283 Kilometer & 1 klammer Geldbeutel

Bild: wink_in_pink |CC BY-NC-ND 2.0

Vor sechs Jahren verbrachte Adriano ein Auslandssemester in Basel. Von der Zeit in der Schweiz schwärmt er noch heute. Einziger Wermutstropfen: die teuren Fahrten nach Hause. Wie teuer, das kann er mittlerweile präzise berechnen. Denn der Historiker und Germanist entwickelte einen Online-Spritrechner.

Als Student in der süddeutschen Stadt Tübingen standen mir im Rahmen des Erasmus-Programms zahlreiche Universitäten in Europa zur Auswahl. Für mich war von vornherein klar: die Schweiz muss es sein. Vielen war unverständlich, weshalb es ausgerechnet das Nachbarland sein sollte. Die Schweiz und Deutschland sind schliesslich schon allein wegen der Sprache eng verbunden. Aber ich war bereits viel herumgereist und habe zahlreiche Länder besucht. Nun wollte ich ein Land genauer kennenlernen, das aufgrund seiner Geschichte den Ruf von Freiheit, Unabhängigkeit und Neutralität trägt. Bei der Wahl einer Universität entschied ich mich für Basel. Und mit meiner Wahl lag ich absolut richtig, denn das Semester in der Rheinstadt war eines meiner besten Studiensemester überhaupt.

So ganz wollte ich die Verbindungen in die Heimat aber dann doch nicht kappen. Ein bis zwei Mal im Monat bin ich in meinen kleinen Wagen gestiegen, um nach Hause zu fahren. Immerhin 283 Kilometer habe ich dabei zurückgelegt. So eine Fahrt spürt man nicht nur im verspannten Rücken, sondern auch im Geldbeutel. Gelegentlich bot sich die Möglichkeit Bekannte mitzunehmen, die sich dann an den Spritkosten beteiligten. Die Beiträge jedes Einzelnen wurden dabei geschätzt. Denn wer kann schon aus dem Bauch heraus sagen, wie hoch die Kosten für eine Fahrt von Tübingen nach Basel sind?

Ein Spritkostenrechner als Hobby-Projekt
Sechs Jahre später, und längst im Berufsleben angekommen, hat mir ein Kollege von einem Brutto-Nettolohn-Rechen-Tool erzählt, das er im Internet zur Verfügung stellt. Nur wenige Gedankensprünge später hatte ich den Entschluss gefasst, auch etwas in diese Richtung zu machen. Und zwar einen Spritrechner, mit dem die Kosten für bestimmte Strecken errechnet werden.

Dabei können Parameter wie die Benzinkosten, der Verbrauch des Autos, Park- und Mautgebühren sowie die Anzahl der Mitreisenden einbezogen werden. Während meiner Studienzeit wäre dieses Tool ideal für Fahrgemeinschaften gewesen. Aber auch jetzt ist es immer wieder nützlich, die Reisekosten noch vor Fahrtantritt zu kalkulieren. Wichtig war mir nur eines, nämlich dass dieses Tool kostenlos ist und im Internet von jedem abgerufen werden kann. Gleichzeitig sollte es auch auf dem Smartphone gut aussehen. Schliesslich sollen Fahrtkosten auch unterwegs berechnet werden können.

Für mich war klar: Das wird mein neues Hobby-Projekt. Doch schon vor Beginn der Umsetzung stand ich vor einer Hürde: Wie sollte ich, ein Historiker und Germanist ohne Programmierkenntnisse, ein Tool zum Berechnen von Benzinkosten entwickeln? Zunächst habe ich schriftlich ausgearbeitet, was die Website mit dem Tool können soll. Dann habe ich eine Zeichnung angefertigt, wie die Website aussehen soll. Als nächstes wurden die Textinhalte erstellt. Und zuletzt musste ein Programmierer gefunden werden, der die schriftliche Ausarbeitung in die Realität umsetzt. Ein Informatikstudent erklärte sich bereit, gegen eine Aufwandsentschädigung die Programmierung durchzuführen. Nach wenigen Tagen und einigen gemeinsamen Korrekturrunden war der Spritkostenrechner voll funktionsfähig. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Doch schaut selbst: http://www.spritrechner.biz/. Das Hobby-Projekt ist aber noch nicht am Ende. Es wird Schritt für Schritt ausgebaut, bis eine ganze Sammlung nützlicher Berechnungs-Tools auf der Seite gebündelt ist.

Könnte ich noch mal entscheiden, wo mein Auslandssemester stattfinden soll, würde ich mich wieder für Basel entscheiden. Nur würde ich diesmal mehr Fahrgemeinschaften bilden. Das richtige Tool zur Benzinkostenberechnung und Aufteilung unter den Mitfahrenden hätte ich ja jetzt zur Hand.

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