Wie du erfolgreich dein Fernweh bekämpfst (und trotzdem keine Lücke in deinen Lebenslauf reisst)

(Bild: Kenneth Lu | CC BY 2.0)

Tipps zum Auslandspraktikum

Basel ist dir nicht genug und du willst etwas von der grossen, weiten Welt sehen? Eine sechsmonatige Reise liegt jedoch nicht drin? Sie würde schliesslich auch ein ein Loch in deinen Lebenslauf reissen. Dann lautet die Lösung: Mach ein Auslandspraktikum. So kannst du gleichzeitig etwas gegen dein Fernweh tun und deinen Lebenslauf etwas aufpolieren. Doch ist das nicht mega kompliziert?

Nein, eigentlich nicht. Mit etwas Organisationsaufwand ist zu rechnen, aber der hält sich in Grenzen. Die Vorteile überwiegen klar. Generell hat man zwei Möglichkeiten, wenn man ein Praktikum im Ausland machen will:

1) Man organisiert sich seine Arbeitsstelle selbst.
So hat das zum Beispiel Tobias gemacht. Für drei Monate arbeitete er in Costa Rica als naturwissenschaftlicher Gästebetreuer. Dass er diese Stelle bekam, war jedoch mehr Zufall. „Ich hab nicht spezifisch danach gesucht. Die Stelle war ausgeschrieben und klang cool. Ich hab gedacht, ich bewerbe mich mal und es hat grad geklappt“, sagt er. Für Kost und Logis vor Ort wurde gesorgt, um die Anreise musste er sich jedoch selbst kümmern. Ein Nachteil, wenn man sich komplett selbstständig um eine Praktikumsstelle im Ausland bemüht. Die Organisation von Anreise und oft auch Wohnung wird einem selbst überlassen. Aber so hat man die Möglichkeit, ganz offen zu sein und sich einfach dort zu bewerben, wo man eben möchte. Auch Initiativbewerbungen lohnen sich, denn oft machen ausländische Unternehmen nicht gezielt Werbung bei Schweizer Studierenden, nehmen Bewerbungen aber gerne an.

Ein Tipp von Tobias lautet: „Wenn du Leute kennst, die schon mal im Ausland waren, frag nach, so viel du kannst! So musst du nicht so sehr ins kalte Wasser springen.“ Wenn sie im gleichen Land oder sogar im gleichen Betrieb waren, umso besser.

2) Man lässt sich von einer Organisation helfen.
Es gibt verschiedene Institutionen, die Studierende bei der Suche nach einer Praktikumsstelle im Ausland unterstützen, z.B. AIESEC. Diese Organisation vermittelt Praktika in 127 Länder, darunter sowohl freiwillige, kürzere Praktika als auch professionelle, längere. Letztere haben meist einen Fokus auf die Bereiche Betriebswirtschaft, Verwaltung, IT, Ingenieurswesen, Bildung, Finanzwesen, Marketing und Personalwesen.

Um an einem AIESEC-Programm teilzunehmen, muss man sich bewerben und ein Vorstellungsgespräch auf Englisch absolvieren. Danach wird man in eine Datenbank aufgenommen und kann sich auf Praktika bewerben. Die Kosten für die Anmeldung betragen 150 CHF. Falls es zur Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages mit einem ausländischen Arbeitgeber kommt, fallen nochmals 180 CHF für die freiwilligen Praktika bzw. 450 CHF für die professionellen Praktika an. Da AIESEC jedoch eine Non-Profit-Organisation ist, sind die Gebühren nur notwendig, um die globale Administration, die Datenbank, die Vorbereitungsseminare und Ähnliches finanzieren zu können. Das Geld fliesst also nicht in die Taschen dubioser Geschäftsmänner.

Auch IAESTE hilft bei der Vermittlung von Auslandspraktika gegen eine Anmeldungsgebühr von 40 CHF. Ca. 150 Stellen in anderen IAESTE-Mitgliedsländern werden pro Jahr angeboten. Diese Stellen sind für Studierende an Schweizer Hochschulen reserviert. Die Praktikastellen sind meist für technische und naturwissenschaftliche Fächer gedacht. Bewerben kann man sich immer im Februar. Kommt ein Praktikum zu Stande, warten auch hier noch 400 CHF Partizipationsgebühr auf einen, welche ebenfalls nur einen Teil der Administrationskosten decken.

Der Vorteil, wenn man sich Hilfe holt, liegt klar auf der Hand: Mögliche Stellen werden einem auf dem Silbertablett serviert und man erhält Unterstützung bei der weiteren Organisation und Vorbereitung auf die Zeit im Ausland. Dafür muss man aber eventuell etwas tiefer in den Geldbeutel greifen.

 

Egal, für welchen Weg man sich schliesslich entscheidet: Ein Praktikum im Ausland erweitert den Horizont. Dieser Meinung ist auch Mostafa. Er hat ein Praktikum mit AIESEC gemacht hat und er würde es jederzeit wieder tun, denn “es ist immer interessant, neue Kulturen und Umgebungen kennenzulernen und mein Arbeitsfeld aus einer anderen Perspektive zu sehen. Als Auslandspraktikant hat man die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln.”

Dem stimmt Tobias zu: „Ich habe einiges über mich selbst gelernt. Ein Auslandspraktikum bringt einen ausserdem dazu, seine Komfortzone zu verlassen. Das ist eine super Erfahrung, denn man lernt, sich anzupassen und je nachdem lernt man auch noch eine neue Sprache.“

Dich hat das Fernweh gepackt? Dann nichts wie los. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich um ein Praktikum für die Sommersemesterferien zu kümmern.

 

 

 

 

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