raspelgeräten, welche die modernsten, praktischsten, unzerstörbaren Erfindungen verkaufen und Ingwersaft als Potenzmittel preisen.

Lecker, sättigend, fettig: der Chäsbengel
Ich als Käseliebhaberin bin schnurstracks meine Chäsbengel-Gelüste am Petersgraben stillen gegangen. Für alle, die es noch nicht kennen: Der Chäsbengel ist ein typisches Hot-Dog-Brot, in welchem die Würstchen-Füllung mit heissem flüssigen und mit Knoblauch gespickten Fonduekäse ersetzt wurde – sehr lecker! Das Verspeisen dieser Delikatesse muss jedoch gekonnt sein, da der Käse auslaufen kann und bei diversen Jacken und Rucksäcken seine fettigen Fäden zieht. Deshalb hängt beim Stand auch eine vierzehnstufige Anleitung zum unfallfreien, genüsslichen Verzehr dieser Köstlichkeit. Der mastige Doppeldecker, der aus einer Portion Pasta, Hackfleisch und einer enormen Raclettekäseschicht besteht und gleich neben dem Chäsbengelstand am Petersgraben erworben werden kann, gehört auch zu einem meinen genüsslichen, unglaublich sättigenden Highlights.

Die Schlemmer zieht es natürlich nach dem Hauptgang noch weiter zu den zahlreichen Ständen, die ‚Rosenkiechli‘, ‚Rahmtääfeli‘, ‚Beggeschmutz‘ und Schokoladenfrüchte anbieten. Mir hat man gesagt, dass man beim Jonasch das beste ‚Maagebrot‘ kaufen kann, womit wir schon beim Herbstmessen-Klatsch angekommen sind. Denn die Confiserie Jonasch hat sich aufgesplittet, weshalb man Jonasch Senior und Jonasch-Abgottspon und viele weitere Jonasch-Stände auf der Messe sichten kann. Diese rosaroten Confiserien sind alle untereinander verfeindet, denn jeder hat angeblich jedem das Rezept gestohlen und das Konzept kopiert. Um mich da nicht auf zu dünnes Eis zu begeben, würde ich einfach mal behaupten, dass das Magenbrot bei jedem Jonasch schmeckt. Wer das Dessert gerne ein wenig spezieller mag und sich von dem knalligen Rosa nicht so angesprochen fühlt, kann beim Zuckerschätzli am Messeplatz vorbeigehen, wo man gebrannte Mandeln in fast allen Geschmacksvariationen von Chili bis Baileys probieren kann.

Freier Fall für Adrenalinjunkies
Wer sich gerne halsbrecherischen Gefahren aussetzt, kann sich auf die Kaserne und den Messeplatz begeben, wo man Free-Fall-Türme und diverse andere sich drehende oder Schrecken einjagende Abenteuer findet. Ich persönlich mag die ‚Putschautelis‘ an der Kaserne ganz gerne, um ein wenig in Nostalgie zu schwelgen und den Kollegen eins auszuwischen, falls sie nicht schneller sind. Gekreische ist garantiert.

Für die eher gemütlich ausgerichteten Romantiker empfehle ich das Riesenrad am Münsterplatz. Denn die vielen Lichter von der Stadt, die in der Nacht erstrahlen, sehen von ganz oben wunderschön aus und ersetzten den sonst in der Stadt selten sichtbaren Sternenhimmel. Wem die Herbstmesse bereits ein grosses Loch in den Geldbeutel gefressen hat (wie mir), kann sich die schöne Aussicht auch kostenfrei an der Pfalz beim Münster holen. Romantik muss nicht teuer sein!

Zum Abschluss, Beginn oder während dem Herbstmessennesuch einen Glühwein zu trinken, gehört auf jeden Fall zum Programm. Jedoch habe ich dieses Jahr eine Neuentdeckung am Petersplatz gemacht, die ich wärmsten weiterempfehlen möchte: Den ‚Schoggi-Peter‘! Dort bekommt man heisse Schokolade in verschiedenen Variationen: A la Melange, extra kinderfreundlich (mit mehr Milch und weniger Schokolade), mit Amaretto, Rum oder anderem Alkohol und es spielt keine Rolle für welche Variante man sich entscheidet; es schmeckt einfach fantastisch. Die Spezialität ist Kaffee mit Schlagrahm und einer geheimen Alkoholmischung. Das hat zwar weniger mit Schokolade zu tun, wärmt aber genau so gut sowie das Lächeln des netten Verkäufers.

Es verbleiben noch einige Tage, an denen man Neues entdecken oder einfach die Herbstmesse geniessen kann. Mich findet man garantiert beim Schoggi-Peter!

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Universität Basel auf: