35 Studierende, fünf Universitäten aus drei Ländern: Eine Woche Eucor Summer School

In diesem Jahr findet zum ersten Mal eine Summer School im Rahmen des Eucor-Programmes statt. Sie eröffnet Möglichkeiten, die während des normalen Vorlesungsalltags nicht geboten sind, bietet Raum für Diskussionen und stärkt den trinationalen Verbund der deutschen, französischen und Schweizer Partneruniversitäten am Oberrhein. Diesen August verbringen 35 Studierende eine Woche im Studienhaus Wiesneck bei Freiburg in Deutschland, um sich über Werte, Gesellschaft und zukünftige Entwicklungen auszutauschen.

In der Summer School soll kritische und vernetzt gedacht werden, den thematischen Fokus bildet dabei die Digitalisierung, Werte und neue Organisationen. Prof. Maarten Hoenen, Initiator der ersten Eucor Summer School, führt die Thematik weiter aus: «Kritisches Denken heisst, nicht alles hinzunehmen, wie es ist. Es geht darum, die Kreativität des Menschen in die Fragestellung einzubeziehen und sich selbst zu fragen: Mag ich das so, wie es ist oder möchte ich es anders haben? Das ist nicht einfach, da unser Leben in viele Spuren gelegt ist. Es kostet Energie Gewohntes zu hinterfragen. Das hemmt erst einmal. Man muss sich darin üben, ein kritisches Mitglied der Gesellschaft zu sein und das auch umzusetzen. Es ist eine disziplinübergreifende Hauptaufgabe der Universität, Studierenden zu lehren, wie das geht.»

Im Studienalltag fällt es oftmals schwer, genügend Zeit und auch Raum für Diskussionen einzuräumen. Studierende werden an der Anzahl erbrachter Kreditpunkte und ihren Noten gemessen; Dozierende an Forschungsleistungen und dem fachspezifischen Können ihrer Studierenden. «Ökonomisierte Gesellschaften erlauben es kaum, für einen Moment zurückzutreten und sich die Frage nach dem Warum zu stellen. Eine zunehmende disziplinäre Fokussierung macht das kritische Denken, und vor allem das vernetzte Denken, schwer. Zur Förderung von Innovationen ist eben dieses aber sehr wichtig!», so Prof. Hoenen weiter.

Dabei geht es nicht primär darum, definitive Antworten zu finden, vielmehr soll ein Verständnis dafür entwickelt werden, wie Fragen nach der Zukunftsgestaltung konkret gestellt werden können.

Studierende sollten sich im universitären Umfeld bewegen können. Es ist wichtig, in Gesprächen Position beziehen zu können, selbst wenn man später in einem Unternehmen arbeiten möchte. Ziel der Summer School ist es, Studierende mit diesen Methoden vertrauter zu machen.

Auch aus diesem Grund ist das Programm abwechslungsreich gestaltet. Neben Vorträgen verschiedener Dozenten gibt es ein vielseitiges Rahmenprogramm, das Sporteinheiten, einen Ausflug zu Novartis und gemeinsame Mahlzeiten einschliesst. «Wir möchten verschiedene Möglichkeiten für den Austausch schaffen, aber wie sich das Ganze letztendlich fügt, ist offen», ergänzt Prof. Hoenen.

Während der Woche soll jeder die Möglichkeit haben, in seiner eigenen Sprache zu kommunizieren, um sich authentisch ausdrücken zu können. Sollte man etwas nicht verstehen, kann man es sich vom Gegenüber noch einmal erklären lassen. Wer vielleicht nicht geübt in Französisch ist, hat die Möglichkeit alte Sprachkenntnisse aufzufrischen.

Nicht nur sprachlich bietet dieses trinationale Pilotprojekt spannende Möglichkeiten, erklärt Prof. Hoenen: «Vor allem Wissenschaftler müssen über Grenzen hinausdenken. Wissenschaft ist nicht nur für eine einzelne Nation, auch deshalb haben wir einen Auftrag uns politisch zu äussern, wenn der internationale Austausch bedroht ist. Das Denken über die Grenzen hinaus muss nicht gleich im grossen Rahmen geschehen, es kann zunächst ausreichen bei uns in Europa anzufangen.  Wir müssen uns darin trainieren Anderen zuzuhören, um ihre Anliegen zu verstehen.»

Bachelor-Studierende aller Fachrichtungen der Eucor-Universitäten am Oberrhein können sich für die Teilnahme am einwöchigen Programm bewerben. «Bevor man klare Wege einschlägt, ist man noch offener und unvoreingenommener gegenüber den Fragen, die während der Summer School adressiert werden.

Vielleicht erhält man sogar neue Ideen darüber, welchen Master man wählen möchte.“ erklärt Prof. Hoenen die Entscheidung, das Programm auf Bachelor-Studierende zu begrenzen. Es soll die Möglichkeit geschaffen werden, Fragestellungen diskutieren zu können, die man sonst in diesem Umfang in Bachelorprogrammen nicht stellen kann. «Dennoch sollte man etwas Verständnis für universitäre Denkweisen mitbringen, deshalb ist eine Teilnahme erst ab dem vierten Semester möglich.»

Einen Überblick über das Programm, Kreditpunkte und Kosten, die Dozierenden und zur Anmeldung findet ihr hier. Anmeldeschluss ist der 30. April 2017.

 

 

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