Via Berufsmesse zum Traumjob?

Was gibt es an einer Berufsmesse ausser den etlichen Werbegeschenken für Studierende sonst noch zu sehen? Kann man da tatsächlich ein Praktikum ergattern? Oder wollen die Unternehmen einfach zeigen, dass sie der beste Arbeitgeber für Studentinnen und Studenten sind? An den Career Days unserer Uni machte ich den Selbsttest:

Im ersten Moment war ich ein bisschen überfordert. Die Eingangshalle des wirtschaftswissenschaftlichen Zentrums (WWZ) war voller adrett gekleideter, junger Menschen. Anzug und Krawatte gehörten zum Standard. Da fühlte ich mich in Pullover und Jeans direkt aus der Vorlesung kommend etwas „underdressed“. Es war wie an einer typischen Messe. Lauter Stände von Firmen wie Apple, UBS, Credit Suisse, l’Oréal etc., die sich gut präsentieren wollen.  Von Kugelschreibern oder Gummibären, über Flyer bis hin zu Trinkflaschen – alles sollte die Studenten anlocken.

Doch ich wollte mehr als nur mein Etui füllen. Ich wollte wissen, wie echte Profis meine Karrierechancen einschätzen. Darum liess ich mich auf diverse Gespräche ein. Meistens war der Personalchef des jeweiligen Unternehmens mit seinem Team vertreten. Also die Leute, denen wir nervös und schweissgebadet gegenübersitzen, wenn es um eine Anstellung geht. Sie wissen sicher am besten, auf was es ankommt.

Und das sind laut den meisten Unternehmen, mit denen ich gesprochen habe, folgende Punkte:

  • Motivation
  • Zielstrebigkeit
  • Interesse

und ganz wichtig:

  • ein gut strukturiertes Bewerbungsdossier

Das klingt ja ganz gut. Aber für die Studierenden aller Fakultäten wird es immer schwieriger, in Kontakt mit Unternehmen zu kommen. Wie soll ich meine Motivation zeigen, wenn ich mich nie vorstellen kann? Denn gerade die grossen Unternehmen haben aufgrund der steigenden Anzahl von Studienabgängern einen riesigen Pool an potenziellen Arbeitskräften zur Verfügung, aus welchem sie nur die Besten auswählen können.

Ein gutes Bewerbungsdossier ist die Grundlage, um nicht sofort abgelehnt zu werden. Doch danach zählt für die Unternehmen (zu meinem Erstaunen) vor allem der Charakter. Grosses Interesse und Motivation an einem Praktikum zählen bei der UBS und CS mehr als die guten Noten. Es sei einfach wichtig, dass die Studierenden so früh wie möglich versuchen, in Kontakt mit den Unternehmen zu kommen. Denn auch die Unternehmen wissen ja nichts über die Studierenden und sind froh, wenn sie so früh wie möglich schon mehr als nur die Noten  erfahren.

„Am Ende des Tages gewinnt wohl immer der Frechere“, so die Aussage der Firmen. Wir Studenten müssen also einfach jede Gelegenheit nutzen, um auf den Radar der Unternehmen zu kommen. Sich spontan bewerben, an Workshops teilnehmen oder auf Messen mit den Unternehmen reden. Oder einfach mal bei der Personalabteilung anrufen und einen kreativen Vorschlag machen. Wer sich aus der Masse hervorheben kann, erhöht seine Chancen auf ein Praktikum nach dem Studium. Das nehme ich als wichtigste Message mit. Aber nach einem sicheren Erfolgsrezept klingt auch das nicht.

Fazit
Schaden kann so ein Messe-Besuch sicher nicht. Aber man darf auch nicht zu viel erwarten. Ich habe viel Nützliches erfahren und einige Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung erhalten. Aber unter dem Strich blieb mir nur der Goodie Bag voller sinnvoller und weniger sinnvoller Werbegeschenke. Die Career Days an der Uni Basel sind aber trotzdem für Studentinnen und Studenten aller Fakultäten einen Besuch wert. Probiert es nächstes Jahr aus – vielleicht gelingt euch dort der wichtige, erste Schritt in ein interessantes Unternehmen.

 

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