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 Ein Gastbeitrag zur Tagung “Studieren ohne Barrieren”

Ruth Arbenz, 22, nimmt die Welt wie durch eine Röhre wahr. Ihre Sehbehinderung macht es ihr unmöglich, Distanzen abzuschätzen oder Texte zu überfliegen. Was das für ihr Studium bedeutet, beschreibt sie hier:

Als ich im Herbst 2012 mein erstes Semester als Bachelorstudentin der Deutschen Philologie und der Französischen Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Basel begann, war ich sehr aufgeregt und ziemlich unsicher. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit meiner Sehbehinderung auf eine Umgebung traf, die nicht explizit darauf eingestellt war. Um möglichst reibungslos einsteigen zu können, habe ich mich vor dem Beginn des Herbstsemesters mit den Studienberatern beider Fächer zusammengesetzt um ihnen meine Situation zu beschreiben. Mit ihnen zusammen habe ich überlegt, welche Unterstüzung ich von Seiten der Dozierenden benötige, um das Studium bewältigen zu können.

Alle DozentInnen, mit denen ich im Laufe meines Studiums zu tun haben könnte, wurden von von der Studieenberatung per E-Mail über meine Situation und die Unterstüzung, welche ich deshalb benötige, informiert. Kurz darauf wandte ich mich auch noch an die Behindertenbeauftragte der Universität, um mit ihr einen Antrag auf Nachteilsausgleich bei Prüfungen und Arbeiten zu formulieren, damit, falls es diesbezüglich irgendwelche Probleme geben sollte, auch das Rektorat informiert war. Bisher hat aber alles prima geklappt.

Als dann der Startschuss für den Semesterbeginn gefallen war, bin ich, jeweils nach der ersten Sitzung zu den Dozierenden hin und habe mich kurz vorgestellt, damit sie wussten, dass ich die sehbehinderte Studentin bin. Das mache ich jetzt jedes Semester so. Ich denke, es ist wichtig, den Kontakt mit den Dozierenden gleich zu Anfang kurz zu suchen, damit sie Bescheid wissen und nachfragen können. Die betroffenen Studierenden sollten offen sein und, so gut es geht, erklären, warum sie etwas benötigen. Je reflektierter und offener man seine Situation schildert, desto leichter ist es, dort die Hilfe zu erhalten, wo man sie braucht. Es ist also notwendig, dass auch wir aus den bisherigen Erfahrungen wissen, worin unsere Schwierigkeiten liegen. Das war und ist für mich nicht immer leicht. Manche Dinge konnte ich vor Studienbeginn noch nicht wissen und kann ich auch heute noch nicht immer richtig einschätzen, aber das ist menschlich.

Es ist und war für mich in manchen Situationen nicht immer leicht „zuzugeben“, dass ich an eine Grenze gestossen bin und Hilfe benötige, dennoch ist es wichtig, dass man die Hilfe einfordert, die man braucht, denn das Studium als solches ist für alle anstrengend. Es muss aber nicht sein, dass die Behinderung zu noch mehr Stress führt, wenn er sich beheben lässt.

Ich erlebe alle meine Dozierenden als sehr kooperativ, hilfsbereit und offen und auch die Studierenden in meinem Umfeld sind alle hilfsbereit, neugierig und freundlich.

Ich muss mich also nicht schämen, wenn ich jemanden um etwas bitte. Für mich persönlich ist es jedoch auch von ernormer Wichtigkeit, grossen Einsatz zu zeigen, und mich im Studium zu engagieren, und eben auch offen zu sein für jede Art von Fragen bezüglich der Behinderung und mich so zu organisieren, dass es auch nicht schlimm ist, wenn mal vergessen wird, dass ich nicht gut sehe.

Obwohl mein Handicap natürlich sichtbar ist, habe ich das Gefühl, dass ich an der Universität Basel  in erster Linie als Studentin und Mensch wahrgenommen werde und nicht als „die Behinderte“. Das ist ein tolles Gefühl und mich ermutigt es, offen mit meiner Behinderung umzugehen.

 

Weitere Informationen: Die Servicestelle StoB / Studieren ohne Barrieren unterstützt seit April 2012 Studierende mit einer Behinderung oder Krankheit im Studium. Nähere Auskunft erhalten sie von der Verantwortlichen der Servicestelle StoB, Susanne Wipf, unter Tel. 061 267 17 19 oder E-Mail: behinderung@unibas.ch
Am 17. Oktober findet in der Universität Basel die nationale Tagung «Studieren ohne Barrieren – Menschen mit Behinderungen an Schweizer Hochschulen» statt. Ziel der Tagung ist es, dass Fachpersonen, Dozierende und Hochschulverantwortliche gemeinsam mit betroffenen Studierenden Lösungswege, Herausforderungen und Massnahmen diskutieren und einen Beitrag für eine wirksame Umsetzung des barrierefreien Bildungszuganges leisten.

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