Zwischen PhDs, PostDocs und Professoren

Warum Studierende Kongresse besuchen (sollten)…

Apotheken, Zierpflanzen, das Simmentaler Fleckvieh: Die Themen für wissenschaftliche Kongresse sind vielfältig. Vor kurzem war ich in Genf auf meinem ersten Kongress, dem „Symposium for European Freshwater Sciences“. Wie so ein Kongress abläuft und warum es sich auch für Studierende lohnt, einen solchen zu besuchen, erfahrt ihr hier:

Dass das „Symposium for European Freshwater Sciences”, kurz SEFS genannt, dieses Jahr in der Schweiz stattfindet, habe ich per Zufall auf einem Flyer entdeckt. Zugegeben: Eigentlich habe ich erst da erfahren, dass es dieses Treffen überhaupt gibt. Ich fand es aber sofort spannend. Und so sass ich ein paar Monate später an der Uni Genf zwischen PhDs, PostDocs und Professoren. Es waren nämlich nicht viele andere Studierende unter den Teilnehmenden.

Wie läuft sowas ab?
Der Kongress ist in verschiedene Teile aufgeteilt. Die meiste Zeit finden Vorträge statt. Einen Vortrag kann generell jeder halten, der sein Themengebiet einem breiteren Publikum präsentieren möchte. Deshalb sind die Qualitätsunterschiede der Vorträge auch enorm. Natürlich mussten die Präsentationen in diesem Fall eine Verbindung zum Thema Süsswasser haben, egal ob es nun um den Einfluss des Klimawandels auf Seen geht oder eine bestimmte Algenart. Ob ein Vortrag gut oder schlecht wird, lässt sich im Voraus leider schlecht abschätzen. Deshalb gehört etwas Glück dazu, aus dem breiten Angebot die besten Referate herauszupicken.

Einfacher ist das bei den „keynote speakers“, welche vom Organisationskomittee eingeladen wurden. Meist handelt es sich hier um bekanntere Wissenschaftlerinnen und Wissenschafler. Deren  Vorträge sind normalerweise nicht nur länger, sie sind auch ein eigener Programmpunkt.

Wer nicht nur zuhören möchte, hat die Möglichkeit, an diversen Workshops teilzunehmen oder die ausgestellten Poster zu verschiedenen Forschungsprojekten genauer unter die Lupe zu nehmen. Zusätzlich war in Genf noch ein Tag der Woche komplett für Exkursionen rund um den Genfer See vorgesehen. Nicht nur für weit angereiste Gäste eine gute Gelegenheit, zumindest einen kleinen Teil der Schweiz kennenzulernen.

Einblicke & Ausblicke
Für mich persönlich war der Kongress eine gute Möglichkeit, tiefere Einblicke in die aktuelle Forschung zu erhalten und mich unerkannt unter mehr als 500 Wissenschaftlerinnen und Vertreter von Institutionen aus der ganzen Welt zu mischen. Das ist eine tolle Möglichkeit für Studierende, sich intensiver mit einem Themengebiet zu beschäftigen. Zudem hat man so die Gelegenheit, über seinen Tellerrand hinauszuschauen und andere Dozierende kennenzulernen. Eine gelungene Horizonterweiterung also.

Das SEFS war mein erster wissenschaftlicher Kongress. Wenn du dir selber mal ein Bild von einem Kongress machen möchtest, hier ein paar Tipps:

Wie finde ich den passenden Kongress?
Am besten fragst du mal bei den entsprechenden Dozierenden nach. Sie haben normalerweise einen guten Überblick, was in ihrem Fachgebiet so läuft. Wichtige Kongresse sind bereits Monate im Voraus geplant. Es hilft aber auch, auf diverse Aushänge in der Uni zu achten. Vielleicht springt dir ja etwas Interessantes ins Auge. Und selbstverständlich lässt sich auch im Internet so einiges finden.

Wie viel kostet das?
Die Kosten für einen Kongress können ziemlich hoch sein, obwohl es für Studierende normalerweise einen ordentlichen Rabatt gibt. Wenn du den Preis nicht selber zahlen kannst, frage bei den Dozierenden nach. Vielleicht übernimmt die Arbeitsgruppe ja einen Teil der Kosten oder du kannst ein Stipendium beantragen. Je nach Veranstaltungsort müssten natürlich noch Anreise, Kost und Logis beachtet werden. Wichtig ist, dass man sich rechtzeitig anmeldet, die Kosten steigen sonst.

Was sollte ich während des Kongresses beachten?
Das Programm kannst du dir schon im Voraus anschauen und dir überlegen, was du auf keinen Fall verpassen möchtest. Dies ist aber nicht unbedingt nötig. Vor Ort zu entscheiden, was dich interessiert, reicht meist genauso. Vergiss aber nicht Papier und Stift bzw. deinen Laptop, um spannende Infos zu notieren! Trau dich auch, bei den Vortragenden nachzufragen, wenn dir etwas unklar erscheint oder du gerne mehr Infos hättest.

 

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